Ahrensburg: „Von einer solide aufgestellten Stadt zur höchstverschuldeten Kommune Stormarns“

In der Stadtverordneten-Versammlung ist einmal folgender Ausspruch entstanden: „Ahrensburg hat kein Einnahmeproblem – Ahrensburg hat ein Ausgabenproblem“. Was meint: Die Stadt hat gute und steigende Einnahmen durch Gewerbesteuern, aber die Verwaltung gibt mit Hilfe der Politiker weit mehr Geld aus als die Einnahmen es einem vernünftigen Kaufmann erlauben würden. Und „Ahrensburg macht viel mehr Schulden als bisher geplant“, so berichtet es uns heute das 3. Buch Abendblatt – siehe Abbildung!

Ich zitiere aus dem Beitrag einen Absatz, der die ganze Misere in zwei Sätzen offenbart: „’Noch mehr Sorge machen die enormen Investitionspläne der Jahre 2020 bis 2022, die nur zu realisieren sind, wenn wir Jahr für Jahr Kredite von zehn Millionen Euro aufnehmen werden’, sagte Egan. Ahrensburg würde von einer solide aufgestellten Stadt zur höchstverschuldeten Kommune Stormarns.“

Warum diese bewusste Verschuldung? Schuld daran sind nicht zuletzt die gewaltigen Investitionen der Stadtwerke Ahrensburg. Ein städtisches Unternehmen, das in meinen Augen bereits seit längerer Zeit ziemlich irre geführt wird und als freies Wirtschaftsunternehmen vermutlich schon längst in Konkurs gegangen wäre. Stattdessen geht Horst Kienel, pensionierter Beamter der Stadt und immer noch Geschäftsführer der Stadtwerke Ahrensburg, dort in die Vollen, investiert Millionen in den Ausbau des Glasfasernetzes und hat Nahwärmenetze angekauft. Mit Millionen Geldern, die er nicht erwirtschaftet hat, sondern die von der Stadt durch Kredite finanziert werden müssen. Und Verwaltung und Politiker haben das fröhlich abgenickt ohne zu hinterfragen, ob und wann hier jemals ein Return on Investment erfolgen kann.

Nach meiner Beobachtung hat Horst Kienel schon seit Jahren absolute Narrenfreiheit. Wer kontrolliert diesen Mann überhaupt? Wenn man auf der Homepage der Stadt Ahrensburg nachschaut, wer im Aufsichtsrat der Stadtwerke Ahrensburg sitzt, bekommt man die Antwort: „Keine Angaben zum Gremium gefunden“– siehe die Abbildung rechts! Richtig gespenstisch schaut das aus für den gemeinen Bürger, wenn der das alles so verfolgt. Und Horst Kienel sieht sich selbst als der Heilsbringer, wenn Sie sich sein Porträt aus seiner Eigenwerbung in „Der Bringer“, seinem persönlichen „Magazin“, bitte mal anschauen wollen, wo er den Bürgern auf deren Kosten „eine besinnliche Adventszeit“ wünscht. Das ist in meinen Augen der reinste Hohn angesichts des Schuldenberges, auf dem unsere Stadt sitzt.

Letzter Satz im Beitrag aus dem 3. Buch Abendblatt: „Die Stadt tilgt 400.000 Euro Schulden vorzeitig.“ Begreifen kann ich das nicht, denn man verschuldet sich auf der einen Seite mit zig Millionen und zahlt auf der anderen Seite 400.000 Euro vorzeitig zurück. (Meine Vermutung: Diese 400.000 Euro stammen aus der Summe von 500.000 Euro, die die Stadt vom Lindenhof-Investor kassiert hat für die Schaffung von Ersatzparkplätzen. Oder wo ist diese Kohle abgeblieben? Vielleicht beim „Bringer“ Horst Kienel, damit der damit tüchtig Reklame machen kann…?)

Es wird höchste Zeit, dass die Politiker der Stadt aufwachen und zu retten versuchen, was noch zu retten ist. Horst Kienel gehört nach meiner Meinung nicht dazu; der Mann ist nicht mehr zu retten.

Postskriptum frei nach Karthago: Und seit über vier Jahren zahlen wir Hundertausende Euro für ein Ahrensburger Stadtmarketing, das es gar nicht gibt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. Dezember 2018

8 Gedanken zu „Ahrensburg: „Von einer solide aufgestellten Stadt zur höchstverschuldeten Kommune Stormarns“

  1. Peter Holzer

    Vielleicht hat der Herr Kienel einen Freibrief, weil er aus seiner Zeit als Kämmerer etwas weiß, was wir Bürger nicht wissen sollen? 😉

  2. A. Bürger

    Jetzt ist mir auch klar, warum man das Rathaus blau angestrahlt hat. Damit der Schuldenturm für den Bürger freundlicher erscheinen soll. Hat ja auch bloß 25000 Piepen gekostet. :–(

  3. Frau Behnemann

    Wenn ich das richtig lese und verstehe, dann liegen die Einnahmen aus Gewerbesteuer 2018 „um sieben Millionen über dem Plan“, aber trotzdem müssen Millionen-Kredite aufgenommen werden. Kann mir der Finanzfachmann und Vorsitzer des Finanzausschusses, Herr Peter Egan von der WAB, das bitte mal mit ganz einfachen Worten erklären? Und wer haftet eigentlich über die verfehlte Finanzpolitik der Stadt? Vielleicht der „Blaumann“?

  4. Johannes

    Die Kosten für die Stadtwerke und das nicht vorhandene Stadtmarketing sind nur ein Bruchteil dessen, was die Stadtverordneten mit der Zustimmung zu der so genannten Stadtverschönerung angerichtet haben. Kein Bürger hat so etwas bestellt, kein Bürger will so es etwas haben. Trotzdem werden in den kommenden 10 bis 15 Jahren an die 60 Millionen Euro für die „Stadtverschönerung“ ausgegeben. Bereits die Planungen dürften Millionen verschlungen haben incl. der Gehaltskosten für die hiesigen Stadtplaner, die ihre Arbeitszeit seit Jahren mit einem derartigen Unfung zubringen.

  5. K. Schäfer

    Guten Tag, Frau Behnemann. Woher wissen Sie, dass Herr Egan von der WAB Finanzfachmann ist? Wenn ja, welche fachlichen Voraussetzungn bringt er dafür mit?

    1. Frau Behnemann

      @K. Schäfer – so erzählt man sich in der Stadt. Und auch Herr Egan erzählt das immer wieder. Die Voraussetzungen, die er mitbringt, kenne ich nicht, aber bestimmt ist er Banker. Oder studierter Betriebswirtschaftler. Oder beides. Oder ein Hochstapler.

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