Peter-Rantzau-Haus: Die AWO will 10 € pro Besucher haben

Die AWO betreibt das Peter-Rantzau-Haus in Ahrensburg. Das Peter-Rantzau-Haus ist eine zentrale Anlaufstelle für alle Bürger. Es dient der Begegnung und der Integration und bietet deshalb offene und leicht zugängliche Angebote. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Altersgruppe ab 50 Jahren aufwärts. So lautet der Auftrag der Stadt für den Betreiber des Hauses, die Arbeiterwohlfahrt (AWO).

In der kommenden Stadtverordneten-Versammlung am 28. Oktober 2019 liegt ein Antrag des Bürgermeisters vor mit dem Inhalt: Erhöhung des Zuschusses der Stadt für das PRH um 50.000 Euro. Gleichzeitig ist damit eine Erhöhung der Öffnungszeiten auf 55 Stunden pro Woche verbunden.

Zur Zeit zahlt die Stadt an das Peter-Rantzau-Haus jährlich 350.000 Euro, was bedeutet: Die AWO möchte fortan 400.000 Euro p. a. haben. Die Begründung: Der Zulauf der Bürger ist so groß, dass das Haus statt mindestens 40 Stunden auf 55 Stunden pro Woche geöffnet werden soll, was zusätzliche Mitarbeiter erforderlich macht. Die Besucherzahlen haben sich nach Auskunft des Betreibers von rund 15.500 auf rund 41.500 erhöht, wobei vermutlich auch die regelmäßigen Tagungen der politischen Ausschüsse der Stadt mit ihren Besuchern mitgezählt werden sowie die Besucher der Veranstaltungen von Dritten, bei denen das PRH lediglich die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, oder…?

Meine unmaßgebliche Meinung: Ich gehe davon aus, dass die AWO für das PRH keine Miete an die Stadt bezahlt. Ich gehe weiterhin davon aus, dass das Peter-Rantzau-Haus zwar eine Sozialeinrichtung ist aber nicht das Armenhaus der Stadt Ahrensburg sein soll, wo sich hauptsächlich Menschen zusammenfinden, die an anderen Begegnungsstätten nicht sein können, weil sie nicht das nötige Geld dafür haben und deshalb im PRH auch gratis essen dürfen. Und wenn ich mir das Veranstaltungsprogramm und die Kursangebote vom PRH anschaue, dann frage ich mich, ob hier wirklich auch Angebote gemacht werden müssen, die es vergleichbar genauso in der VHS im ATSV bei Kirchen, im Kulturzentrum am Marstall, in der Stadtbücherei und bei zahlreichen privaten Anbietern gibt. Und die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) muss ja auch nicht unbedingt im Peter-Rantzau-Haus eine Veranstaltung machen. Und AWO-Chef Jürgen Eckert ist zugleich Stadtverordneter in der Fraktion der SPD in Ahrensburg.

Wenn die Stadt jährlich 400.000 Euro an die AWO zahlt, dann bedeutet das: Jeder Besuch eines Bürgers im Peter-Rantzau-Haus wird aus der Stadtkasse mit rund 10 Euro bezuschusst. Und: Ob es wirklich nur Bürger aus der Stadt Ahrensburg sind, die ihre Freizeit im PRH bei Speis’ und Trank und Tanz und Grillabenden und Ausflügen verbringen, wird nirgendwo festgehalten.

Postskriptum: Mein Antrag an die Stadtverordneten lautet, dass die Damen und Herren beschließen mögen, dass die barrierefreie Toilette im Peter-Rantzau-Haus an 55 Stunden pro Woche für alle Bürger geöffnet wird. Dafür könnte dann der geplante Bau des Toilettenhauses in der Großen Straße (Kosten: 150.000 Euro plus laufende Kosten für die Unterhaltung) gestoppt werden. Und der Betreiber des PRH bekommt dafür 12.000 Euro im Jahr extra, mit denen zwei zusätzliche Teilzeitkräfte ganzjährig bezahlt werden können.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 22. Oktober 2019

2 Gedanken zu „Peter-Rantzau-Haus: Die AWO will 10 € pro Besucher haben

  1. Rohde

    Kann es sein, dass die Awo im Rantzau-Haus schalten und walten kann wie sie möchte? Oder muss sie irgendwo einen Bericht über Programm und Tätigkeiten abgeben, die dann nach Sinn oder Unsinn beurteilt werden? Wenn die Stadt, sprich: der Steuerzahler, für das Haus und die Aktivitäten zahlen muss, dann muss es doch wohl eine “amtliche” Kontrollstelle geben oder sonst ein neutrales Gremium, das aufpasst, damit hier nicht Gelder zweckentfremdet werden.

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