Freundeskreis für Flüchtlinge: Wasser auf die Mühle der AfD

Ich musste den Veranstaltungstipp im 3. Buch Stormarn heute dreimal lesen, um wenigstens einmal zu glauben, dass es stimmt, was dort als „Tipp und Termin der Redaktion“ abgedruckt ist: Ein evangelischer Theologe hält im Auftrag des Freundeskreises für Flüchtlinge einen Vortrag bei der Freien Kirchlichen Gemeinde, um uns „Einblick in das Denken, Empfinden und Handeln von Migranten“ zu geben und „die Andersartigkeit der arabischen Kultur kennenzulernen“ – siehe die Abbildung aus dem heutigen Hamburger Abendblatt!

Eigentlich erwarte ich, dass der Freundeskreis einen Vortrag für Migranten anbietet über das Denken, Empfinden und Handeln der Menschen hierzulande, um den Flüchtlingen zu helfen, sich bei uns zu integrieren. Was hier aber veranstaltet wird, ist genau das Gegenteil: Wir sollen uns quasi im Orient integrieren und für alles Verständnis haben, was wir gar nicht verstehen wollen, weil wir zum Glück nicht in den Orient flüchten müssen.

Und dann wundert sich der Verein, dass die Menschen mehr und mehr Angst bekommen vor den Zuwanderern aus dem Orient und die Hilfsbereitschaft sich in Grenzen hält. Und die AfD muss den Veranstaltungstipp aus dem Abendblatt nur noch vervielfältigen und unter die Bürger bringen mit dem Hinweis, dass in Ahrensburg demnächst die ersten orientalischen Basare eröffnet werden, wo man orientalische Bekleidung kaufen kann, mit der auch eingeborene Ahrensburgerinnen „in den Orient abtauchen“ können.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. Dezember 2016

7 Gedanken zu „Freundeskreis für Flüchtlinge: Wasser auf die Mühle der AfD

  1. Peter D.

    Die Einladung findet man auch unter Ahrensburg24:
    Zitat: „… Der Vortrag von Dr. Gerald Lauche soll einen Beitrag zum Kennenlernen der orientalischen Kultur leisten und aufzeigen, wo wir dieser Kultur und den Menschen Wertschätzung entgegenbringen können.“ Zitat Ende.
    Dem ist nichts mehr hinzu zufügen …
    Da ist der Ahrensburger Bürgerverein schon einen Schritt weiter, indem der Weihnachtsmarkt nicht „Weihnachtsmarkt“ heisst sondern „Advendsmarkt“. Wahrscheinlich auch wegen der „Wertschätzung“.
    Peter D.

    1. fritz lucke

      Sehr geehrter Herr Peter D.,
      soweit ich erinnere, nennt der Bürgerverein seit Jahren den Glühweinstand Adentsmarkt und nicht Weihnachtsmarkt, da die Besucheransprüche an einen Weihnachtsmarkt am Rondeel nicht erfüllt werden.

      1. Niaelz

        Und damit hat dieser Markt sogar eine zutreffendere Bezeichnung als all die ganzen „Weihnachtsmärkte“.
        Er findet nämlich im Advent statt und nicht Weihnachten.
        Genau wie 99% all der sogenannten Weihnachtsmärkte.

    2. Cool

      Kennen Sie sich so schlecht in der christlichen Kultur aus, dass Sie nicht wissen, dass auch der Advent zu Weihnachten gehört? Der Adventsmarkt (mit „t“) heißt schon sehr lange so, auch weil Ahrensburg keinen Weihnachtsmarkt auf die Beine stellen kann, der diesen Namen auch verdient.

  2. Cool

    Einseitige Darstellung verbessert die Stimmung in diesem Lande nicht. Wenn Sie sich informiert hätten, wüssten Sie, dass der Freundeskreis seit Jahren Kurse für Flüchtlinge anbietet, die ihnen nicht nur die deutsche Sprache sondern auch unsere Kultur, unseren Alltag und unseren Umgang miteinander näherbringen. Diese Forderung brauche Sie hier also nicht zu erheben.
    Dass die Kenntnis des kulturellen Hintergrundes der aus ihrer Heimat vertriebenen helfen kann, die Schwierigkeiten bei der Integration zu bewerten, kann kaum bestritten werden. Verständnis und Einfühlungsvermögen auf beiden (!) Seiten sind gefragt, damit ein konstruktives und gewinnbringendes Miteinander möglich werden.
    Und bevor dieser Einwand kommt: Verständnis für Verbrecher, die Attentate verüben, Obdachlose anzünden oder Frauen vergewaltigen, haben weder Einheimische noch Flüchtlinge.

    1. Hottie

      So ist es. Und der Vortrag ist nur für diejenigen, die weder ein Lexikon im Haus haben noch einen Internet-Anschluss, wo sie sich aus diversen Quellen informieren könnten.

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