Janina Dietrich (3. Buch Abendblatt) berichtet schon heute über das Ergebnis einer Abstimmung der Ahrensburger Stadtverordneten, die erst am Montag erfolgen wird

Janina Dietrich, Reporterin vom 3. Buch Abendblatt, hat bereits heute die Entscheidung der Stadtverordneten-Versammlung vom kommenden Montag vorweg verkündet und schreibt online: „Ahrensburg bekommt einen Rathaus-Anbau ohne Ratssaal“ – siehe die Abbildung! Woher Janina D. das weiß? Das hat sie, so lesen wir, gestern im Hauptausschuss erfahren, der getagt und mehrheitlich beschlossen hat, dass der geplante Rathaus-Anbau ohne Ratssaal erfolgt – basta.

Die Entscheidung fällt allerdings am Montag (Zitat: Hamburger Abendblatt; Zeichnung: Stadt Ahrensburg)

Was verkündet die Stormarn-Redaktion damit? Sie verkündet: Die Abstimmung in der Stadtverordneten-Versammlung am kommenden Montag ist überflüssig. Weil das Ergebnis dieser Abstimmung schon vorliegt, da die Entscheidung vom Hauptausschuss für die Stadtverordneten-Versammlung nach Meinung der Reporterin bindend ist.

Warum der Tagesordnungspunkt trotzdem auf der Versammlung der Stadtverordneten steht und diese darüber abstimmen sollen, ob Ahrensburg einen Rathaus-Anbau ohne Ratssaal bekommt, das erläutert die Reporterin ihren Lesern nicht.

Wären die Beschlüsse aus den Ausschüssen für die Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung tatsächlich bindend, dann hieße das: Die Ahrensburger Stadtverordneten entscheiden nicht unabhängig und nach eigenem Wissen und Gewissen, sondern sie entscheiden nach Vorgabe der Ausschuss-Mitglieder beziehungsweise unter dem Fraktionszwang ihrer Partei.

Und dann wundern sich alle Politiker inklusive des Bürgervorstehers, warum die Bürger so gut wie gar nicht mehr in die Stadtverordneten-Versammlungen gehen. Klar, für erwachsene Bürger ist Marionetten-Theater weniger spannend als „Bauer sucht Frau“, das am Montag auf RTL läuft, wenn in einem anderen Stall die Puppen an den Strippen gezogen werden.

Postskriptum: Eine endgültige Entscheidung, dass Ahrensburg keinen Ratssaal für 1,6 Millionen Euro bekommt, wäre allerdings zu begrüßen. Genauso, wenn die Stadtverordneten ihre Entscheidung für einen Rathausanbau, der de facto ein Rathausnebenanbau ohne direkte Verbindung mit dem Rathaus wäre, revidieren würden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. November 2019

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