Mit diesem Blog lenke ich Ihre Aufmerksamkeit noch einmal zurück auf das geheimnisvolle Verkaufsangebot eines Grundstücks in Ahrensburg, das, wie sich herausgestellt hat, nicht in der Bahnhofstraße liegt, sondern in der Hamburger Straße und dort zu einem Preis angeboten wird von lese und staune 1.826,09 €/m² – siehe die Abbildung links!
Die Stadt Ahrensburg verkauft ihre Grundstücke meines Wissens zu einem Preis, der dem Bodenrichtwert für Mehrfamilienhäuser entspricht. Das Merkwürdige an den Bodenrichtwerten für MFHer in Ahrensburg besteht darin, dass für das gesamte Stadtgebiet der gleiche Richtwert gilt. Wenn also ein MFH am Stadtrand gebaut wird, hat das den gleichen Bodenrichtwert wie im Zentrum.
Das ist insofern merkwürdig als die Bodenrichtwerte für Einfamilienhäuser und Zweifamilienhäuser in viele verschiedene Bodenrichtwertzonen mit unterschiedlich hohen Werten eingeteilt ist. Die Bodenrichtwerte in den Villenvierteln liegen deutlich höher als z.B. in der Siedlung Hagen. Wenn z.B. für die Bahnhofstraße bei MFHer der gleiche Bodenrichtwert erhoben wird wie für ein Grundstück am Beimoor, wird das innenstadtnahe Grundstück automatisch zum Schnäppchen für Investoren.
Hinzu kommt, dass außer der Stadt Ahrensburg vermutlich niemand anderes sein Grundstück zum Preis des Bodenrichtwertes verkaufen würde, weil die Werte ohnehin ziemlich zufällig sind. Wenn es in einem Gebiet zu wenige Verkäufe gibt, bleibt der Bodenrichtwert jahrelang auf der gleichen niedrigen Niveau stehen.
Von daher scheint es sich für Investoren zu lohnen, ein Grundstück im Zentrum billig bei der Stadt einzukaufen und – wie anscheinend auch beim Lindenhof geschehen – an einen anderen Investor weiterzuverkaufen. So können Millionen verdient werden, ohne dass der Investor auch nur eine einzige Wohnung bauen musste. Spätestens wenn die Planung abgeschlossen ist, kann das Grundstück mit Baugenehmigung nochmals mit hohem Gewinn weiterverkauft werden. So ist es vermutlich auch bei der Alten Reitbahn geschehen. Und wahrscheintlich ist der jetzige Investor der zweite oder gar schon der dritte Käufer genauso wie damals beim Lindenhof.
Die Immobilienanzeige für das MFH in zentraler Lage zeigt an, dass bei einem überplanten Grundstück für ein MFH in zentraler Lage ein Preis als erzielbar gilt, der über dem Vierfachen des Ahrensburger Bodenrichtwertes für MFH liegt.
Und nun werfen wir mal einen Blick auf die Alte Reitbahn in der Stormarnstraße: Grundstücksgröße = 6.000 m² – Verkaufspreis inklusive Erschließungskosten = 2.632.850 Euro.
Dazu im Vergleich: Grundstück in der Hamburger Straße, also gleich um die Ecke: Grundstücksgröße = 1.150 m² – Angebotspreis = 2.100.000 Euro.

Die Reitbahn wurde verschleudert, dafür und für weitere Verschwendungen hat man uns dann die Grundsteuer saftig erhöht, weil die Kohle nicht reicht. Die Damen und Herren haben alle Narrenfreiheit.
Wenn man sieht, welcher finanzielle Schaden durch den Verkauf der Alten Reitbahn für die Bürger der Stadt Ahrensburg entstanden ist, kann einem ganz schön schwindlig werden. Wäre die Alte Reitbahn zu den gleichen Konditionen angeboten worden wie das jetzt neu angebotene Grundstück in der Hamburger Straße, hätte der Preis bei über 11 Millionen Euro und nicht bei 2 Millionen liegen müssen. Von dem Erlös hätte die Stadt Ahrensburg ein großes Parkhaus und ein Kino bauen und gleich mehrere Straßen sanieren können.
Trotz alledem noch einen schönen Sonntag
Lisa
Hallo Herr Dzubilla,
Ihre Überschrift „Immobilien-Mafia“ ist sehr unglücklich gewählt. Die Ahrensburger Stadtverordneten, die für diesen Verkauf gestimmt haben, sind einfach unglaublich ignorant und anscheinend auch nicht lernfähig.
Hallo Holger – bei Mafia habe ich an die diversen auswärtigen Investoren gedacht, die unsere Stadt ausgebeutet haben – siehe Lindenhof und Alte Reitbahn!
Welche Parteien haben eingentlich für diesen Verkauf gestimmt?