„Jugend im Rathaus“: Lieber Disco in Ahrensburg als ein Mehrgenerationenhaus

Monika Veeh überschreibt es auf ihrem von der Stadt gesponserten Werbeportal ahrensburg24 wie folgt: „Realpolitik bei Jugend im Rathaus: Auf diese Ideen kommen die Schüler“. Wobei die Vokabel „Realpolitik“ genauso falsch ist wie die unrealen Ideen der Schüler richtig sind.

Zitat: ahrensburg24

Verwaltung und Politik wollten Jugendlichen vermitteln, wie Politik in Ahrensburg funktioniert. Lilliveeh: „… bei Jugend im Rathaus wird dieses politische Fundament sehr realitätsnah geübt“. Aber das Gegenteil scheint mir der Fall gewesen zu sein: Es sieht ziemlich realitätsfern aus, was an Resultaten vermeldet wird.

Zuerst einmal muss ich anmerken, dass ich nicht zu dieser Veranstaltung eingeladen worden war. Monika Veeh genießt mit ihrem Werbeportal, das von der Stadt unterstützt wird,  privilegierte Rechte im Rathaus, offensichtlich auch unterstützt von Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU). So konnte ich nur auf dem Werbeportal nachlesen, was die Dame über die Veranstaltung „Jugend im Rathaus“ in Worten und vielen Bildern festgehalten hat.

Um es kurz zu machen: Die Jugendlichen haben in ihrer Rolle als Stadtverordnete nicht etwa dringende Beschlüsse gefasst zu Themen wie Kitaplätze, Kinderarmut, Straßensanierung, günstige Wohnungen, barrierefreier Innenstadtausbau, Stadtmarketing und so weiter, sondern sie haben primär entschieden, dass in verschiedenen Schulen mehr Investitionen erfolgen sollen. Und sie lehnten den Bau eines Kultur- und Mehrgenerationenhauses mit Mehrheit ab und stimmten stattdessen dafür, dass im Industriegebiet eine Disco oder ein Club entstehen soll und dass die Stadtbücherei neu gebaut werden soll, warum auch immer.

Mit anderen Worten: Die Schüler haben in der Rolle von Stadtverordneten ziemlich egoistisch entschieden, nämlich vorrangig für sich und ihresgleichen. Genau das aber würde man den realen Stadtverordneten vorwerfen, denn Politiker sind nicht dazu da, ihre eigenen und die Interessen ihrer Kollegen zu vertreten, sondern sie müssen die Interessen aller Einwohner der Stadt im Auge haben, also das Gemeinwohl statt den Eigenbedarf.

Ein Lichtblick: Die Schüler haben immerhin über meine Forderung, den Stormarnplatz als Parkplatz freizugeben, positiv abgestimmt. 😉 Und: Ein Kino in Ahrensburg war offenbar gar kein Thema bei den Jugendlichen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. Juni 2017

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