Einbruch bei Koch (CDU): Wie publicitygeil ist das denn?!

Ein Einbruch ins eigene Heim ist eine unangenehme Sache. Ich weiß, wovon ich schreibe, nämlich aus eigener Erfahrung, die allerdings schon ein paar Jahre zurück liegt. Bei Tobias Koch, dem Ahrensburger CDU-Fraktionsvorsitzenden, ist der Einbruch gerade eben passiert. Und was tat der Politiker? Er informierte nicht nur die Polizei, was normal ist, sondern auch die Presse, was zu denken gibt.

Zitat: Hamburger Abendblatt Stormarn online

Und nun kommt Tobias Koch bei der Stormarn-Redaktion vom Hamburger Abendblatt online groß raus. Nicht nur mit Worten, sondern auch im Bild. Dort sehen wir den Politiker mit der Unterzeile: „Tobias Koch steht vor der zerstörten Terassentür“. (Gut, dass dieser eindeutige Hinweis erfolgt, denn man hätte ja auch denken können, dass Tobias Koch dort gerade Klavier spielt.)

Warum guckt Tobias Koch durch das Loch in seiner Terrassentür? Klar, davor steht der Fotograf, der ihn am Tatort festhalten will.

Frage an Sie, liebe Leser: Würden Sie auch bei einem Einbruch die Presse herbeirufen und durch die zerbrochene Scheibe gucken, als könnten Sie dort den Täter noch mit Blicken verfolgen…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. Januar 2017

4 Gedanken zu „Einbruch bei Koch (CDU): Wie publicitygeil ist das denn?!

  1. Frieda B.

    Von der letzten Bürgermeisterwahl her wissen wir: Je mehr Fotos von einem Kandidaten in den Medien kursieren, umso höher ist er Bekanntheitsgrad des Kandidaten. Und allein das steigert schon die Chancen für die Wiederwahl.

    1. H.J. Lange

      Zitat: „Für die Kameras sind hinter dem Rednerpult viele junge Leute platziert.“
      Für dieses (seltene) Verraten bekannter Regieanweisungen mein Kompliment an die Zeitung.
      Es gibt Leute, die derartige Kniffs als „Lüge“ bezeichnen.
      Quelle des obigen Zitats:
      HA von heute 30.1.17 / S. 3 und unter dem Titel: „Schulz bläst zur großen Aufholjagt“.
      „Der SPD-Kanzlerkandidat begeistert die Genossen.“
      Das öffentlichkeitswirksame Jubeln der eigenen Anhänger soll die Wähler bewegen.
      Ergebnis::
      Dieser suggestive Jubel entspricht in der Wirkung dem suggestiven Herzeigen von Leid eines Kandidaten.
      HJL

  2. Der Spatz vom Rathausdach

    Der Herr Koch hat sich ausgerechnet, dass er auf diese Weise bei der kommenden Wahl ein paar Stimmen mehr bekommt, sogenannte Mitleidsstimmen. Und die Einbrecher wissen nun, dass das Glas im Kochschen Haus kein Panzerglas ist. Und im nächsten Pressebericht erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende dann, dass er nun eine Alarmanlage installiert hat. Ein Einbruch ist wahrlich nicht zum Lachen, aber Werbung sollte man damit wirklich nicht machen.

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