Gibt es eine moralische (?) Pflicht, mit Menschen aus fremder Kultur Wand an Wand zusammenleben zu müssen?

Großer Wirbel im 3. Buch Stormarn wurde in der vergangenen Woche gemacht, weil ein Ahrensburger Wohnungsvermieter nach Zusage dann doch nicht mehr an eine Migranten-Familie vermieten wollte, obwohl die Agentur für Arbeit die Kosten für die Miete übernommen hätte. Der Grund: Andere Bewohner des Hauses wollten keine fremde Kultur in ihrem Wohnhaus haben. Die Meinungen von nichtbetroffenen Bürgern darüber waren geteilt, von Verständnis bis zum Protest reichten die Kommentare. Und der Protest gegen die Entscheidung des Wohnungseigentümers im 3. Buch Stormarn kam hauptsächlich von Vertretern der politischen Parteien und vom Bürgermeister persönlich. Fazit: Wer nicht Tür an Tür mit Migranten aus fremder Kultur leben möchte, der wird kurzerhand als Rassist abgestempelt.

aus: Hamburger Abendblatt

„Ahrensburger schockiert über den Umgang mit Flüchtlingen“, schrieb die Redaktion vom 3. Buch Abendblatt, wo ich noch nie einen Beitrag gelesen habe unter der Überschrift: „Ahrensburger schockiert über den Umgang von Flüchtlingen mit Ahrensburgern“. Warum erscheinen solche Beiträge eigentlich nicht…? Weil die Redaktion dann damit rechnen muss, in eine rassistische Ecke gestellt zu werden…?

Auch auf einem sozialen Netzwerk wurde über den Wohnungsfall pro und kontra diskutiert, nicht zuletzt von Politikern wie Ali Haydar Mercan (Die Linke) und den Grünen Jörg Hansen und Christian Schmidt, die alle drei die Absage des Vermieters verurteilen. Und: Es steht dort auch eine Aussage, dass die betroffene Familie inzwischen statt der Wohnung ein Haus in Ahrensburg beziehen kann. Das kann aber nicht sein, denn dann hätte die Redaktion vom 3. Buch Stormarn darüber spätestens heute groß berichtet.

Postskriptum: Ich kenne einen Ahrensburger, der hat sich als Rassist geoutet. Er wollte nämlich verhindern, dass Ali Haydar Mercan einen Platz in der Ahrensburger Stadtverwaltung bekommt, weil ihm die persönliche Lebenseinstellung dieses Mannes nicht gefällt. Und deshalb hat er ihn bei der Kommunalwahl nicht gewählt, sondern er hat seine Stimme an Christian Schmidt gegeben, einen deutschen Politiker ohne Migrationshintergrund.

Ich vermute, dass alle Ahrensburger Fraktionsvorsitzenden entsetzt sind über dieses rassistische Wählerverhalten. Und der Bürgermeister ist bestimmt empört über solche Handlungsweise und verbrüdert sich sogleich mit Ai Haydar Mercan, der sich doch schließlich besonders für Migranten einsetzt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 31. Juli 2018

5 Gedanken zu „Gibt es eine moralische (?) Pflicht, mit Menschen aus fremder Kultur Wand an Wand zusammenleben zu müssen?

  1. Nuppi

    Wir sind so stolz auf unsere Demokratie. Und nicht weniger stolz auf unsere gesetzlich garantierte Meinungsfreiheit. Und wenn jemand seine Meinung frei äußert, dass er/sie Frauen als unangenehm empfindet, die hierzulande in schwarzen Kopftuchgewändern herumlaufen, um sich von unserer westlichen Gesellschaft sichtbar zu unterscheiden – oder warum auch sonst immer – dann gerät man schon in den Verdacht, ein Rassist zu sein.

    Was wäre, wenn Afrikaner zu uns flüchten würden, die Tellerlippen als Schönheitssymbol für ihre Frauen empfinden – würden wir sie in unserer Gesellschaft dann akzeptieren und bedingungslos in unsere Wohnhäuser einziehen lassen? Falls nein: warum nicht? https://www.google.de/search?tbm=isch&source=hp&biw=1478&bih=1043&ei=KI9gW_3lEdLSwALA5bqQAQ&q=Afrika+Tellerlippen&oq=Afrika+Tellerlippen&gs_l=img.3…3784.8766.0.9374.19.13.0.6.6.0.58.432.13.13.0….0…1ac.1.64.img..0.18.456…0j0i10k1j0i30k1j0i8i10i30k1j0i8i30k1j0i24k1.0.XrqtnmLe-6o

  2. Niaelz

    Extreme…

    Extreme Beispiele werden gerne herangezogen, um über die Vorstufen hinwegtäuschen oder davon abzulenken.
    Das Beispiel mit den Tellerlippen ist einfach albern und infantil.
    Sich darüber zu beklagen, in den Verdacht zu kommen, ein Rassist zu sein ist auch nichts weiter als eine Ablenkung von der Tatsache, dass es sich bei der ursprünglich geschilderten Situation schlicht und einfach um Fremdenfeindlichkeit handelt.

  3. ma ra

    Was darf denn stören? Amis feiern laut, Australier sind besoffen, Moslems stören sowieso…

    Und ich habe gehört es soll auch zwischen Männern und Frauen so manchen kulturellen Unterschiede geben.

    Grüße aus der großen Stadt, wo man zumindest versucht friedlich zusammen zu leben.

  4. Stormarnerin

    Unsere wertvolle Meinungsfreiheit wird zur Zeit schamlos missbraucht und synonym gesetzt mit: ich darf sagen WAS ich will. Das stimmt so nicht. Da gibt es gesetzlich geregelte Grenzen. Wir sind eine Demokratie und ein Rechtsstaat. Menschen das Wohnen zu verbieten, weil sie eine andere Kultur haben ist in der Tat ausschließlich fremdenfeindlich und ein Armutszeugnis. Und mit welcher Begründung?
    Es ist eine infantile diffuse Angst. Das reicht aber nicht, um eine Demokratie am Leben zu halten. Und es reicht schon gar nicht, um die so gern zitierte Meinungsfreiheit, zu bewahren. Wenn diese nicht mehr existiert, dann haben wir Grund zum Jammern und dann wird es uns dreckig gehen.
    Diese Abwehr insbesondere gegen syrische Flüchtlinge kommt einem Verleugnen des dortigen Krieges gleich.

    Das Wort Rassismus wird in diesem Beitrag unterstellenderweise verwendet. Das ist subtil, raffiniert, suggestiv und damit hoch manipulativ.
    Und ich frage mich, welches Ziel mit diesem BLOG Beitrag erreicht werden soll.

    Im Übrigen: ja, wir sind moralisch verpflichtet, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen und neben uns wohnen zu lassen. Weil wir Menschen sind und nicht primär Deutsche. Wie können sich Deutsche so in Sicherheit wiegen. Schon mal drüber nachgedacht, wohin wir im Krisenfall fliehen könnten?

    1. Cool

      Vielen Dank für diesen Kommentar!
      Hoffentlich lesen ihn viele, besonders die, die vom Beitrag im Markt nur die Überschrift gelesen haben.
      Dort werden nämlich nicht die Menschen in Ahrensburg verurteilt, sondern zum verständnisvollen und friedlichen Miteinander aufgerufen. Was kann daran falsch sein?

      Und ja, nicht nur der Rassismus ist ein Problem, auch die Verharmlosung stärkt den Rassismus.

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