Redaktionelle Reklame im 3. Buch Abendblatt

Eigentlich ist es in einem Zeitungsverlag ja so: Die Redaktion macht den redaktionellen Teil der Zeitung, die Anzeigenabteilung sorgt für die Anzeigen im Blatt. Bei der Stormarn-Beilage im Hamburger Abendblatt indes macht die Redaktion die Werbung. Und die ist redaktionell gestaltet, ohne dass das Wörtchen „Anzeige“ darüber abgesetzt ist.

aus: Hamburger Abendblatt

Heute finden wir auf der ersten (!) Seite die Werbung für einen neuen Rewe-Markt am Erlenhof. Dass der Supermarkt dort entstanden ist, das ist absolut nicht neu, denn darüber wurde schon in Vergangenheit berichtet. Und die Werbung geht weiter für den Investor der neuen Gebäude, wo weitere Wohnungen für betuchte Menschen angeboten werden.

Und damit die Bewohner auf dem Erlenhof autark sein sollen, entstehen neben dem Supermarkt auch noch eine Apotheke, ein Bäcker und Arztpraxen, sodass die Bewohner nicht in die Innenstadt kommen müssen. Vermutlich kommen auch bald noch ein Telefonladen, ein Friseur und ein Optiker dazu. Und ein AWO-Laden natürlich. Und irgendwann bekommt die Ahrensburger Trabantenstadt wahrscheinlich auch noch ein eigenes Rathaus mit einem eigenen Bürgermeister und ein eigenes Kino mit Popcorn und Nachos. 😉

aus: Hamburger Abendblatt

Und dann finden wir im 3. Buch Abendblatt auch noch eine Stellenanzeige der AOK. Auch die ist redaktionell gestaltet, ohne den Hinweis „Anzeige“. Warum die Redaktion sich dafür zuständig fühlt, für die AOK neue Mitarbeiter anzuwerben, vermag ich nicht zu sagen. Vermutlich ein Freundschaftsdienst.

Und weil es redaktionell aus dem Kreis Stormarn so wenig Neues zu berichten gibt, fuhr die Stormarn-Redaktion nach Appen. Das ist eine kleine Gemeinde im Kreis Pinneberg. Und dort „können Sie was erleben“, erfahren wir von einer Reporterin mit Namen Bianca Bödecker – siehe die Abbildung rechts!

Auch für den Hansa-Park wird heute noch ein bisschen auf die Werbetrommel geschlagen in Zusammenhang mit Glinde. Dass der Artikel außerhalb von Glinde keine Sau interessiert, schert die Redaktion wenig. Vermutlich wird ein Mitarbeiter sogar nächste Woche nach Sierksdorf fahren, um dort über den Einmarsch der Glinder in den Hansa-Park zu berichten – wetten, dass…!?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. August 2018

4 Gedanken zu „Redaktionelle Reklame im 3. Buch Abendblatt

  1. MIa

    Moin Herr Dzubilla, mich wundert es schon, dass Sie über die Eröffnung eines neuen Einkaufcenters so ein großes Brimborium machen. Sie bezeichnen den Erlenhof als Stadteil für Reiche, Familien, die um Kita Plätze „jammern“. Dass die Menschen am liebsten autark leben würden und keinen Anschluss zur Innenstadt wollen.
    Dass es generell in Schleswig-Holstein ein Mangel an Kitaplätze gibt, ist nicht neu.
    Dass sich eine Stadt, wie Ahrensburg entwickelt, die Einwohnerzahl wächst und dies zufolge auch ein Infrastruktur benötigt, ist auch klar.
    Haben Sie schon jemals einen Einwohner aus dem Erlenhof interviewt? Oder ist es nur ein subjektiver Eindruck den Sie von dem „Viertel für Reiche“ aus den verschiedenen Abendblättern haben.
    Ich wohne in diesem bunten Viertel. Tatsächlich wohnen dort viele junge Familien aus der Mittelschicht, die einfach mehr Lebensqualität für sich und Ihre Kinder in dieser Stadt gesucht und gefunden haben.
    Freundliche Grüße, Mia L.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Hallo Mia! Vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie scheinen aber etwas in meinem Blogeintrag „überlesen“ zu haben. 1. Das „Brimborium über die Eröffnung eines neuen Einkaufszentrums“ hat das Hamburger Abendblatt mit seinem heutigen Bericht veranstaltet, weshalb ich die Redaktion ja in meinem Blogeintrag kritisiert habe. 2. Ich habe nicht geschrieben, dass die Menschen auf dem Erlenhof „am liebsten autark leben würden“, sondern ich habe geschrieben, dass sie das offenbar sollen, denn wozu sonst entsteht dort ein Einkaufscenter, das es in anderen Stadtteilen nicht gibt?! 3. Dass Ahrensburg mit dem Erlenhof viel zu hastig gewachsen ist, weshalb es mit der Infrastruktur inkl. Kita nicht geklappt hat, habe ich schon vor Baubeginn geschrieben. 4. Den „Mittelstand“ erkennt man u. a. auch daran, dass beide Elternteile mitarbeiten müssen, um den Wohnraum zu finanzieren. Diese „Mitarbeit“ kann auch zu Lasten von Kindern und deren Lebensqualität gehen, wenn die Kleinen nicht betreut, sondern nur beaufsichtigt werden. 5. „Lebensqualität in dieser Stadt“ gibt es Ihrer Meinung nach nur in dem „bunten Viertel“ Erlenhof?
      Liebe Grüße von der anderen Stadtseite – Harald D.

      Postskriptum: Ein Blogger muss keine Interviews machen; Sie haben Ihre Meinung doch auch kundgetan, ohne dass ich Sie interviewt habe.

      1. Mia

        Hallo Herr Dzubilla,

        1. das Abendblatt hat meiner Meinung nach nur ein paar Fakten zum neuen Erlenhof Center dargelegt. Aus Ihrem Blog lese ich jedoch, dass sich wohl die Erlenhof -Bewohner am liebsten in Ihr Quartier zurückziehen würden , und jeglichen Kontakt mit der Stadt vermeiden wollen, da wir ja die Reichen neu zugezogenen sind. (Letztere Behauptung ziehe ich aus einem anderen Ihrer Blogposts.) Auch wenn Sie es nicht direkt so schreiben, kann man es doch eindeutig aus Ihrer Schreibweise herauslesen. Hier ein Ausschnitt von Ihrem Kommentar zu dem Artikel: „…Vermutlich kommen auch bald noch ein Telefonladen, ein Friseur und ein Optiker dazu. Und ein AWO-Laden natürlich. Und irgendwann bekommt die Ahrensburger Trabantenstadt wahrscheinlich auch noch ein eigenes Rathaus mit einem eigenen Bürgermeister und ein eigenes Kino mit Popcorn und Nachos…..“

        Bedenken Sie, dass das Erlenhof- Center auch die Einwohner des Gartenholzes bedienen wird. Sind diese dann auch nicht mehr auf die Läden/Ärzte etc. der Innenstadt angewiesen?

        Meiner Meinung denken Sie nicht zeitgemäß. Zu Punkt 4. Das beide Elternteile arbeiten müssen ist doch heutzutage auch nichts Neues. Wohnraum hat sich nun mal überall verteuert. Demzufolge müssen oft beide Elternteile arbeiten. Dies bedeutet kein Verlust der Lebensqualität! Kinder können trotzdem gut betreut werden. Es ist sogar förderlich, dass Kinder in Kitas gehen. Sei es für Ihre Entwicklung und soziales Verhalten. Betreuung in den Kitas ist natürlich ein anderes Thema….
        Zu Punkt 5, Sie habe wohl auch etwas „überlesen“, ich habe nicht geschrieben, dass es Lebensqualität NUR im Erlenhof gibt, sondern in dieser STADT. Meine Worte waren diese:
        „Tatsächlich wohnen dort viele junge Familien aus der Mittelschicht, die einfach mehr Lebensqualität für sich und Ihre Kinder in dieser Stadt gesucht und gefunden haben.“

        Letztendlich habe ich mich zu Ihrem Blog/s geäußert, da ich es schade finde, dass Sie die (Bewohner) des Erlenhofs teilweise falsch darstellen. Einen falschen Eindruck vermitteln.
        Es gibt nur eine virtuelle Grenze zwischen Ihnen und mir 😉 Ahrensburger sind wir beide!
        Freundliche Grüße, eine Mitbürgerin

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