Heiligabend: Erinnerungen des Bloggers an den schönsten Klang von Weihnachtsglocken

Ein hörbares Symbol der Weihnachtszeit ist das Läuten der Kirchenglocken zur Heiligen Nacht. Zwar läuten die Glocken der Kirchen an jedem Sonntag im Jahr, aber zu Weihnachten haben sie immer einen besonderen Klang. Und ich erinnere mich dabei an das Geläut von Weihnachtsglocken aus meiner Kindheit, und zwar im Jahre 1952 in Schmalenbeck, wo ich aufgewachsen bin.

Schmalenbeck ist bekanntlich ein Ortsteil von Großhansdorf. Und dort gab es zu meiner Kindheit keine Kirche und somit auch keine Glocken. Der Gottesdienst in Schmalenbeck fand statt in der kleinen hölzernen Friedhofskapelle. Und das Geläut von Kirchenglocken konnten wir damals nur in Hamburg hören, weshalb wir extra mit der U-Bahn dort hingefahren sind.

Und dann wurde in Schmalenbeck ein Glockenturm errichtet! Im Wald auf einer Anhöhe, die als Fuchsgrund bekannt war. Der Bürger und Baumeister Detlev Holst hatte den Bau zu seinem 75. Geburtstag der Gemeinde gestiftet. Und darin wurden zwei Findlingsglocken aufgehängt, die aus einer evangelischen Kirche in Schlesien stammten und rund 200 Jahre alt waren. Mit Hilfe von Pastor Karl-Wilhelm Mauritz wurden die Glocken aus dem „Glockenbüro“ im Hamburger Freihafen nach Schmalenbeck geholt. Als sie das erste Mal geläutet haben – was der Glöckner damals per Hand erledigen musste – da sind wir raus auf die Straße gelaufen, um dem Klang andächtig zu lauschen. Und das Glockengeläut in der Heiligen Nacht gab den Bürgern damals auch die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft, denn der Zweite Weltkrieg steckte damals noch allen Menschen in den Knochen.

Konfirmation im Jahre 1960: Pastor Mauritz und seine Konfirmanden nach deren Einsegnung in die Gemeinde

Als dann über ein Jahrzehnt später das heutige Kirchengebäude errichtet wurde, die Auferstehungskirche, da holte man die alten Glocken aus dem Wald und vereinigte sie am 8. September 1963 mit neuen Glocken im Turm des Gotteshauses zum gemeinsamen Geläut. Und dort hängen sie auch heute noch.

In Erinnerung habe ich auch, wie Pastor Mauritz auf seinem Fahrrad durch die gesamte Gemeinde gefahren ist und Hausbesuche gemacht hat. Später dann hat er sich ein kanariengelbes Auto zugelegt; das Kfz-Kennzeichen habe ich bis heute nicht vergessen: OD – P 336.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 24. Dezember 2019

5 Gedanken zu „Heiligabend: Erinnerungen des Bloggers an den schönsten Klang von Weihnachtsglocken

  1. Arno Wegner

    Frohe Weihnachten Harald.
    Es freut mich, dass der Schmalenbecker Klockenturm abgebildet wurde und dass an Pastor Mauritz erinnert
    wurde.
    Dieser Pastor hat uns konfirmiert und mich und meine Frau getraut.

    Danke!

      1. Arno Wegner

        Lieber harald,
        Loge 24 war richtig. Dort steht mein Elternhaus, welches jetz meinem Bruder gehört.
        Meine Frau und ich haben im Grenzeck (früher Siek) ein Haus gebaut, welches nun unsere Tochter bewohnt.

        Meine Frau und ich wohnen seit elf Jahren in Ahrensburg, halten uns aber viel im Ausland auf.
        Lieber Harald, im herzen bleibt man doch ein alter Schmalenbecker.

        Herzliche Grüße und ein friedvolles, gesunde neues Jahr
        Arno

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