Fortsetzung: Wie aus einem “Hundebesitzer” ein “Hausbesitzer” geworden ist

Gestern habe ich darüber berichtet, wie die Redaktion vom 3. Buch Abendblatt arbeitet: Redakteur Harald Klix hat auf das Presseportal der Polizei geklixt, das jedermann im Internet frei lesen kann. Und der Redakteur sucht sich dort eine Meldung heraus, formuliert sie ein bisschen um und stellt sie auf Stormarn Online. Und wer die Polizeimeldung dort lesen will, muss zahlen.

Einbrecher gestern und heute. Symbolbild unten links: Szene Ahrensburg

Und nun geht es weiter: Dieselbe Polizeimeldung steht heute, also einen Tag später, auch noch auf der ersten Seite vom Stormarn-Teil in der gedruckten Zeitung. Während die Überschrift gestern allerdings gelautet hat: “Hundebesitzer drehen Gassirunde: Einbrecher durchsuchen Haus”, lesen wir heute die sprachlich etwas holperigen Zeilen: “Hausbesitzer wird während Gassi-Runde Einbruchsopfer” – siehe die Abbildungen! Und: Das Symbolbild von gestern gibt es heute nicht in der gedruckten Version.

Wer nun aber glaubt, die Redaktion wäre der Polizeimeldung gestern nachgegangen und würde heute neuere Informationen über den Einbruch und das Opfer für die Abendblatt-Leser bringen, der irrt: Der Fließtext von heute ist identisch mit dem von gestern.

Immerhin: Aus dem “Hundebesitzer” ist ein “Hausbesitzer” geworden. Und das ist auch korrekt so. Denn man kann zwar ein Haus besitzen genauso wie man einen Stuhl besitzen kann und ein Pferd. Auch Wertpapiere kann man besitzen, indem man sich mit seinem Allerwertesten darauf setzt. Aber genauso wie man kein Kind besitzen darf, sollte man auch keinen Hund besitzen, selbst wenn es ein kleines Kind ist, das auf einem großen Bernhardiner sitzt.

Und deshalb sollte man nie von “Hundebesitzern” reden, sondern es sind Hundehalter. 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. Juli 2020

Ein Gedanke zu „Fortsetzung: Wie aus einem “Hundebesitzer” ein “Hausbesitzer” geworden ist

  1. Harald Dzubilla Artikelautor

    Und das Spielchen geht weiter: Links die Originalmeldung auf dem Presse-Portal der Polizei – kostenlos online lesbar für alle. Und rechts die Online-Meldung vom 3. Buch Abendblatt Online – mit Symbolfoto und kostenpflichtig für den Leser.

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