Bitte keine Bespaßung mehr für das gemeine Volk!

In Leserbriefen sagen Leser einer Zeitung ihre Meinung zu Themen, die in dem Blatt behandelt worden sind. Dabei muss sich die Meinung der Leser nicht mit der Meinung der Redaktion decken – falls die Redaktion überhaupt eine Meinung hat. Das vorab.

aus: Hamburger Abendblatt, Stormarn

Heute finden wir einen Leserbrief im 3. Buch Abendblatt zum Thema „Weihnachtsmarkt am Schloss“. Damit bedankt sich eine Leserin aus Ahrensburg bei „anderen Kommunen“. Und für was bedankt sie sich, die Ahrensburgerin bei anderen Kommunen? Sie bedankt sich dafür, dass diese Kommunen den Adventsmarkt vom Ahrensburger Schlossgelände „übernommen haben“. Denn, so die Leserin, „Sie haben erkannt, dass das Schlossgelände dafür nicht geeignet ist“.

Ich wiederhole: Andere Kommunen haben erkannt, dass das Schlossgelände in Ahrensburg nicht für einen Adventsmarkt geeignet ist, und haben diesen Adventsmarkt deshalb selber übernommen.

Die Leserin fährt fort: „Die dauernde Bespaßung der Bevölkerung zu jeder Gelegenheit geht mir schon lange auf die Nerven.“ Und sie schließt ihren Leserbrief mit dem Satz: „Ich schäme mich für die Unersättlichen und die, die dazu beitragen.“

Wow – da hat die Dame aus Ahrensburg es dem gemeinen Volke aber richtig gegeben! Wo gibt es denn so etwas: „Bespaßung“ des Pöbels frei nach Roberto Blanco und „Ein bisschen Spaß muss sein“?! Nein, eine Bespaßung soll es nur für ausgewählte Bürger geben, die nicht mit Roberto Blanco auf der Straße singen, sondern die sich ein Konzert im Kerzenschein im Ahrensburger Schloss anhören dürfen – ein erlauchter Kreis. Oder Bürger, die genug Kohle haben, um dort eine private Feier zu veranstalten. Oder die sich den Spaß einer Trauung im Schloss gönnen, die erheblich teurer ist als im Rathaus. Der gemeine und weniger gut betuchte Bürger darf allenfalls sein Steuergeld ins Schloss stecken, ob er das will oder nicht. Und damit hört der Spaß auch schon auf, basta!

Dieselbe Leserbriefschreiberin war übrigens auch maßlos enttäuscht darüber, dass die Linden in der Großen Straße keinen Kastenschnitt bekommen haben, damit fein gewandete Bürger und Bürgerinnen dort lustvoll flanieren können.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 8. Dezember 2017

3 Gedanken zu „Bitte keine Bespaßung mehr für das gemeine Volk!

  1. Observator

    Dieser Leserbrief liest sich so, als wollte die Redaktion ihre Leserin so richtig schön vorführen. Die Dame selber scheint wohl im Schloss geboren zu sein, gewickelt in Windeln mit gräflichem Wappen derer von Rantzau. Oder mit dem eisernen Stempel von Schimmelmann, dem Sklavenhändler aus Ahrensburg, der mit Menschenhandel und Waffen sein Geld verdient hat, mit dem er das spaßbefreite Ahrensburger Schloss erworben hat. Sinnvoll wäre es, daraus ein Freudenhaus zu machen, damit darinnen wenigstens etwas Freude aufkommt und die Bürger vom weiteren Zuzahlen befreit wären. 😉

  2. Schlossgeist

    Nein, das Schlossgelände ist für Menschen nun wirklich nicht geeignet, da stimme ich der Leserbriefschreiberin zu. 🙁

  3. Janus Kopf

    Und nun ein voll cooler Tipp für alle Spaßbremsen: Neujahrsempfang der Stadt Ahrensburg im Marstall. Ein besonderes Event für alle Bürger der Stadt, die Feste in Ahrensburg hassen. Und was der Weihnachtsmarkt am Schloss niemals geboten hat, das gibt es gratis beim Neujahrsempfang, nämlich Getränke und Häppchen umsonst! Die bezahlt nicht der Gast mit seinen Steuern, sondern das tut der Bürgermeister aus seinem Haushalt. Und alle, die hingehen, werden den Boss der Verwaltung freundlich anlächeln …… doch kaum haben sie sich umgedreht, werden sich die Gesichtszüge ändern. So war es auch bei uns‘ Uschi, der Pepper. Und von den 34.000 Einwohnern der Stadt wird bestimmt die Hälfte zum Neujahrsempfang kommen. Sie sollten vorsichtshalber einen Klappstuhl mitnehmen, damit es klappt im Marstall. Also bis bald, wir sehen uns bei Michi und Roland! 🙂

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