Spätes Geständnis vom Rotary-Club: Der „Kino-Sommer“ wurde geschaffen, um uns vom Blaumann abzulenken

Heute, liebe Leute, werden wir richtig unschön auf den Arm genommen und in Dummheit aufgewogen. Vom Rotary-Club Ahrensburg und mit Hilfe vom 3. Buch Abendblatt und Reporterin Katharina Geßler. Und der Rotarier aus dem Club ist Stefan Rössle, der in der Serie „Bank-Geheimnisse“ interviewt wird. Überschrift: „Muschelläufer war für uns ein PR-Desaster“.

Aus: Abendblatt mit Symbolbild

So, und nach dem Geständnis des Rotatiers geht es auch schon los mit der Vergackeierung der Leser bzw. Bürger: Stefan Rössle erklärt, dass der Club (Vorstand: Ursula Pepper, damals noch Bürgermeisterin) den „Muschelläufer“ gestiftet hat mit der Bedingung, dass die Plastik auf dem Rondeel zu stehen habe – basta! Für die Stadt nahm Ursula Pepper aus dem Rotarier-Vorstand in ihrer Rolle als Bürgermeisterin den Blaumann in Empfang. Sie war es auch, die den Vertrag mit dem Plastiker Wolke unterzeichnet hat, der dem Stadtjuristen Thomas Reich zur Prüfung gar nicht vorgelegt worden war.

Im Gespräch erklärt Stefan Rössle heute: Weil das Geschenk ein Schuss in den Ofen gewesen ist, da es die meisten Bürger verärgert hat, da hatte man sich im Club überlegt, was man dagegen tun könnte, um den Unmut der Ahensburger zu besänftigen. Und die Rotarier kamen auf die Idee mit dem „Kino-Sommer“ am Schloss, dessen Erlöse für gute Zwecke eingesetzt werden sollten. Und Rössle erklärt heute im Blatt ernsthaft, dass ohne „Muschelläufer“ auch kein Kino-Sommer entstanden wäre. Das irre Fazit: Wir müssen dem Blaumann dankbar sein.

Aaaber: Der kaputte Typ steht 365 Tage im Jahr auf dem Rondeel – das Kino dauert ganze 3 Tage im Sommer. Und: Das gespendete Geld müssendie Kino-Besucher als Eintritt mitbringen.

Stefan Rössle erzählt, dass die Jury, die über die Plastik auf dem Rondeel entschieden hat, „hochkarätig“ besetzt gewesen ist. Bekannt ist mir lediglich, dass diese Jury aus sieben Personen bestanden hat. Welche das gewesen sind, konnte mir bis heute noch niemand verraten. Vor allem nicht, welche Ahrensburger in dieser Jury gesessen haben – hochkarätige, meine ich.

Hinzu kommt: Die Idee für den „Muschelläufer“ ist ein Plagiat eines Kunstwerkes im öffentlichen Raum von Salvador Dalí. Und laut Ausschreibungsbedingungen hätte ein Plagiat nicht gewählt werden dürfen.

Event im Rathaus

Aus dem Beitrag erfährt der Leser mit keiner Silbe, was die Rotarier in 14 Jahren unternommen haben, um den Blaumann vom Rondeel zu bekommen und an einen anderen Platz zu befördern, wie die Stadtverordneten es schon vor Jahren offiziell beschlossen haben. Nur dass drei Tage lang Kino im Sommer die Leute vom „Muschelläufer“ ablenken sollen, ist dem Bericht indirekt zu entnehmen. Und deshalb sollen alle Ahrensburger dem Kunststoffmann, seinem Schöpfer und den Rotariern dankbar sein, weil ja der „Kino-Sommer“ für einen guten Zweck entstanden ist. Im Bericht ist von 150.000 Euro die Rede, die im Laufe von elf Jahren eingenommen wurden.

Was allein die Stadt bis heute für die Installation und die Instandhaltung der Schießbudenfigur auf dem Rondeel ausgegeben hat, erwähnen weder der Rotarier noch die Reporterin. Und dieses Geld ist mit absoluter Sicherheit keinem guten Zweck zugeflossen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. Juli 2019

4 Gedanken zu „Spätes Geständnis vom Rotary-Club: Der „Kino-Sommer“ wurde geschaffen, um uns vom Blaumann abzulenken

  1. Martens

    Online lese ich etwas ganz anderes, denn dort wurde der Beitrag von Katharina Gessler geschrieben und nicht von Katharina Geßler, wie Sie behaupten. Namen sollte man schon wenn irgendwie möglich richtig schreiben.

  2. Torsten Schmidt

    Befindet sich die Miniaturausgabe des Muschelläufers noch im Besitz der Stadt Ahrensburg ? Steht der in einem Schaukasten im Rathaus ?

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      In einem der Ausstellungskästen habe ich ihn nicht gesehen. Meine Vermutung: Den Mini-Blaumann hat die Maxi-Blaufrau bei ihrem Ausscheiden aus dem Rathaus mitgenommen, weil sie ihn als persönliches Geschenk betrachtet hat – da sie als Amtsperson naatürlich nicht annehmen darf.

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