Stadtverordnete & Stadtgeld: Familie Levenhagen erinnerte mich an Heidelberg*, und Ali Haydar Mercan war für mich der Held** des Abends

Stadtverordneten-Versammlung in der Sporthalle der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule. Dort fand u. a. eine Ehrung statt für Detlef Levenhagen (CDU), der 15 Jahre lang als Stadtverordneter fungiert. In seiner Laudatio sagte Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU) über Detlef Levenhagen: „Wenn er was will, bringt ihn keiner davon ab – geht gar nicht.“ Im Klartext: Der Mann ist ein sturer Betonkopf. Und das bewies Levenhagen auch gestern Abend wieder.

Familie Levenhagen (Vater Detlef und Tochter Nadine von den Grünen) trugen ihre dürftige Begründung für ein Stadtgeld vor, auf die ich nicht noch einmal eingehen möchte, weil sie der Worte nicht wert ist.

Die Levenhagen-Argumente wurden zerpflückt von den Vertretern der anderen Fraktionen, wo u. a. Wolfgang Schäfer (FDP), Peter Egan (WAB), Jochen Proske (SPD) und Ali Haydar Mercan (Die Linke) das Wort ergriffen und sehr schlüssige Argumente gegen ein Ahrensburger Stadtgeld vorgetragen haben. Argumente, die Sie auch schon auf Szene Ahrensburg lesen konnten.

Ali Haydar Mercan (Die Linke): Vom Irrtum zur Wahrheit gereist**

Die angenehme Überraschung des Abends war für mich der Linke Mercan: Er und seine Fraktion, die sich zuvor für ein Stadtgeld entschieden hatten, nahmen die Argumente der anderen Fraktionen nicht nur wahr, sondern auch ernst und stimmten gegen die Einkaufsgutscheine der Stadt.

Übrigens: Mercans Vorschlag, einem anwesenden Vertreter vom Stadtforum das Wort vor der nachfolgenden Abstimmung zu erteilen, wurde von Familie Levenhagen rundweg abgelehnt.

Fazit: Mit der Stimmenmehrheit von Familie Levenhagen wurde der Antrag von CDU und Grünen mit 20 Ja-Stimmen gegen 15 Nein-Stimmen verabschiedet.

Indirekte Nachfahren der Familie Schimmelmann: Familie Levenhagen (CDU/Grüne)

Mal ganz im Ernst und zum Nachdenken: Wenn Familie Levenhagen morgen den Antrag stellt, dass Tobias Koch (CDU) für seine Verdienste um Ahrensburg geehrt und ein Denkmal von seiner Person auf das Rondeel gestellt werden soll, dann kann Familie Levenhagen mit ihrer Stimmenmehrheit auch entscheiden, dass dieses so passiert.

Mitten in der Stadtverordneten-Versammlung – noch nicht einmal die Hälfte der Tagesordnung war behandelt worden – kamen Antrag und Beschluss, die Versammlung zu beenden. Den Grund dafür konnte ich nicht erkennen.

Heidelberg

** Friedrich Rückert: “Das sind die Weisen, die auf Irrtum zur Wahrheit reisen. Die bei dem Irrtum verharren, das sind die Narren.”

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. September 2020

5 Gedanken zu „Stadtverordnete & Stadtgeld: Familie Levenhagen erinnerte mich an Heidelberg*, und Ali Haydar Mercan war für mich der Held** des Abends

  1. Kirchhoff

    Es muss doch für die anderen Fraktionen, die die Anträge der Fam. Levenhagen ablehnen wollen, frustrierend sein, wenn abstimmen müssen, obwohl doch bereits im Vorwege klar, ist , dass die Anträge durchkommen. Was wäre, würde besagte Familie den Antrag stellen, dass die Sozialgutscheine der Stadt auch im Küchenladen von Levenhagen akzeptiert werden dürfen mit der Begründung, dass die Inhaberfamilie schließlich in Ahrensburg wohnt und Coronaschäden gehabt hat……??????

  2. Bernd

    Guten Morgen!
    Erst ab Januar soll es die Gutscheine geben?
    Muss ich mir die bei den Levenhagens abholen, oder beim Meisterbürger?
    Und was haltet ihr davon, die Gutscheine sozialen Einrichtungen in Ahrensburg zu spenden?
    Dann profitieren hauptsächlich die Bedürftigen von dieser ***** Idee…
    Einen wunderschönen Start in den Tag!

    1. Stephan Lamprecht

      Hallo,

      vielleicht ein paar Worte zur Aufklärung:

      1. Wie inzwischen wohl bekannt, endete die Stadtverordnetenversammlung vorzeitig, weil die Kälte definitiv nicht länger auszuhalten war. Es ist ja gut, sich vor Corona zu schützen, bringt uns aber auch nix, wenn nächste Woche alle krank sind und dann getestet werden müssten.
      2. @Kirchhoff: Ich habe tatsächlich schon mal bequemer gesessen als aktuell auf der Bank der Opposition. Andererseits gibt man die Hoffnung ja nicht auf, auch mal andere zu überzeugen.
      3. @Bernd: Januar ist nach der aktuellen Diskussion eher ambitioniert. Das mit den sozialen Einrichtungen ist für mich, bei aller Sympathie für soziale Einrichtungen, nicht nachvollziehbar. Das Geld kommt aus dem Haushalt der Stadt, deswegen sollte es dann auch wieder dorthin zurück.
      4. @Joachim: Der Bericht zeigt sehr schön einen Teil der Bedenken. Herr Levenhagen argumentiert ständig mit Umsatz, der bekanntlich ohnehin schon mal eine sehr weiche Größe ist. Zum anderen wird der eben nicht gleich verteilt (sein). Aber der Bericht zeigt auch, wieso der Bürgervorsteher ihn so charakterisiert hat, wie er charakterisiert wurde.

      Beste Grüße
      Stephan Lamprecht

  3. Ein Ahrensburger

    @Herrn Lamprecht: Gute Infos , Danke!

    Gibt’s nicht irgendwas, was man den Levenhagens zwischen die Beine werfen kann?
    Eine Petition oder ähnlich?
    Ich finde es echt zum Kotzen mit welcher Schimmelmannmanier die Levenhagens Steuergelder verprassen wollen und durch solche blödsinnigen Ideen und Entscheidungen die Wähler verarschen.

    Mit neuen Parkplätzen und der Erhaltung der alten Parkräume, sowie der vielleicht auch nur kurzfristigen Aussetzung der Parkgebühren, würde den Unternehmen mehr geholfen werden!

    Ein Ahrensburger, der es leid ist über die Schlaglöcher in Ahrensburg zu fahren, weil die Gelder aus dem Fenster geschmissen werden, die Bestens in Asphalt angelegt wären…

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