Wie die Redaktion vom Anzeigenblatt MARKT sich von (einigen) Inserenten ausdrücklich distanziert

aus: Anzeigenblatt MARKT

Das dürfte wohl einmalig sein: Die Redaktion vom Anzeigenblatt MARKT weist ihre Leser darauf hin: “Die einzelnen Inhalte entsprechen nicht der Meinung des Verlages oder seiner Mitarbeiter”. Was bedeutet: Der Verlag distanziert sich ausdrücklich von seinen Anzeigenkunden. Allerdings nur von einigen, nämlich von Parteien, die im MARKT ihre Werbung schalten zur Landtagswahl.

Dass ein Verlag sich pauschal von allen Inhalten bezahlter (!) Werbung distanziert und dazu auch noch seine sämtlichen Mitarbeiter mit einbezieht – das habe ich noch nie erlebt. Und die Parteien müssten alle dämlich sein, wenn sie nun noch in der Werbezeitung inserieren würden, wo Verlag und Mitarbeiter den Lesern im Vorwege erklären: “Wir sind allesamt anderer Meinung!”

Aber auf der anderen Seite kommt es noch dicker.

aus: Anzeigenblatt MARKT

Im MARKT von diesem Wochenende ist auch noch eine redaktionell gestaltete Werbung erschienen, die nicht als Anzeige gekennzeichnet wurde, sondern überschrieben ist mit dem Hinweis: “Öffentliche Bekanntmachung” – siehe die Abbildung rechts!

Die Reklame stammt von dem einschlägig bekannten Orient-Teppich-Laden in der Großen Straße, der sein ungezählten Jahren bekannt ist durch permanente Räumungsverkäufe. Zu der aktuellen Anzeige fällt mir nun kein Kommentar mehr ein, denn so eine Verarsche habe ich selten gelesen. Der Witz am Rande: Der Inhaber weist ausdrücklich darauf hin, dass sein Laden neben dem Amtsgericht liegt. Und dort gehört er meiner Meinung nach auch hin, der orientalische Teppichhändler aus 1.001 Nacht!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. April 2017

3 Gedanken zu „Wie die Redaktion vom Anzeigenblatt MARKT sich von (einigen) Inserenten ausdrücklich distanziert

  1. Martens

    Um so eine Aussage zu veröffentlichen, müsste der Verlag alle seine Mitarbeiter zuvor befragt haben, ob sie damit einverstanden sind. Und falls einer möglicherweise einer der Parteien angehört, kann ich mir nicht vorstellen, dass er sich öffentlich von den Aussagen seines Parteikollegen distanziert.

  2. Observator

    Apropos Teppiche aus dem Orient: Angeblich kann man darauf sogar fliegen. Es sollte mich nicht wundern, wenn der Inhaber des Teppichladens das demnächst auch noch in einer Annonce anzeigt.

  3. Frau Behnemann

    Ich habe den Markt nun von vorn nach hinten durchgeblättert und von hinten nach vorn und habe nur eine einzige Wahlanzeige gefunden von der CDU. Also richtet sich die Distanzierung der Mitarbeiter vom Markt nur gegen diese Partei. Das wird den Kandidaten bestimmt “freuen”.

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