Ein Ahrensburger Kreistagsabgeordneter, der den Bürgern auf sozialem Netzwerk mit Dummdeutsch begegnet

Zum Wochenende mal ein Thema, über das ich häufig nachdenke und mich dabei immer wieder fremdschäme. Und dieses Thema ist die deutsche Sprache in ihrer Anwendung durch das deutsche Volk. Wir haben diese unsere Mutter- und Vatersprache alle ab 1. Klasse in der Grundschule zu lesen und zu schreiben gelernt. Und mit meiner jüngsten Tochter, die in die 3. Klasse einer Ahrensburger Grundschule geht, übe ich jede Woche ein Diktat. Weil ihre Deutschlehrerin alle Fehler unbarmherzig markiert und eine entsprechende Note dafür gibt. Schon ein falsches Komma ist ein ganzer Fehler.

Facebook: „Du kommst aus Ahrensburg, wenn …“

Die Städtische Verwaltung von Ahrensburg hat, wie ich kürzlich festgestellt habe, ihre Homepage zusätzlich auch noch auf Dummdeutsch verfasst. Warum? Ich weiß es nicht, aber ich kann es mir denken: Weil die Verwaltung die Bürger für dumm verkaufen will  ungebildet hält.

Wenn unsere örtlichen Politiker auf sozialen Netzwerken herumscharwenzeln, dann kann man aus ihren Kommentaren ablesen, welch Geistes Kinder sie sind. Da ist zum Beispiel immer wieder Jörg Hansen (Die Grünen) auf Facebook. Der Mann war jahrelang Stadtverordneter in Ahrensburg und hat hier sogar bei der letzten Bürgermeister-Wahl gegen den amtierenden Bürgermeister Michael Sarach (SPD) kandidiert – siehe die nachfolgende Abbildung unten rechts!

Heute sitzt Jörg Hansen als Abgeordneter im Kreistag von Stormarn und dort in verschiedenen Ausschüssen – siehe die Abbildung unten links! Und der Freizeitpolitiker findet neben seinem Beruf auch noch die Zeit, mit den Bürgern auf Dummdeutsch zu kommunizieren – wenn Sie sich bitte mal die grottenhaften Kommentare auf Facebook (siehe oben links!) durchlesen wollen, die nicht etwa aus verschiedenen Beiträgen herausgepickt und zusammengestellt worden sind, sondern diese Kommentare sind von Hansen allesamt hintereinander verfasst und auf einem Ahrensburger Facebook-Portal veröffentlicht worden. Und ich kann ihn mit der Wiedergabe nicht bloßstellen, weil er das ja schon selber besorgt hat.

Aus: LN Online

Für mich ist das ein Anlass zum Gruseln, denn der Facebook-Schreiber ist schließlich eine bekannte Person der politischen Öffentlichkeit im Kreis Stormarn, die irgendwie auch eine Vorbildfunktion für den gemeinen Bürger haben sollte. Aber der Politiker ist vermutlich zur Schule gegangen zu einer Zeit, als Pisa nur ein schiefer Turm gewesen ist und noch keine Studie, mit der die Bildung von Schülern offenlegt wird. 😉

Um nicht missverstanden zu werden: Ich kritisiere nicht gelegentliche Tippfehler, auch wenn man diese immer noch berichtigen kann, was ich selber in meinen Texten tue, wenn ich sie bemerkt habe. Sondern ich kreide Orthographie-, Grammatik- und Interpunktionsfehler an. Und da kann ich im Falle des Kreistagsabgeordneten Jörg Hansen ohne einen Hauch von Ironie sagen:

In der 3. Klasse auf der Grundschule Am Reesenbüttel bekäme der Politiker Jörg Hansen in Deutsch eine glatte 5. Und das ist bekanntlich mangelhaft. Weshalb wir Bürger uns denn auch froh und glücklich darüber schätzen dürfen, dass der Grüne Politiker nicht auch noch als Abgeordneter im Kultur- und Bildungsausschuss des Kreistages sitzt und womöglich an Stormarns Schulen neben dem Fach Deutsch auch noch Dummdeutsch einführen will nach dem Motto: Der Mensch soll nicht nach Duden schreiben sondern nach Gehör! „Welchjes suksessive und sichterverdeckt durchgeführt wird.“ 😉

Was ich in diesem Zusammenhang erwähnen muss: Warum sind die Parteikollegen von Hansen, die bestimmt mitlesen, was ihr Partner dort verzapft, so gemein und schadenfroh? Warum nimmt nicht mal jemand aus der Fraktion den Herrn Kollegen beiseite und spricht: „Jörg, bevor Du auf die Taste zur Veröffentlichung drückst und Dich öffentlich blamierst, solltest Du den Text besser noch mal von Deiner Frau gegenlesen lassen!“…?!

Werbeauftritt für das Amt des Bürgermeisters: Jörg Hansen im Kinder- & – Jugendzentrum 42

Auch eine automatische Korrektur im Schreibprogramm würde so manches Unheil verhindern. Aber vermutlich kennt sich der Grüne Kreistagsabgeordnete in Computerfragen nicht so gut aus, sodass er nicht weiß, wie man so ein Programm installiert. (Hinweis: Er ist IT-Fachmann. 😉 )

Und damit beende ich meinen Blog-Eintrag mit einem Wort von Wilhelm Busch, der sich auf Jörg Hansen seinen Reim wie folgt gemacht hat:

„Oft ist das Denken schwer, indes, das Schreiben geht auch ohne es!“

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. Februar 2019

27 Gedanken zu „Ein Ahrensburger Kreistagsabgeordneter, der den Bürgern auf sozialem Netzwerk mit Dummdeutsch begegnet

  1. E. Plettner

    Viele Menschen schreiben so wie Hansen. Und vielleicht schreibt Hansen so, damit viele Menschen ihn leichter verstehen sollen? Wer weiß?

  2. Rohde

    Herr Dzubilla, hätten Sie das Herrn Hansen auch angekreidet, wenn er diese Kommentare auf Szene Ahrensburg abgegeben hätte?

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Als Administrator hätte ich stillschweigend das Schlimmste korrigiert. Auf der Facebook-Seite „Du kommst aus Ahrensburg, wenn…“ gibt es keine Angabe von einem verantwortlichen Administrator. Die Person, die diese Seite betreibt, versteckt sich anonym im Dunkel. Niemand weiß, wer das Portal moderiert und darüber bestimmt, was veröffentlicht wird oder nicht. Hier findet eine Manipulation statt, die in meinen Augen nicht mit den Richtlinien von Facebook vereinbar ist. Also: Vorsicht beim Posten! (Was nicht zuletzt für Politiker gilt!)

  3. Ali Meier

    Wenn demnächst an unseren Schulen Türkisch gelehrt und gelernt wird, dann wird auch weniger Dummdeutsch gesprochen, weil unsere Kinder sich dann auf Türkisch verständigen können. Auch der Herr Erdogan würde das begrüßen.

  4. Stormarnerin

    Zu Herrn Hansen gibt es nicht viel zu sagen,
    aber lieber Herr Dzubilla, korrigieren Sie dann doch bitte Ihre beiden Tippfehler in der Einleitung.

    *die in die 3. Klasse eine Ahrensburge Grundschule geht*

    Und dann noch ein Vorschlag zum Ausdruck:
    *In ihrer Anwendung durch das deutsche Volk*
    Puuh das hat Anklänge.

    #in ihrer Anwendung in der Bevölkerung#
    würde vollkommen reichen.

    Ein schönes Wochenende.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Vielen Dank für den sachdienlichen Hinweis – ich habe, wie gesagt, keine Probleme, meine Tippfehler zu korrigieren. 🙂 Und warum gefällt Ihnen das deutsche Volk nicht? (Ich meine tatsächlich das deutsche Volk und nicht die gesamte Bevölkerung.) Anklänge? Wenn Sie das wirklich im Ernst meinen, dann müssten Sie auch die Farbe Braun aus Ihrem Wortschatz tilgen. Wegen Eva, meine ich. 😉 Auch Ihnen ein schönes Wochenende!

      1. Stormarnerin

        Also meinen Sie es tatsächlich „völkisch“ ?
        Autsch!!!

        Ich verwende „braun“ als Adjektiv.

        Schlechter Vergleich.

        1. Harald Dzubilla Artikelautor

          Ich meine die Gruppe von Menschen, deren Angehörige Deutsch als Muttersprache sprechen und spezifisch „deutsche“ kulturelle Merkmale aufweisen.

          „Eva“ ist von mir als witzige Metapher für die braune Vergangenheit genannt. Und damit ist „braun“ auch als Adjektiv gemeint wie z. B. „braunes Gedankengut“.

          1. StormarnLive

            Oh, was für ein Fass.

            Ich freue mich, wenn Sie spezifisch deutsche kulturelle Merkmal definieren und konkret benennen. Ich lerne gerne dazu.

          2. Harald Dzubilla Artikelautor

            Ne, Stormarnerin, so geht es nicht! Sie können jetzt nicht plötzlich unter gefälschtem Absender von Stormarn live ein Fass aufmachen: https://stormarnlive.de Und die von Ihnen beanstandete Definition finden Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche

            Nota bene: Ich kann nicht von Migranten oder Bürgern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, dieselben schriftlichen Sprachkenntnisse in Deutsch verlangen wie von einem Menschen, der Deutsch als Muttersprache schon in der Grundschule zu schreiben gelernt hat. Ich freue mich, wenn Sie durch meine Aufklärung dazugelernt haben.

          3. Stormarnerin

            Ihre verstiegenen Fantasien führen komplett in die Irre..
            Ich schreibe unter einem Pseudonym, das halten viele andere hier ebenso. Mich mit stormarn live in Verbindung zu bringen ist eine freche Behauptung und entspricht nicht der Wahrheit!
            Ich denke alleine!

            Wikipedia zu Rate zu ziehen, um.meine Frage zu beantworten entspricht auch nicht meiner Vorstellung von Qualität und beantwortet die Frage auch nicht.

            Aber ich habe das auch nicht ernsthaft erwartet.

            Peinlich, Herr Dzubilla.

          4. Stormarnerin

            Ja, das habe ich!!
            Und ich schrieb Ihnen auch, dass genau meine Worterkennung dafür Verständnis war.
            Das haben Sie nicht veröffentlicht.

  5. C. P. Jansen

    Falls Hansen, den ich persönlich nicht kenne, auch so spricht wie er schreibt, dann könnte das auf eine leichte geistige Verwirrung hindeuten. Und in diesem Fall sollte man Milde walten lassen. In seiner Eigenschaft als Privatperson, meine ich. Nicht als Politiker. Und man stelle sich vor, er wäre Bürgermeister geworden und müsste schriftliche Anträge an die Stadtverordneten formulieren…….

  6. Frau Behnemann

    Trägt der Herr Hansen sein Flüchtlings-T-Shirt eigentlich immer noch, oder war das nur ein Wahlkampf-Werbemittel bei Kindern und Jugendlichen zur Bürgermeisterwahl? Bei den Kids hat er damals damals Punkte gesammelt, wie man lesen konnte. Auf jeden Fall hat Hansen mit seinem Abgang aus dem Ahrensburger Stadtparlament keine Lücke gerissen.

  7. Torsten Schmidt

    Herr Dzubilla, es ist gerade die automatische Textvervollständigung die solche Fehler produziert. Man will ein Wort, wie in der Schule gelernt, richtig schreiben aber das Programm funkt leider dazwischen. Freilich hat man immer noch die Möglichkeit diese Fehler zu korrigieren. Immerhin bemüht sich Herr Hansen um bürgernahe Beantwortung der Ahrensburger Fahrradwegeproblematik. Soweit bekannt, wäre er damit der einzige Politiker.

    1. Minna Grüne

      Der Grüne soll nicht die Ahrensburger Fahrradwegeproblematik beantworten, sondern er soll sie lösen. Stattdessen haben die Grünen in Ahrensburg für die Bebauung des Lindenhofes gesorgt, wollen womöglich auch noch die Reitbahn bebauen lassen und möchten ein dringend erforderliches Marketing für die Stadt verhindern. Ich denke, die haben den Auftrag ihrer Stammwählerschaft irgendwie missverstanden.

  8. Petersen

    Sollten wir nicht alle grün sein, weil man nichts anderes mehr wählen kann? Und ich dachte, die Grünen sind gerade auf Erfolgskurs im ganzen Land. Aber andere Frage, die auch die dortigen Grünen betrifft: :
    Wieso werden auf facebook Ahrensburg nicht wichtigere Dinge thematisiert, z.B. die mit Eisenerz (und Munition?) schwer beladenen, 850m langen Güterzüge im 12 min Takt, die bald durch Ahrensburg fahren werden? Wieso wird nicht der Neubau von 2 ! Kläranlagen in Stapefeld thematisiert, die bei südlichen Winden neue unbekannte Schadstoffe nach Ahrensburg pusten werden? Warum wird nicht der Sanierungsstau in den Schulen thematisiert? Stattdessen sucht auf facebook ständig einer nach seinem Kater.

    1. Torsten Schmidt

      Diese schweren Güterzüge werden auch den Bahnschienen langfristig nicht gut bekommen. Schätze nach 3-5 Jahren nach Beginn des neuen Güterfernverkehrs an Ahrensburg vorbei, wird sich ein erheblicher Sanierungsstau an den Bahntrassen auftun. Wer dann täglich mit der Bahn zur Arbeit (zB. nach Hamburg) muss, kann schon mal umständlichen und zeitraubenden Schienenersatzverkehr einplanen. Alles Gründe die gegen einen Güterfernverkehr an Ahrensburg vorbei sprechen. Ahrensburger Schlafmichel, bitte aufwachen !!!

  9. Frau Behnemann

    Wer das Facebookportal von Ahrensburg verfolgt, kann erkennen, dass kaum ein Schreiber dort die deutsche Sprache fehlerlos anwendet. Und wer sich darüber lustig macht, wird angefeindet.

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