Leider kein Witz: Die Stadt Ahrensburg möchte 1.2 Millionen Euro Steuergeld in der Erde verbuddeln

Zur Erinnerung: Ahrensburg ist die größte Stadt im Kreise Stormarn in Schleswig-Holstein. Und Schleswig-Holstein liegt in Deutschland. Und Deutschland liegt mitten in Europa. Und mitten in Ahrensburg liegt eine Tiefgarage mit rund 80 Stellplätzen, die der Stadt gehört und die seit über einem Jahr versperrt wird für das Abstellen von Autos.

Die Tiefgarage unter dem Rathausplatz hat die Stadt langfristig verpachtet, und zwar an die Hamburger Firma Luserke. Die Einfahrt erfolgte früher über die Klaus-Groth-Straße, doch nachdem die Stadt diese Straße durch eine Fehlplanung zur Rampengasse gemacht und den CCA-Investoren damit quasi geschenkt hat, darf Luserke die neu entstandene Einfahrt direkt auf der Fahrbahn der ehemaligen Klaus-Groth-Straße für die Mieter seiner umliegenden Gebäude benutzen. Kostenlos. Und: Die Hamburger Firma Luserke konnte am Platze der altem Einfahrt zur Tiefgarage ein Geschäftslokal errichten und an die easy-Apotheke vermieten.

So, und nun kommt wieder mal die Begründung, warum Ahrensburg auch das Schilda des Nordens genannt wird: Die Verwaltung will in einem Rathaus-Erweiterungsbau, der eigentlich gar nicht benötigt wird, auch noch eine Tiefgarage für Verwaltungsangestellte errichten. Und für die dort geplanten rund 25 Parkplätze soll der Steuerzahler fast 1.2 Millionen Euro löhnen, während genau nebenan rund 80 Plätze in der Tiefgarage Rathausplatz abgesperrt sind und vor sich hin modern und stinken.

Wie eingangs erwähnt: Wir leben in Ahrensburg. Und weder zur Zeit der Rentierjäger noch unter der Herrschaft von Graf Schimmelmann, dem Sklavenhändler, der die Stadt nach Gutsherrenart regiert hat.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. Juni 2022

3 Gedanken zu „Leider kein Witz: Die Stadt Ahrensburg möchte 1.2 Millionen Euro Steuergeld in der Erde verbuddeln

  1. Gertrud Twieg

    Ich würde gerne einmal hinter das Geheimnis, der Tiefgarage unter dem Rathausplatz mit 80 Stellplätzen, kommen. Kann man da nicht einmal eine Anfrage im Rathaus machen?

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Am 28. September 2020 habe ich mich beim Bürgermeister in der Einwohnerfragestunde der Stadtverordneten-Versammlung erkundigt: “Wie ist der aktuelle Sachstand der gesperrten Tiefgarage unter dem Rathausplatz?”

      Antwort von Michael Sarach: “Die Tiefgarage ist nach wie vor nicht frei zugänglich. Verhandlungen und Verwaltungsverfahren sind noch nicht abgeschlossen.”

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