Ahrensburg: Wer verkauft hier eigentlich was an wen…?

Wieder einmal blicke ich als Bürger von Ahrensburg auf kommunalpolitischer Ebene nicht durch. Und deshalb stelle ich heute ein paar Fragezeichen in den Raum und frage: Verkauft Ahrensburg seine städtischen Grundstücke an den Erstbesten, der danach fragt? Und wer bestimmt den Preis für die Grundstücke? Und: Wer ist „Die Projektgesellschaft“, die einen Teil vom „Lindenhof“-Grundstück erwerben und bebauen will? Eine Ahrensburger Gesellschaft? Oder vielleicht ein auswärtiges Unternehmen aus Berlin? Oder sitzt „Die Projektgesellschaft“ womöglich gar in einem Briefkasten auf den Cayman-Islands…?

LindenhofHintergrund meiner Fragestellung: Am kommenden Mittwoch wird im Bauausschuss der Beschlussvorschlag des Bürgermeisters verhandelt, bei dem es um das städtische Grundstück „Lindenhof“ geht. Hierzu schreibt der Verwaltungschef an die Mitglieder vom Ausschuss:

Die Stadt Ahrensburg ist Eigentümerin des Flurstücks 394, Flur 9, dem „Lindenhof“. Das Grundstück befindet sich in zentraler Lage der Stadt Ahrensburg. Die Projektgesellschaft ist an die Stadt Ahrensburg herangetreten mit dem Wunsch, einen Teil dieses Flurstücks zu erwerben und zu bebauen.“ (Den kompletten Text des Antrages finden Sie am Fuße dieses Blogeintrages.)

Als naiver Bürger frage ich: Werden Grundstücke, die von der Stadt verkauft werden sollen, nicht öffentlich ausgeschrieben, sodass mehrere Käufer ihr Interesse bekunden können und nicht nur eine „Projektgesellschaft“, die von sich aus an die Stadt herangetreten ist? Und: Warum überhaupt verkauft die Stadt dieses Grundstück und bebaut es nicht im eigenen Interesse, um erst dann einen, bzw. mehrere Käufer dafür zu suchen? Auf diese Weise würde nicht „Die Projektgesellschaft“ die Gewinne einfahren, sondern das Geld würde in der leeren Stadtkasse landen.

Wie gesagt: Ich blicke hier nicht mehr durch. Zum Beispiel weiß ich auch bis heute nicht, was auf dem „Lindenhof“ überhaupt entstehen soll und wer das beschlossen hat und wieso davon nichts in der Presse stand, bzw. in der „Rathaus-Postille“ des Bürgermeisters, mit der Michael Sarach die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern doch verbessern wollte. Wollte. Oder habe ich etwas überlesen…?

Immerhin hat der Bürgermeister am Wochenende das „Ahrensburger Bierfest“ im CCA eröffnet. Und das war ja mal eine wirklich süffige Amtshandlung. Und hier die bürgermeisterliche Beschlussvorlage für den „Lindenhof“, der für mich sehr geheimnisvoll klingt:

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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 30. September 2013

6 Gedanken zu „Ahrensburg: Wer verkauft hier eigentlich was an wen…?

  1. Observator

    Sie denken mal wieder viel zuviel, Herr Dzubilla! Wie ich vom Hausmeister aus dem Rathaus gehört haben will, soll auf dem Parkplatz Lindenhof ein Hotel und Restaurant mit Namen „Lindenhof“ entstehen. Für die Gestaltung möchte der Bürgermeister gern die Bürger zu einem Wettbewerb aufrufen – siehe auch: Rathausplatz! Und bei der „Projektgesellschaft“ handelt es sich um die Unternehmensgruppe Kroschke, die ja schon mit dem Projekt „Regenbogenwerk“ bewiesen hat, wie so etwas geht. Eine Frage wird noch im Kunst- und Kultur-Ausschuss beraten: Soll m neuen „Lindenhof“ Hamburger Astra ausgeschenkt werden oder Flensburger Pilsener? Ebenso liegt eine Eilanfrage der Grünen vor mit der Frage: Wäre es nicht besser, statt Parkplätze für Autos besser Ständer für Radfahrer bereitzustellen? Ach ja, und noch was: Die Frau, die man häufig mit dem Zollstock über den Lindenhof-Parkplatz laufen sieht, ist nicht die Bauamtsleiterin, sondern eine Mtarbeiterin des Architekten Griesenberg – siehe auch Bauvorhaben Klinik Manhagener Allee! 😉

  2. Dustin Holzmann

    Hallo Herr Dzubilla.

    Ich werde hier mal Ihre Frage beantworten (was Sie auch hätten selbst machen können wenn sie einfach die Anlage 1, welche öffentlich einsehbar ist, der Beschlussvorlage geöffnet hätten):
    Wer ist „Die Projektgesellschaft“, die einen Teil vom „Lindenhof“-Grundstück erwerben und bebauen will?
    Es handelt sich hierbei um HOCHTIEF Hamburg GmbH

    Welche Bauwerke diese Firma zurzeit bearbeitet überlasse ich dann Ihren Recherche Fähigkeiten ;-).

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Lieber Herr Holzmann – danke schön für Ihren sachdienlichen Hinweis! Aber es war mir nicht möglich, die „Anlage 1“ zu öffnen, wenn ich auf die offizielle Homepage der Stadt Ahrensburg gehe.Immerhin habe ich jetzt nachgeguckt und in der Stormarn-Beilage gesehen: „Die Stadtverordneten stimmen am Montag, 23.September, im nicht-öffentlichen Teil ihrer Sitzung über den Verkauf des Areals an die Investoren Hochtief Hamburg GmbH und das Ahrensburger Planungsbüro Baustudio ab.“ Nicht öffentlich – aha! Demnach ist das Baustudio Ahrensburg wohl nicht zum Zuge gekommen, oder kommt dazu noch extra was vom Bürgermeister an die Stadtverordneten…?

      Um es kurz zu machen: Diese ganzen „nicht öffentlichen Teile“ irritieren mich als Bürger.

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