Der MARKT berichtet heute vom Schnee von gestern

Heute bringt das Werbeblatt MARKT einen Beitrag aus dem vergangenen Frühjahr, mit dem man sich gegen die eigenen Inserenten richtet. Jedenfalls gegen Ladeninhaber in der Innenstadt. Denn deren Kunden brauchen Parkplätze. Und nachdem der Parkplatz Lindenhof von der Stadt für 500.000 Euro verscherbelt wurde und die zukünftigen Kunden von kik und Tedi in allen Wohnstraßen unter Bäumen parken werden, fällt demnächst auch noch der Parkplatz Alte Reitbahn weg. Und deshalb soll der Stormarnplatz direkt hinter dem Rathaus vorübergehend zum Parkplatz werden, bis hier die Tiefgarage gebaut wird. Eine vernünftige Lösung, die von der Stadtverordneten-Versammlung mehrheitlich beschlossen und verabschiedet wurde. Mit einem Wort: Demokratie.

Aquarell nach Wochenblatt MARKT

Protestiert gegen den Parkplatz Stormarnplatz haben Kinder und Jugendliche. Zwar haben sie den Rasen hinter dem Rathaus so gut wie nie benutzt, aber dass dort Autos parken sollen, gefällt ihnen nicht. Wo die Autos parken sollen, sagen sie aber auch nicht, bzw. sie wollen allen Ernstes ein hohes Parkhaus am Stormarnplatz bauen lassen. Und geradezu provozierend ist, dass nun von einer „Bürger-Erlebniswiese“ gesprochen wird – siehe die Abbildung!

Ich bin in den letzten Wochen bewusst und zu verschiedenen Tageszeiten  am Stormarnplatz vorbeigegangen. Mehr als drei Menschenkinder und vier Hunde habe ich auf dieser „Bürger-Erlebniswiese“ nicht gesehen. Meistens war der Platz total leer. Und es ist überhaupt keine Wiese sondern es ist ein Rasen, wie wir einen solchen in fast jedem Vorgarten in unserer Stadt finden. Und dieser Rasen ist nicht einmal von Gänseblümchen besetzt, weil der Rasenmäher sie regelmäßig köpft. 

Wir haben eine riesengroße Bürger-Erlebniswiese am Schloss, die von den Bürgern auch besucht wird. Der Weg dorthin ist ein Katzensprung, sogar mit dem Bobby-Car. Außerdem: Wer behauptet eigentlich, dass der Stormarnplatz der Mittelpunkt aller Wohngebiete von Ahrensburg ist! Ich behaupte, der Mittelpunkt, der von allen Seiten vergleichbar gut zu erreichen ist,  liegt beim Schloss.

Der MARKT schreibt, dass die Jugendlichen „jetzt“ (!) zum Anlass nahmen, zu einem Protest-Grillen auf dem Stormarnplatz aufzurufen. Dieses „Jetzt“ hat allerdings schon am 14. Juni 2019 stattgefunden. Und die Beteiligung war sehr überschaubar.

Als Vater von drei Kindern bin ich immer zuerst einmal auf Seiten von Kindern und Jugendlichen. Aber ich weiß auch von meinen eigenen Sprösslingen, dass sie immer schon Wünsche gehabt haben, die an der Realität vorbeigegangen sind. Das ist zum einen das Recht von Kindern. Zum anderen aber habe ich ihnen als Vater geduldig erklärt, was geht und was nicht.

Frage: Warum erklärt man den Kids vom Kinder- und Jugendbeirat und Stadtjugendring nicht, was geht und was nicht und was Demokratie bedeutet? Einerseits. Und andererseits, wo die Schlosswiese zu finden ist!

Ach ja, und noch etwas Wichtiges: Die Skater sollten mal ganz still sein und sich schön bescheiden geben! Sie haben seit Jahren eine Skater-Bahn auf dem Stormarnplatz. Was ist, wenn die Minigolfer jetzt kommen und eine Minigolfbahn fordern nach dem Motto: Gleiches Recht für alle! Und dann kommen die Beachvolleyball-Spieler und fordern einen eigenen Beach auf dem Stormarnplatz nach demselben Recht. Und danach kommen die Badminton-Spieler und so weiter und so fort. Da wäre es für die Stadt am einfachsten, die Skaterbahn total abzubauen.

Fazit: Der Stormarnplatz soll als Parkplatz vorübergehend benutzt werden. Danach sollen die Autos in der dortigen Tiefgarage verschwinden, die hoffentlich so groß gebaut werden wird, dass auch die Autos vom Rathausplatz endlich wegkommen, damit dieser Platz begrünt und belebt werden kann. Wäre das nicht toll, liebe Kinder und Jugendliche?! Und dass das so kommt, dafür solltet ihr schon heute kämpfen! Vielleicht mit einem Kampf-Grillen vor dem Ahrensburger Rathaus. Ich werde kommen und Würstchen mitbringen – wenns sein muss auch Veggie. 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 7. August 2019

Ein Gedanke zu „Der MARKT berichtet heute vom Schnee von gestern

  1. B. Sondermann

    Erlebnis-Wiese? Logo, besonders bei Regen mit Wasserball. Und mit Snowboard im Winter. Und während der Schulzeit zum Schwänzen. Meistens ist der Platz überfüllt. Von Ameisen. Und ökologisch ist die Fläche nicht viel mehr wert als der benachbarte Rasen aus Kunststoff. Warum protestiert eigentlich niemand gegen diesen Kunstrasen mit einem Protestgrillen? Guckst du hier: https://www.swr.de/sport/hintergrund/Hintergrund-Umwelt-Mikroplastik-im-Sport-Die-Gefahr-des-Granulats,mikroplastik-sport-gummi-granulat-fussball-natur-umweltverschmutzung-100.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.