Der Abendblatt-Leser in Stormarn wartet auf Wiedervorlagen

„Feuerwehreinsatz an Großhansdorfer Polizeiwache“, berichtete die Stormarn-Redaktion vom Hamburger Abendblatt in Großaufmachung. Und der Leser erfuhr: „Ehepaar bringt Umschlag mit unbekannter Substanz und Drohung zu den Beamten nach Großhansdorf. Kripo ermittelt die Hintergründe“. Und seitdem ich das gelesen hatte, war ich gespannt wie eine Wäscheleine zu erfahren: Was war das für eine unbekannte Substanz gewesen und wie lautete die Drohung gegen das Großhansdorfer Ehepaar?

Seit diesem Bericht schaue ich jeden Tag ins 3. Buch Abendblatt, weil ich als Leser ja wohl das Recht habe, über den Ausgang der Ermittlungen unterrichtet zu werden. Aber nix da! Bis zum heutigen Tage hat es die Redaktion nicht für nötig gehalten, die Leser aufzuklären. Zum Beispiel, was es für ein weißes Pulver gewesen ist, von dem dort berichtet wird. Und: Der besagte Beitrag war am 2. August zu lesen, und zwar im Jahre 2016.

Und vor einem halben Jahr – genau am 22. Juni 2019 – schrieb Ralph Klingel-Domdey: „Rohrbogenwerk: Investor überrascht mit Hotelbau-Plan“. Ich selber war in den vergangenen Wochen und Monaten nicht am Rohrbogenwerk. Frage: Hat jemand schon gesehen, dass der Bagger dort im Einsatz ist…?

Am 27. November 2019, also vor acht Tagen, lasen wir: „Neues Restaurant im CCA soll dieses Jahr eröffnen“. Damals konnte die Redaktion nicht mit der zukünftigen Restaurant-Betreiberin sprechen, weil die nicht erreichbar gewesen ist. Und heute…? Immer noch nicht zu erreichen? Heute jedenfalls sah das Restaurant genauso aus wie vor acht Tagen: Baustelle und kein Handwerker in Sicht. Und ich wette, dass das Restaurant in diesem Jahr auch nicht eröffnet wird und die Inhaberin keine Miete bezahlt.

Übrigens: Dass die Redaktion nicht den Eingang vom CCA zeigt, um den es geht, sondern den Eingang in der Rampengasse (Unterzeile: „Die ehemaligen Räume von Fisch Schloh im City-Center Ahrensburg werden neu vermietet“), zeugt davon, dass die Reporter noch gar nicht bemerkt haben, dass im Eingang in der Großen Straße bis heute nichts passiert ist und dass an der Schaufensterscheibe der Laden immer noch zur Miete angeboten wird. Und ich habe gehört: Der für das CCA zuständige Mitarbeiter von der Münchener Firma, der das Center gehört, dieser junge Mann hat sich bis heute noch nicht einmal in Ahrensburg blicken lassen – jedenfalls nicht bei den Mietern. Und dass im Foyer eine Amazon-Station hingestellt worden ist, darüber wurden die Mieter vorher weder befragt noch informiert.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. Dezember 2019

2 Gedanken zu „Der Abendblatt-Leser in Stormarn wartet auf Wiedervorlagen

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