Schon im Vorwege zum European Song Contest (ESC) hat BILD-Vize Tanja May die deutsche Interpretin Sandra Engels in den höchsten Tönen gelobt. Und nach der Entscheidung, wo unser Beitrag auf dem dritten Platz gelandet ist – allerdings von unten – da erklärt
die BILD-Redakteurin: „Ich schaue den ESC nicht mehr an“. Und die Rückseite der heutigen BILD-Ausgabe ist eine wahre Homage für Sarah Engels – siehe die Abbildung unten rechts! So weit, so gut.
Etwas kleiner auf der Titelseite wird ein „Verlierer“ beim ESC angezeigt, nämlich der englische Interpret Sam Battle. Der hatte seinem Song den deutschen Titel „Eins, zwei, drei“ gegeben und war damit auf dem letzten Platz gelandet. Und was den deutschen mit dem englischen Song gleichsetzt: Beide Nummern bekamen vom internationalen TV-Publikum zero Points. Wohl gemerkt: Sowohl der englische als auch der deutsche Beitrag sind bei den Zuschauern total durchgefallen. Aber nur allein an den englischen Interpreten richtet sich der hämische BILD-Kommentar auf der Titelseite: „Kopf hoch, Sam, und immer schön weiterüben“.
Dass der deutsche ESC-Beitrag mit dem englischen Titel „Fire“ nicht gerade ein Welthit ist, war von Anfang an klar. Jedenfalls für mich. Und weil viele Menschen die englische Sprache verstehen, haben sie wohl auch bemerkt, wie hohl der Text ist. Dagegen ist „Bangaranga“ der Siegerin aus Bulgarien geradezu literarisch. 😄 Und Sarah Engels ist zwar hübsch und freundlich, das aber allein genügt nicht, um das Feuer über die Grenzen unseres Landes hinaus zu entfachen.
Apropos „Fire“: Ich habe mal nachgeschaut, wer diesen Titel erschaffen hat. Sie werden es nicht glauben: Die Musik des Songs stammt von Valentin Bös, Luisa Heinemann, Raphael Lott und Dario Schürmann (Dario Rodriguez). Und den Text schrieben sie zusammen mit Sarah Engels – auf Englisch. Und was die Sängerin
gesungen hat, das habe ich mal in deutscher Übersetzung an den Rand gestellt, damit Sie nachlesen können, was von einer Interpretin aus dem ehemaligen Land der Dichter und Denker vorgetragen wurde – siehe links!
Wenn ich diesen Liedtext lese, dann denke ich wohlwollend zurück an die Dada-Nummer „Wadde hadde dudde da?“, womit Stefan Raab im Jahre 2000 immerhin auf dem 5. Platz gelandet war. 😁
Deutschland beim ESC 2026: Fünf Autoren für einen Song. Und genauso hört die Nummer sich auch an. Wozu mir nur noch ein Spruch aus dem Volksmund einfällt und also lautend: „Viele Köche verderben den Brei!“

