Ahrensfelde: Der Bürger stellt Fragen, macht Vorschläge und – was wird daraufhin wohl passieren…?

Dass die Bürger von Ahrensfelde unter dem rasenden Durchgangsverkehr in ihrem früher mal friedlichen Dorf leiden, das ist bekannt. Genauso bekannt ist auch, dass die Ahrensfelder schon seit Eingemeindung in die Stadt Ahrensburg  vor rund 50 Jahren eine Südtangente fordern, wofür es in Ahrensburg aber keine politische Mehrheit in der Stadtverordneten-Versammlung gegeben hat, sondern man hat die Tangente im vergangenen Jahr auf Antrag der Grünen-Fraktion endgültig beerdigt.

Da half auch das vehemente Eintreten des CDU-Stadtverordneten Ekkehard Knoll  nichts, der dann irgendwann entnervt aufgegeben und den Bettel in der Fraktion hingeworfen hat, weil er sich seinen Wählern verpflichtet gefühlt hat und einen Fraktionszwang nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte.

In der vergangenen Woche schrieb Harald Klix im 3. Buch Stormarn: „Ahrensfelder wollen Lastwagenverbot fürs Dorf“ – siehe Abbildung oben! Der Grund für diesen Bericht war ein offener Brief von Peter Körner, dem Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Ahrensfelde, an Bürgermeister Michael Sarach. Ein sehr umfangreiches Schreiben, in dem der Bürger nicht nur den Zustand im dortigen Wohngebiet beschreibt, sondern dem Verwaltungsleiter auch praktikable Vorschläge macht, wie das Verkehrsproblem zu lösen wäre. So weit, so gut.

Wäre ich Reporter beim 3. Buch Abendblatt, dann hätte ich nicht nur das berichtet, was mir die Dorfgemeinschaft mitgeteilt hat, sondern ich wäre mit den Vorschlägen der Bürger ins Rathaus gegangen und hätte Punkt für Punkt gefragt: „Warum wird das nicht so oder so gemacht?“ Und dann käme – wie ich es erwarte – der Hinweis, dass das mit hohen Kosten verbunden wäre.

Und dann hätte ich als Reporter gefragt: Wieso sind Kosten für die Stadt plötzlich ein Problem, wenn man allein 3,5 Millionen Euro ausgeben will, um die Hamburger Straße in der City vom Verkehr zu beruhigen? Ein Verkehr, der niemanden stört außer Familie Levenhagen. Die allerdings fühlt sich vom rasenden Verkehr in Ahrensfelde offensichtlich weniger gestört sondern glaubt vielmehr, dass dort noch immer noch der berühmte Braune Hirsch am Straßenrand steht und ungestört vor sich hin äsen kann.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. November 2020

11 Gedanken zu „Ahrensfelde: Der Bürger stellt Fragen, macht Vorschläge und – was wird daraufhin wohl passieren…?

  1. Werner Zillmann

    Sehr geehrter Herr Dzubilla,

    Ahrensburg hat bestimmt einen Geheimplan…

    „Durch den Starweg sollen zukünftig 8800 Kraftfahrzeuge täglich fließen“ und so die Dorfstraße entlasten.

    Und um schon mal die Fahrzeugführer auf ihr Tempo aufmerksam zu machen, hat man/frau/Verwaltung? einen Geschwindigkeitsanzeiger im Starweg Höhe Hausnummer 122 angebracht.
    Bislang fahren im Starweg zwar (geschätzt) höchstens 400 Fahrzeuge täglich,
    aber wenn der Geheimplan umgesetzt ist, dann macht das echt Sinn.
    Ganz schön clever ….

    Schade nur, dass wir in Ahrensfelde die uns zugesagten drei Geschwindigkeitsanzeiger immer noch nicht haben.

    Einen schönen ersten Advent
    wünscht
    Werner Zillmann

  2. Stadtbewohner

    Mal sehen wie lange die Bauarbeiten in der Hamburger Straße gehen ……. Ich schätze zweieinhalb Jahre. Erst die Umsatzeinbußen durch Corona und dann langwierige Bauarbeiten. Schade um die kleine aber feine Konditorei. Und auch im 1 €-Laden bin ich immer gerne gewesen. Der Inhaber hatte bis dato ein goldenes Händchen mit seinem freundlichem Personal.

  3. Andreas Hausmann

    Ich unterstütze die Ahrensfelder und bin froh, dass hier eine Meinung erlaubt ist:
    Als Anwohner im Ahrensburger Kamp und als Unterstützer der Dorfgemeinschaft Ahrensfelde möchte ich hier nur kurz ein paar Aspekte erwähnen, die in der Art vermutlich nicht im Artikel stehen konnten:
    Ja, es gibt in Teilen der südlichen Ahrensburger Umgehung durch Ahrensfelde und den Hagen teilweise schon Geschwindigkeitsbegrenzungen, die aber aufgrund der baulichen Gegebenheiten mehr als notwendig sind: Der Dorfkern von Ahrensfelde weist eine Fahbahnbreite auf, die an eine dreispurige Autobahn erinnert, was sehr viele Autofahrer (Pendlerverkehr aus HH, RZ, HL, SE, NWM, OH) animiert, die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 KmH definitiv nicht einzuhalten. Abhilfe könnten Einengungen und in erster Linie sogar Markierungen sein, sogar Piktogramme, wie in der Nachbargemeinde Meilsdorf, um die Raser ausbremsen.
    Aber nein, unsere Verkehrsverwaltung unternimmt nichts dafür, die zahlreichen Raser auch nur irgendwie auszubremsen. Die vorgebrachten Vorschläge entbehren jeglicher verkehrspolitischer Logik, sind ferner nur billigster Machart und absolut unbrauchbar für den gewünschten Zweck.
    Wie auch bereits andere “Verkehrslösungen” in Ahrensburg gehören die meisten Vorschläge eher in eine Satiresendung, als auf die Strasse. Verkehrsinseln dort, wo ohnehin langsam gefahren wird, bringen nichts. Angedachte Kreisverkehr werden so lange “klein geredet”, bis sie weniger bezwecken, als ein auf die Strasse gefallenes Taschentuch.
    Ein wichtiger Gedanke wird im Artikel leider nicht weiter behandelt: Eine “Art” Dorfumfahrung. Sämtliche Bürgervereine im Süden sehen derzeit von der nicht nachhaltig und nicht realisierbaren Südtangente ab. Jedoch gibt es eine absolut totgeschwiegene Alternative: Die verlängerte Hagener Allee, ab Kreuzung Brauner Hirsch, bis ins Stapelfelder Gewerbegebiet hinein, Ecke Brookstrasse. Diese Strassenführung führt zwar aus dem Ahrensburger Stadtgebiet heraus, so dass man sich mit der Stapelfelder Verwaltung auf eine generelle Trasse einigen müsste. Jedoch würde diese vorhandene (!!) Trasse eine merkbare Verkehrsentlastung für den Ahrensburger Süden mit sich bringen. Man muss nicht mal Bauingenieur sein, um festzustellen, dass diese Trasse bei einem Ausbau kaum bis gar keinen zusätzlichen Flächenbedarf hätte – nicht ein einziger Baum müsste gefällt werden. Diese Trasse ist durchgehend alleeartig gestaltet, allerdings in einer Breite, die durchgängig deutlich über dem Querschnitt der Strasse Brauner Hirsch liegt. Ferner dürfte es ohnehin für eine langfristige Strassenplanung vorteilhafter sein, dort eine Strasse auch für schweren Verkehr neu zu errichten, als in wenigen Jahren und regelmäßigen Abständen die in “hochbauweise” errichtete Strasse Brauner Hirsch, zwischen Siedlung Am Hagen und Dorf Ahrensfelde, zu sanieren. Die Strassenbreite dort lässt es beispielsweise nicht zu, dass sie zwei große Fahrzeuge begegnen.
    Angeführt werden zur Beglaubigung nach wie vor Verkehrszählungen oder gar “Begehungen” zu verkehrsarmen Zeiten (beste Bürozeiten, sic!), um das vermeintliche Verkehrsaufkommen wiederholt kleinzureden.
    Was mich tatsächlich aber auch sehr bedenklich macht ist die gebetsmühlenartige Aussage unserer Verkehrsbauabteilung, dass ja die Anwohner alle selbst den Verkehr erzeugen (vermeintlich aus Quellverkehr), so schnell rasen und angeblich die Auswärtigen scheinbar nur die Ausnahme der Raser darstellen. Hier frage ich mich wiederholt – und bewußt in einem Leserbrief, der ja nur Meinung wiedergibt -, warum unsere Verkehrsverwaltung so schlecht von den Ahrensburger Bürgern spricht und damit die vielen auswärtigen Pendler (kompletter Durchgangsverkehr) und sogar Schwerlastverkehre (absolut nicht Zielverkehr) alles Verkehrsrecht der Erde bekommen, um unseren Süden zu befahren, wie schnell und schwer sie wollen.

    Ich bin gespannt, ob dieser Leserbrief erscheinen wird.

    1. Peter Körner

      Moin sehr geehrte(r) J.

      Bremsschwellen haben sicherlich mancherorts ihre Berechtigung aber Ahrensfelde ist immer noch ein Bauerndorf mit mindestens 9 aktiven Betrieben und entsprechenden schweren Geräten, die sicher auf den Straßen bewegt werden müssen – Außerdem fahren auch öfters mal ein Rettungswagen und schwere Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr durch und die haben es meistens eilig.

      Gruß Peter Körner

  4. j

    Ja, ja, lieber Herr Körner, es gibt immer Gründe zu kritisieren. Ich habe mir sagen lassen, dass in Frankreich und in der Christel-Schmidt-Allee keine(!) Feuerwehren, Polizeieinsatzfahrzeuge und keine Landwirte (in “Schwellenstraßen”) fahren dürfen. In Ahrensburg ist es so, dass die Bewohner der Christel-Schmidt-Allee ihren Müll zur Manhagener Alle bringen oder ihn vergraben.

    1. Jan Furken

      Moin j,
      in der StVO und der zugehörigen Verwaltungsvorschrift ist (fast) alles geregelt, was mit der Nutzung von Straßen zu tun hat.
      Bremsschwellen sind in der StVO leider nicht aufgeführt.
      Sie werden lediglich in der ergänzenden Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen (kurz RASt06) in Kap. 6.2 als “bauliche Anlage zur Geschwindigkeitsdämpfung in Erschließungstraßen” beschrieben.
      Im Masterplan Verkehr ist die Dorfstr. als Hauptverkehrsstraße ausgewiesen, in der “Satzung über die Erhebung von Beiträgen für den Ausbau von Straßen, Wegen und Plätzen in der Stadt Ahrensburg” unter Anlage 2 lediglich als Haupterschließungsstraße, trotz eines Verkehrsaufkommens von mind. 7700 Kfz/24h.
      Während sich die ruhige Christel-Schmidt-Allee sicherlich als Erschließungs-, wenn nicht sogar nur als Anliegerstraße einstufen läßt, handelt es sich bei der Dorfstr. allein aufgrund des immensen Verkehrsaufkommens eindeutig um eine Hauptverkehrsstraße, die u.A. auch die schnellen Fahrten der Rettungsdienste von einem Stadtteil zum anderen ermöglichen muss.
      Und dort sind Bremsschwellen m.W.n. lt. geltender Rechtssprechung leider nicht zulässig, da es eben auch zu Unfällen kommen kann.

      https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/StVO.pdf
      http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26012001_S3236420014.htm
      https://www.ahrensburg.de/Bauen-Umwelt-Klimaschutz/Verkehrsplanung/
      https://www.ahrensburg.de/B%C3%BCrger-Stadt/Ortsrecht/index.php?La=1&object=tx,2603.9855.1&kat=&kuo=2&sub=0
      https://de.wikipedia.org/wiki/Bremsschwelle

  5. Werner Zillmann

    Hier ist noch mal ein Bild vom Geschwindigkeitsanzeiger im Starweg aus Sicht eines Autofahrers. Dieser ist ca. 100 Meter vor der 90 Grad Abzweigung “Am Birkenhain” platziert.
    Laut Aussage der Verkehrsaufsicht wurde das Gerät auf Wunsch von Anwohnern aufgestellt, da diese durch zu schnell fahrende Fahrzeuge eine Gefährdung ihrer Kinder befürchten.

    Es würde mich stark wundern, wenn so kurz vor einer scharfen Abzweigung noch gefährdende Geschwindigkeiten gefahren werden.

    Wirklich top platziert…

  6. Anwohner Starweg Rennstreckenabschnitt

    Ui, wirklich schnell gefahren. 14 km/h auf der Uhr.
    Im Ernst, genau dort hätte ich als Stadt den Aufbau verweigert.
    Noch etwas zum Starweg. In diesem Teil des Starweg fahren ca 400 Fz. pro Tag.
    Im westlichen Teil zwischen Ahrensfelder Weg und Hagener Allee fahren mindest. 4.000 Fz pro Tag und das richtig schnell. Real bis zu 65 km/h in 30er Zone. Das wurde bei den Messungen Höhe Löschteich ermittelt. Genau da gehört das diese Anzeige hin. Hat sich die Verwaltung also in der Hausnummer geirrt?!

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