Die WAB und der Lärmschutz: Ein Wahlprogramm mit Fragezeichen

Ich gebe zu, dass ich mitunter etwas schwer von Begriff bin. So fand ich im Wahlprogramm der WAB drei Aussagen zum Thema Lärmschutz in Ahrensburg, über die ich lange nachgedacht habe. Diese drei Aussagen gebe ich nachfolgend zu Kenntnis und versehe sie mit meinen persönlichen Kommentaren. Alsdann:

Die WAB: „Wir wollen keine 6 m hohen Lärmschutzwände an den Sichtachsen der Innenstadt und fordern die Verlegung des Ausweichgleises für den Güterverkehr aus dem Stadtgebiet.“

Mein Verständnis: Wenn kein Ausweichgleis für den Güterverkehr ins Stadtgebiet verlegt wird, brauchen wir auch keine neuen Lärmschutzwände.

Die WAB: „Wir unterstützen alle Initiativen zur Minimierung des Güterverkehrs durch Wohngebiete zwischen Hamburg und Lübeck.“

Mein Verständnis: Wenn der jetzige Güterverkehr durch Ahrensburg minimiert wird, genügen die derzeitigen Lärmschutzmaßnahmen.

Die WAB: „Wir befürworten den Bau der S4, ohne den es keine neuen Lärmschutzmaßnahmen gäbe.“

Mein Verständnis: Hä…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. April 2018

17 Gedanken zu „Die WAB und der Lärmschutz: Ein Wahlprogramm mit Fragezeichen

  1. Martens

    Da schließe ich mich sogleich an und bitte um Aufklärung, warum der Bau der S-Bahn neue Lärmschutzmaßnahmen benötigt. Vielleicht während der Bauarbeiten, wenn die besonders lautstark sind? Und Ahrensburg benötigt eine S-Bahn wegen der Lärmschutzmaßnahmen???

  2. Casa Nova

    Hallo Herr Egan, verraten Sie uns doch mal, welche Partei in Ahrensburg die anvisierten 6 Meter hohe Lärmschutzwände will, damit wir Ihre Position richtig einordnen können. Die anderen Parteien wollen übrigens Sonnenschein über Ahrensburg. Wie sieht es damit bei der WAB aus?

  3. Jan

    Sehr geehrter Herr Dzubilla,
    allgemeine Erläuterungen zum Ausbau der S4 gibt es unter https://www.s-bahn-4.de/de/.
    Grob vereinfachend läßt sich Folgendes sagen:
    1.) Die bestehende Bahnstrecke Hamburg-Lübeck ist grundsätzlich für den leisen Personen- und lauten Güterschienenverkehr ausgelegt.
    2.) Die Güterschienenverkehr über die alte Vogelfluglinie mit Fährschiffen war nach dem Bau der neuen Brücken in Dänemark über den Belt rückläufig.
    3.) Wenn die feste Fehmarnbeltquerung kommen sollte, ist wieder mit verstärktem Schienengüterverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck zu rechnen.
    4.) Der Hamburger Hauptbahnhof befindet sich schon jetzt am Rande der Kapazitätsgrenze, wobei auch der geplante Wegfall des Bahnhofs Altona eine verstärkende Rolle speilt
    5.) Verstärkter Schienengüterverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck würde zwangsläufig zu Engpässen führen.
    6.) Daher die Überlegung der DB Netz AG, den leisen Personen-Schienenverkehr auf 2 neuen separaten Gleisen von Hamburg bis Ahrensburg bzw. Gartenholz zu führen, um wieder Kapazitäten für den lauten Güter-Schienenverkehr zu schaffen.
    7.) Der Neubau zweier Gleise für den leisen Personen-Schienenverkehr am Tage ermöglicht eisenbahnrechtlich erst den Bau von Schallschutzwänden für den lauten Güter-Schienenverkehr, der zukünftig bei Nacht unsere schöne Stadt durchqueren wird.
    8.) Auf den kostspieligen Neubau diverser Brückenbauwerke auf Ahrensburger Stadtgebiet, die zu einem Drittel von Ahrensburg bezahlt werden müssen und nach Fertigstellung vollständig in den Unterhalt (und zukünftigen Neubau) der Stadt fallen, sei hier nur am Rande hingewiesen.
    9.) Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens (PFA 1 bis PFA 3) wurde eine großräumige Umfahrung des zu erwartenden lauten Schienen-Güterverkehrs über die Strecke Lübeck-Büchen-Lüneburg von der DB Netz AG bisher nicht geprüft.
    10.) Soll heißen, in Ahrensburg könnte alles so bleiben, wie es ist, wenn der laute Schienen-Güterverkehr zu einem Großteil (70%) großräumig über die Strecke Lübeck-Büchen-Lüneburg umgeleitet werden würde.
    11.) Wir bräuchten keine weiteren Gleise bis Ahrensburg und könnten die S-Bahn in Rahlstedt enden lassen, um ab Rahlstedt auf Hamburger Stadtgebiet die Anwohner mit der Bahn fahren zu lassen.
    12.) Ab Ahrensburg bzw. Bad Oldesloe würde die Regionalbahn mit schnellen Doppelstock-Triebwagen fahren, die in Rahlstedt halten und dann bis Hauptbahnhof durchfahren könnte. Der schnelle Regionalexpress aus Lübeck würde weiterhin fahren und in Ahrensburg halten.
    13.) Mit diesem Verkehrskonzept (Schnell-Langsam), ausgearbeitet von Hrn. Prof. Hummeltenberg und vorgestellt auf der letzten Einwohnerversammlung, bräuchte es bei verbeserter Anbindung keine die Stadt und die Landschaft zerschneidenden Lärmschutzwände und keine neuen für die Stadt kostspieligen Brücken.
    14.) In der Politik und Verwaltung wurde diese Möglichkeit m.M.n. bisher nicht richtig wahrgenommen.
    15.) Eisenbahnrechtlich wirksame Einwendungen im Planfeststellungsverfahren wurden seitens der Stadt bisher nicht vorgenommen. Statt dessen beschränkt man sich auf eine rechtlich kaum wirksame Resolution und die Mitarbeit in einer Lenkungsgruppe, welche die Planung der DB Netz AG lediglich begleitet.
    16.) Insofern könnte man durchaus behaupten, dass die Interessen der Stadt zum jetzigen Zeitpunkt nicht vertreten werden.
    17.) Spätestens im Anhörungsverfahren zum PFA 2 müssen seitens der Stadt eisenbahnrechtlich wirksame Einwendungen vorgebracht werden, um eine Zerschneidung der Stadt mit Lärmschutzwänden bei deutlich verstärkten nächtlichem Güterverkehr und hohen zukünftigen finanziellen Belastungen zu vermeiden.
    Ist kompliziert, muß aber gemacht werden.
    Jan

  4. Peter Egan

    Dank an Jan. Klingt kompliziert, ist aber so.
    Zu unserem Wahlprogramm und den Häs des Bloggers:
    Ohne den Neubau von Gleisen ist die DB nicht zu Lärmschutzmaßnahmen verpflichtet. Die DB könnte also den Güterverkehr weiter wachsen lassen ohne Lätmschutz anzubieten. Nur der Bau der zwei S4-Gleise verändert die Anlage und zwingt die DB zu aktivem und passivem Lärmschutz.
    Aktuell gibt es auf Hühe des Bahnhofs Ausweichgleise, auf dem schnelle Güterzüge langsame Güterzüge überholen können, und das mitten in unserer Stadt. Dieses Ausweichgleis muss nach außerorts verlegt werden.
    Die großflächige Verlegung des Güterverkehs in dünn besiedelte Landesteile über Büchen unterstützen wir sofort. Das meinen wir mit Minimierung des Güterverkehrs durch Ahensburg.
    Das von Jan angesprochene Konzept, die S4 nu bis Rahlstedt zu führen ist uns bekannt, aber wir wissen auch, dass die Nah-SH dagegenhält, sie brauche die zusätzliche S4-Kapazitäten, da auf der Regionalachse HH-Ahrensburg-Bad Oldesloe die Bevölkerung erheblich zunehmen wid und daher größere ÖPNV-Kapazitäten gebraucht werden.
    Ist kompliziert, ist aber so

    1. H.J. Lange

      Hallo Herr Peter Egan,
      würde die S4 wie geplant bis Ahrensburg gebaut, würde es in Höhe des vorhandenen U-Bahnhofes Ahrensburg-West eine neue S-Bahnstation geben.
      Dieser “Knoten” bietet a) genau dort b) naheliegend c) die von mir seit 2008 öffentlich vorgestellte Möglichkeit, “1000” Wohneinheiten zu errichten und damit d) “bezahlbaren Wohnraum” in ungeahnter Anzahl, und zwar e) ideal in direkter Nähe gleisgeführter Infrastruktur aus U- und S-Bahn.
      Klingt einfach – ist es auch – aber als Vision in Ahrensburg leider nicht erwünscht.
      Nachfrage bei mir.
      HJL

        1. H.J. Lange

          Gerade Sie, lieber Herr Egan, werden die Sinn- und Hilflosigkeit des Wahlplakates “Stadt für alle” erkennen. Denn Verwaltung, Politik und Medien haben keinen andauernd bemühten Dialog mit den Bürgern geführt, etwa über Städteplanung.
          Ein in dieser Hinsicht wirres Ergebnis ist im nächsten Kommentar von Observator nachzulesen: Nach Belieben werden Begriffe verwechselt und durcheinander gebracht. Es fehlen die Grundlagen.
          Überraschend dagegen der Kirchengemeinderat der ev.-luth Kirchengemeinde. Er berichtet im aktuellen = eigenen “Kirchenblatt” den Mitgliedern zunächst einmal über die derzeitigen Bauprojekte: Absolut neu.
          Auch diese Oberen müssen bei Null anfangen, um den negativ entscheidenden Graben zu Denen-da-oben zu verringern.
          Jan oben bringt nüchterne Fakten.
          Bitte Herr Egan, erklären Sie uns einfachen Leuten die Bedeutung, den Unterschied zwischen “Konversion” und “Konversation” und den Bezug zum Städtebau ?
          HJL

          1. Observator

            Völlig klar, Herr Lange, Ihnen kommt alles “wirr” vor, was Ihrer Meinung widerspricht. Aber ich spreche als Ahrensburger Bürger für Ahrensburg. Und Sie? Sind Sie es möglicherweise, der die Grundlagen verwechselt?

          2. Pater Noster

            Ich befürworte es, dass Herr Lange in diesem Zusammenhang auf die Kirche verweist. Der Mensch sollte immer zur Kirche kommen, wenn er im weltlichen Leben nicht mehr weiter weiß, wo und worauf er bauen soll. Und was “Konversion” und “Konversation” betrifft, Herr Lange, so lässt sich das schnell googeln. Oder fragen Sie Alexa! Die sagt Ihnen auch, dass Ahrensburg keine 1000 neuen Wohneinheiten benötigt. 🙂

    2. Prof. Dr. Wilh. Hummeltenberg

      Sehr geehrter Herr Egan,

      die 16. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verkehrslärmschutzverordnung – 16. BlmSchV) gilt für Schienenwege im Falle eines Baus oder einer wesentlichen Änderung. Eine Änderung ist nach § 1 Abs. 2 wesentlich, wenn der Schienenweg um ein oder mehrere durchgehende Gleise baulich erweitert wird oder durch einen erheblichen baulichen Eingriff der Beurteilungspegel des von dem zu ändernden Verkehrsweg ausgehenden Verkehrslärms um mindestens 3 dB(A) oder auf mindestens 70 dB(A) am Tage oder mindestens 60 dB(A) in der Nacht erhöht wird. Eine Erhöhung um 3 dB(A) entspricht einer Verdopplung der Lärmenergie.

      Im Bf Ahrensburg ist zwar keine bauliche Erweiterung durch zusätzliche Gleise, aber durch die Umwidmung der Gleise 1 – 4 und die Verlängerung von Gleis 5 ein erheblicher baulicher Eingriff geplant. Außerhalb von Bf Ahrensburg soll der Schienenweg im Bereich der Stadt Ahrensburg um ein bis zwei durchgehende Gleise baulich erweitert werden.

      In beiden Fällen wird sich der Beurteilungspegel des von dem zu ändernden Verkehrsweg ausgehenden Verkehrslärms aufgrund des nach FFBQ-Eröffnung zu prognostizierenden SGV-Betriebsmodells um mindestens 3 dB(A) erhöhen, weil sich die Lärmenergie bei einer Steigerung von derzeit ca. 32 Güterzügen pro Tag auf dann 120 – 130 Güterzüge pro Tag (Prognose 2025) bzw. 140 – 150 Güterzüge pro Tag (Prognose 2030) mehr als verdoppeln wird. Wenn die DB Netz AG erklärt, dass sich die Güterzugzahl durch eine Verlängerung der Güterzüge verringern dürfte, ist dies Augenwischerei. Eine Verlängerung wäre für den Beurteilungspegel unerheblich; er ermittelt sich nicht aufgrund der Zuganzahl, sondern aufgrund der Achsenzahl der passierenden Triebfahrzeuge und Waggons!

      Wenn Sie die großflächige Verlegung des Schienengüterverkehrs in dünn besiedelte Landesteile, z.B. über die Ausweich- und Entlastungsstrecke Lübeck – Büchen – Lüneburg, unterstützen, sollten Sie an die Landespolitik konkrete Handlungsaufträge erteilen und eklatante Verfahrensmängel bei Planung und Prognose anprangern! Auch wäre es hilfreich gewesen, wenn Sie oder die WAB im Anhörungsverfahren zu Planfeststellungsabschnitt (PFA) 1 Einwendungen erhoben und anschließend wirkungsvoll verteidigt hätten. Beim Erörterungsverfahren zu PFA 1, das am 9. April 2018 in der Katholischen Akademie Hamburg begann, waren am ersten Tag 3 Bürger aus Ahrensburg anwesend. Vertreter aus Politik und Stadtverwaltung von Ahrensburg suchte man vergebens!

      Wie Jan richtig bemerkt, ist es noch nicht zu spät! Ich empfehle, die Bürger rechtzeig auf mögliche Einwendungen in den Anhörungsverfahren zu PFA 2 und 3 hinzuweisen und sie durch Muster-Formulierungen zu unterstützen. Bei PFA 2 sind die Ahrensburger Bürger direkt betroffen, da Bf Rahlstedt an der Fernbahnstrecke aufgelassen werden soll. Ein Umsteigen zwischen RB81 und S4 in Rahlstedt wäre dann ausgeschlossen:

       Dies würde sich bereits bei einer Teilinbetriebnahme der „S4 erst einmal bis Rahlstedt“ bitter rächen!

       Zweitens wäre die Chance vertan, dass die RB81 nach S4-Inbetriebnahme in einen Metroexpress ohne Halt zwischen Rahlstedt und Hamburg Hbf überführt würde!

      Bei einem Metroexpress würde sich die Fahrzeit nach Hamburg Hbf gegenüber der S4 um 10 Minuten verkürzen! So könnten Pendler aus Ahrensburg und Bargteheide motiviert werden, vom Pkw auf die Schiene umzusteigen, und damit die Verkehrsprobleme in Ahrensburg gelöst werden!

      Zu Ihrem letzten Absatz bemerke ich: Die Sitzplatzzahl ist bei einem DoSto-Elektrotriebzug (DoSto-ET) um ein Drittel höher als bei einem Single Platform S-Bahn-Triebzug (ET 474) vergleichbarer Länge. Wie soll eine S4 besser geeignet sein, eine steigende Nachfrage zu befriedigen, als eine RB81 mit DoSto-ET, wenn beide zwischen Gartenholz und Bad Oldesloe auf der Fernbahnstrecke verkehren – und zwar in NVZ lediglich im 1h-Takt?!

  5. Observator

    Hallo Herr Lange!

    Ich finde, Ahrensburg ist in den letzten Jahren schon mehr als genug gewachsen und randbebaut worden – siehe Erlenhof. Eine weitere Randbesiedelung statt Innenstadtverdichtung wäre meiner Meinung nach Unfug. In dem von Ihnen angedachten Fall wären es Wohneinheiten für Pendler nach Hamburg, die in Ahrensburg günstig im Grünen wohnen und verkehrsgünstig nach Hamburg fahren können, um dort zu arbeiten. Was wir dagegen benötigen, das ist preisgünstiger Wohnraum im Zentrum, aber wir leisten uns den geradezu unverschämten Luxus, genau an dieser Stelle Sportplätze zu behalten, die aus dem vorigen Jahrhundert stammen und heute sehr gut an den Rand der Stadt gelegt werden könnten, was eindeutig nur Vorteile bringen würde. Irgendwann werden die Politiker das auch noch begreifen, notfalls mit Hilfe einer Bürgerinitiative.

  6. Anne Frey

    Herr Lange verweist zurecht auf Ahrensburg-West, indem er schreibt, dass dort bis zu 1000 neue Wohnenheiten möglich sind. Dort handelt es sich gerade nicht um das Bauen auf der grünen Wiese sondern um Nachverdichtung und Umwandlung (Konversion) von ehemals gewerblich genutzten Grundstücken in Bauland.

    Leider scheint den meisten Kommentatoren nicht bekannt zu sein, dass es für Ahrensburg West seit 2010 fertig ausgearbeitete Planungsvorschläge gibt. Der Entwurf dazu ist im Internet zu finden, unter “Ahrensburg Stadteingang West”. Die endgültige Fassug des städtebaulichen Rahmenplans für Ahrensburg-West vom August 2010 ist jedoch nicht im Internet zu fiinden. In diesem Rahmenplan geht es um Teile des Gewerbegebietes West, um den Stadteingang südlich des Friedhofes, um eine mögliche Nachverdichtung in zweiter Reihe in der Hamburger Straße und um das Quartier um den Waldemar-Bonsels-Weg. In diesem Rahmenplan wird auch genau ausgeführt, welche Flächen primär für einen Geschosswohnungsbau geeignet sind. Des Weiteren gibt es in diesem Rahmenplan Vorschläge, wie diese Bebauung schrittweise umgesetzt werden kann. Dabei wird vor allem eine intensive Beteiligung der Öffentlichkeit gefordert. Dazu sollen offene Gespräche mit den bisherigen Eigentümern geführt werden, um deren Einwilligung zu den Planungen zu erwirken. Die Entwicklung dieses Gebietes wäre möglich, ohne die bisherige Infrastruktur zu belasten, da der der U-Bahnhof Ahrensburg-West z.T. fußläufig erreichbar ist.

    Was ist seit 2010 passiert ? Nichts! Der gesamte Rahmenplan von August 2010 ist bis heute nicht veröffentlicht oder der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Die Gebiete werden im neuen Flächennutzungsplan z.T. als weiße Flächen ausgewiesen, d.h. als Flächen, die man im Flächennutzungsplan für die Zukunftsplanung als nicht relevant ausgewiesen hat.

    Die Parteien werden vor der Wahl nicht müde zu behaupten, dass sie bezahlbaren Wohnraum herstellen wollen. Sie haben aber keine Flächen, die dafür geeignet sind, weil die vorhandenen städtischen Flächen fast ausschließlich für hochpreisigen Wohnungsbau überplant wurden/werden. Andererseits werden die Flächen, die für günstigen Wohnungsbau Frage kommen, bei den Planungen von Stadt und Parteien konsequent ignoriert. Solange die Stadt und die Parteien sich aber nicht darum bemühen, den Rahmenplan Stadteingang Ahrensburg-West in Angriff zu nehmen, ist das Versprechen, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, ein ziemlich leeres Versprechen.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Mal ganz pragmatisch: Wenn es der Verwaltung und den Politikern wirklich ernst damit ist, preisgünstigen Wohnraum in Ahrensburg zu errichten, dann muss man das Grundstück Alte Reitbahn nicht an einen Hollywood-Investor verkaufen, sondern beispielsweise an den Verein Heimat. Wenn man aber statt preisgünstige Wohnungen lieber Kino möchte, dann soll man nicht behaupten, die Stadt hätte keine Flächen für preisgünstigen Wohnungsbau.

  7. Anne Frey

    Liebe Leser von Szene-Ahrensburg,
    falls Sie Interesse haben, den Rahmenplan Ahrensburg Stadteingang West selbst kennenzulernen, kann ich Ihnen gern weiterhelfen.
    Die genaue Bezeichnung ist : Ahrensburg Stadteingang West, städtebaulicher Rahmenplan, im Auftrag der Stadt Ahrensburg, Fachdienst Stadtplanung/ Bauaufsicht/ Umwelt , vom August 2010.
    Der Rahmenplan wurde erstellt von Büro Düsterhöft, Architektur und Stadtplanung , Hamburg.
    Bedauerlicherweise liefert der im Internet veröffentlichte Entwurf nur die Planzeichnungen. Der wichtige Textteil mit den Vorschlägen zur Umsetzung unter Einbeziehung der Eigentümer und der Öffentlichkeit fehlt dort komplett.
    Anne Frey

    1. H.J. Lange

      Hallo Frau Frey,
      der von Ihnen benannte Rahmenplan hat mit meinen Vorschlägen lediglich Teile des Plannamens gemein, folgt aber völlig anderen Ansätzen.
      2.
      Sie haben Recht, denn tatsächlich baut sich meine Vision über heute brachliegendem Gelände auf,
      steht kompakt und haarscharf außerhalb des grünen Schutzgebietes,
      und zugleich am Rande der sog. im Zusammenhang bebaubaren Fläche
      und zugleich optimal in unmittelbar Nähe zweier gleisgeführter ÖPNV-Struktur.
      Teile der erforderlichen Flächen befinden sich sogar im Besitz der Allgemeinheit.
      Mindestens zwei Infopakete meiner Vision liegen im Rathaus . . . . .
      3.
      Im aktuellen Kommentar von Herrn Dzubilla heute morgen (30.4.18) ist abzulesen, dass
      offenbar jetzt sogar Beamte aus Kiel in dieses Rathaus kommen müssen, um die “Verwaltung” und in der Folge “die Politik” zum nachdenkenden Arbeiten und mit Gewalt tragen müssen.
      HJL

  8. Harald Dzubilla Artikelautor

    Wir sind vom Thema abgekommen, weil es hier eigentlich um das Wahlprogramm der WAB geht. Aber nachdem dort eine Stellungnahme von Seiten der WAB erfolgt ist, hier eine Anmerkung zum Thema preisgünstiger Wohnungsbau:

    Ahrensburg hätte damals den Erlenhof preiswert zurückkaufen können. Der damalige Bürgermeisterkandidat Jörn Schade hatte das gewollt. Sein Mitbewerber, der heutige Bürgermeister Michael Sarach wollte den heutigen Zustand. Die Bürger haben Sarach gewählt. Nicht nur ein- sondern sogar zweimal. Und die SPD hat gesagt: “Gut gemacht, Michael Sarach!” und beschwert sich heute, dass es in Ahrensburg zu wenig preisgünstigen Wohnraum gibt.

    Ach ja: Heute in einer Woche ist Kommunalwahl! 😉

  9. Yvonne K.

    Warum nicht das Friedhofsgelände am U-Bahnhof West bebauen, die da unten sind doch eh schon alle tot!

    Ernsthaft: WARUM 1000 neue Wohneinheiten? Wegen McDonald’s? Oder für wen? Wo sind die Kitas? Welche Grundschule ist in der Nähe, die kleine Kinder ohne Mütter-Taxi erreichen können?

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