Ein neuer Laden in Ahrensburg zur bleibenden Erinnerung

Am Rondeel Nr. 9, wo mal ein Friseur den Ahrensburgern an die Haare gegangen ist, dort geht schon bald ein Tätowierer den Kunden unter die Haut. „Ahrensburg wird bunt!“, verkündet dort ein Schild. Und wem es in Ahrensburg bis jetzt noch nicht zu bunt geworden ist, der kann jetzt seine eigene Haut zu Markte tragen, will meinen, sich tätowieren lassen – siehe die Abbildung!

Tätowierungen sind keine Erfindung der Neuzeit oder gar einseitige Zeichen in der westlichen Welt. Schon Ötzi, die 5300 Jahre alte Gletschermumie, hatte geritzte Zeichen in seiner Haut. Auch in Japan waren Tätowierungen in der Edo-Zeit (1603 -1868) sehr beliebt, besonders bei Prostituierten und Arbeitern. Später, ab dem Jahr 1720 wurden im Lande der aufgehenden Sonne dann Kriminelle offiziell tätowiert als sichtbare Brandmarkung für böses Tun, sodass Gangster sich nicht mehr in die Gesellschaft integrieren konnten, was zur Bildung einer eigenen Schicht geführt hat, den berühmten Yakuza.

In der westlichen Welt waren Tätowierungen früher einmal das Stigma von Seeleuten und Sträflingen. Und die Hautbemalung gewann in den 1990er Jahren  an Beliebtheit bei Jugendlichen und Erwachsenen bis in die heutige Zeit. Wobei nicht mehr von Tätowierungen gesprochen wird sondern von Tattoos.

Ich schätze Tätowierungen – jedoch vorrangig als Kennzeichnung von Hunden oder Katzen. Allerdings: So lange das nebenstehende Schild vom Laden am Rondeel nicht entfernt wird, glaube ich nicht, dass man in diesem Tattoo-Studio auch Hunde tätowiert.

Okay, okay, ich will kein Spießer sein! Auch den menschlichen Körper kann ein dezentes, gut gemachtes Tattoo durchaus schmücken, was in meinen Augen jedoch nur selten zu beobachten ist. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach ist das Anbringen von überdimensionalen Tattoos noch primitiver als das Tragen von zerfetzten Jeans, denn letztere kann man schließlich wieder flicken oder ablegen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 8. Januar 2019

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