Anzeigenblatt MARKT & Flora-Apotheke: Eine ziemlich dubiose Promotion mit Schüßler-Salzen

Im aktuellen MARKT findet der Leser eine redaktionell aufgemachte Anzeige der Flora-Apotheke, wo Schüßler-Salze promotet werden. Und das ist mehrfach unlauter. Zum einen steht nicht der vorgeschriebene Hinweis „Anzeige“ über dieser Werbung. Und zum anderen wird hier meiner Meinung nach eine mögliche Heilung von Krankheiten durch Einnahme von Schüßler-Salzen nach einer Antlitzdiagnose angezeigt. Was laut Arzneimittelgesetz verboten ist.

Der homöopathische Arzt und Biochemiker Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) hat sich die Therapie mit den nach ihm benannten Schüßler-Salzen ausgedacht. Dazu gehört auch eine sogenannte „Antlitzdiagnose“ oder „Antlitzanalyse“. Schüßler glaubte im vorletzten Jahrhundert, Krankheiten entstünden durch Mangel an verschiedenen Mineralien, was man aus dem Gesicht des Menschen ablesen kann wie aus einem Bilderbuch.

Durch Einnahme homöopathischer Dosen der Salze sollen laut Schüßler die Körperzellen alle fehlenden Mineralien direkt ins Zellinnere aufnehmen können. Diese seine Idee hat keine belegbare Grundlage, und eine Wirksamkeit der Schüßler-Salze konnte bis heute nicht nachgewiesen werden.

Ich zitiere aus Wikipedia: „Die Antlitzanalyse beschäftigt sich mit der Feststellung dieser angeblichen Mineralstoffmängel im menschlichen Organismus. Auch hier gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass diese Diagnosemethode tatsächlich zur Erkennung von Krankheiten dienen kann.“

Zu beachten ist außerdem, dass die Flora-Apotheke in ihrer Reklame anzeigt: „Eine vorherige Anmeldung ist unbedingt erforderlich“. Auf diese Weise bekommt der Apotheker die Namen potentieller Schüßler-Kunden, die er anschließend „versalzen“ kann. Und er könnte durch eine Anmeldung auch verhindern, dass bekannte Kritiker der Heilpraktikerin Maria Lehrke in diese Veranstaltung kommen und der Dame bei ihrem Vortrag ein paar peinliche Fragen stellen. 😉

Postskriptum: Würde eine Antlitzdiagnose tatsächlich funktionieren, meine lieben Mitbürger, dann wäre das natürlich supertoll! Weil eine solche Diagnose auch online passieren könnte, sodass wir nicht mehr so lange unnötig in Wartezimmern der Ärzte herumsitzen müssten!

Und wenn Politiker dann vor die Fernsehkameras treten und irgendwas Dummes erzählen, dann könnte ein Gesichtsdiagnostiker uns gleich erklären, dass die Damen und Herren möglicherweise an Blähungen leiden, die zu verbaler Flatulenz geführt haben könnten! 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 13. September 2018

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