Einwohner-Versammlung am 31. Mai 2016: Ablenkung von den aktuellen Problemen in der Stadt…?

Uns Bürgern von Ahrensburg brennen viele Probleme auf der Seele. Zum Beispiel die zunehmenden Einbrüche in unserer Stadt. Und die Autoknacker-Banden. Und das Thema Parkraum, der überdies  gebührenfrei sein sollte. Außerdem: Was ist denn nun mit dem Stadtmarketing von Ahrensburg? Und nicht zuletzt steht über allem die finanzielle Situation der Stadt, die nicht gerade als rosig zu bezeichnen ist. Also angesagte Themen für die kommende Einwohnerversammlung.

Bekanntmachung_nur_oeffentlich-10Und was ist für die kommende Einwohnerversammlung am 31. Mai 2016 tatsächlich angesagt? Sie werden es mir nicht glauben, weshalb ich die “Amtliche Bekanntmachung” veröffentliche, wo wir lesen: “S-Bahnline S4 (Ost) Hamburg – Bad Oldesloe – Planungsstand”. Also ein Thema, das allen Ahrensburburgern unter den Nägeln brennt wie die Wasserstandsmeldungen von Rhein und Donau aus dem Jahre 2002.

Ich komme auf dieses Thema auch zu sprechen, weil die Stormarn-Beilage heute meldet: “S-Bahn rollt frühestens 2027 durch Stormarn”. Und wenn es heißt “frühestens”, dann können wir auch von spätestens ausgehen, sagen wir mal: 2030. Und das wäre dann in 14 Jahren. Also ein heißes Thema für die Senioren in unserer Stadt.

Frage an Sie, liebe Mitbürger: Sind Sie daran interessiert, was heute und morgen in Ahrensburg passiert, oder was eventuel im Jahre 2030 passieren soll oder nicht? Könnte es sein, dass wir durch das Thema S4 nur abgelenkt werden sollen von Problemen, für die uns weder Verwaltung noch Politik eine Lösung anbieten können bzw. wollen? Ich denke: ja.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 25. Mai 2016

6 Gedanken zu „Einwohner-Versammlung am 31. Mai 2016: Ablenkung von den aktuellen Problemen in der Stadt…?

  1. Martens

    Angenommen, die S4 kommt in 12 Jahren. Dann sind alle Ahrensburger, die heute 53 Jahre und älter sind und in Hamburg berufstätig sind, mehr oder weniger in Rente. Warum also sollen die zur Einwohnerversammlung gehen, Herr Bürgervorsteher?

  2. Klogschieter

    Ich weiß nicht, wie viele Ahrensburger in Hamburg arbeiten. Aber nicht alle fahren mit der R-Bahn, viele nehmen die U-Bahn, einen Bus oder fahren mit dem Auto. Ahrensburger brauchen eigentlich keine S4, die wird von der Bahn gebraucht, damit die Gleise für den Fernverkehr frei bleiben können. Warum das Brimborium dafür gemacht wird, weiß ich nicht, zumal viele Ahrensburger die neue S-Bahn wohl kaum noch erleben werden, es sei denn, eine Haltestelle wird gegenüber dem Friedhof in der Hamburger Straße gebaut. 😉

    1. H.J. Lange

      Diese S-Bahnhaltestelle wird meines Wissen jetzt doch geplant.
      Das wäre zugleich eine wichtige Optimierung meines bekannten Vorschlags einer massiven Überbauung des gesamten Brachgeländes dort.
      Stichwort: “1.000 bezahlbare Wohnungen” über 2 ÖPNV-Haltestellen und im neuen “Stadteingang Ahrensburg-West”.
      HJL

  3. Wolfgang König

    Warten wir doch einmal den uninterressanten Bau der Fahrstühle an den drei Hochbahn-Bahnhöfen ab. Mit sehr viel Aufwand wurden dort Parkplätze gesperrt, Container aufgestapelt, Absperrgitter errichtet, Bäume gefällt usw. – und nun tut sich nix mehr. Ein langfristiger Schienenersatzverkehr mit viel Zeitaufwand wurde angekündigt und belastet uns. Das müssen ja enorme Baustellen sein, die an den drei Bahnhöfen für viele Monate eingerichtet werden. Heute waren schon die Parkplätze Ahrensburg Ost zugeparkt und bis auf die Grünstreifen und vor die Müll-Container erweitert worden.
    Wie sagte einmal ein Firmeninhaber bei der Besichtigung der von mir ausgelobten Arbeitsleistung zu mir: “Für den Fliegenschiss hätte ich doch meinen Hintern nicht vom Sofa gehoben.”
    Sicherlich denken viele Bürger bezüglich der angekündigten Einwohnerversammlung ebenso. Auf einen wieder vollen Saal.

  4. Prof. Dr. Wilhelm Hummeltenberg

    Sehr geehrter Herr Dzubilla,

    Ihr Beitrag „Einwohner-Versammlung am 31. Mai 2016: Ablenkung von den aktuellen Problemen in der Stadt…?“ unter http://www.szene-ahrensburg.de/2016/05/einwohner-versammlung-am-31-mai-2016-ablenkung-von-den-aktuellen-problemen-in-der-stadt/#comments und die Äußerungen von 4 Bürgern (s. Attachment [S4 Presseschau.doc]) zeigen, dass die Bekanntmachung einer Einwohnerversammlung in einer Form, die lediglich den verwaltungsrechtlichen Vorschriften genügt (wie Attachment [Einwohnerversammlung 2016-05-31.pdf]), für eine Einladung an die Bürger nicht konkret genug ist. Die Einwohner können nicht entscheiden, ob für sie eine Teilnahme an der Versammlung wichtig ist oder nicht.

    Zwar sieht der Frame zur Sitzungsankündigung unter https://infonet.ahrensburg.de/sessionnetbi/to0040.asp?__ksinr=2617 bei den Tagesordnungspunkten eine Spalte „Dokumente“ vor; jedoch blieb die Spalte bei TOP 3 ungenutzt.

    Sitzung 31.05.2016 Einwohnerversammlung
    Tagesordnung
    Erweiterte Sitzungsansicht
    Anwesenheit
    Bezeichnung

    Inhalt

    Bezeichnung

    Inhalt

    Sitzung:

    EWV/01/2016

    Gremium:

    Einwohnerversammlung

    Datum:

    31.05.2016

    Zeit:

    19:30-22:00

    Raum:

    Ahrensburg, Reithalle des Marstalls, Lübecker Str. 8

    Bezeichnung:

    öffentliche Sitzung der Einwohnerversammlung

    Dokumenttyp

    Bezeichnung

    Aktionen

    Bekanntmachung nur öffentlich 126 KB

    TOP

    Inhalt

    Dokumente

    1

    Begrüßung und Eröffnung der Sitzung

    2

    Festsetzung der Tagesordnung

    3

    S-Bahnlinie S4 (Ost) Hamburg – Bad Oldesloe – Planungsstand

    4

    Verschiedenes

    Jener Mangel mag zwar eine diesbezügliche Rüge begründen. Da eine Einwohnerversammlung nur der Erörterung dient und auf ihr keine Beschlüsse gefasst werden, hätte sie aber keine Konsequenzen. Ein Fehler in der Tagesordnung würde nicht unmittelbar auf eine Sachentscheidung durchschlagen. Dennoch halte ich die Art der Bekanntmachung im Hinblick auf das notwendige Bestreben einer guten Bürgerbeteiligung und eines konstruktiven Miteinander in Ahrensburg für bedenklich.
    In ihrem Beitrag greifen Sie ersatzweise auf die Meldung in der Stormarn-Beilage vom 25.05.2016 „Die S-Bahn rollt frühestens 2027 durch Stormarns Bahnhöfe“ (siehe Attachment [S4 Presseschau.doc]) zurück. Auch deren journalistische Aufbereitung ist zu beanstanden. Es fehlen Hinweise darauf, dass
    (1) das S4-Projekt unter die Maßnahme 2-044-V01 im Referentenentwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030 fällt und

    (2) die Förderungswürdigkeit einer S4 bis Bad Oldesloe gemäß § 3 Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz noch zu klären ist:

    Bislang ist meines Wissens kein Nachweis der Wirtschaftlichkeit gemäß Standardisierter Bewertung, d.h. NKV > 1, erbracht.

    Die Überschrift hätte also korrekt heißen müssen: „Die S-Bahn rollt – wenn überhaupt – frühestens 2027 durch Stormarns Bahnhöfe“. In meinem Kommentar auf ahrensburg24.de (s.u.) verweise ich deshalb auf http://www.nahverkehrhamburg.de/s-bahn-hamburg/item/1708-was-macht-eigentlich-die-geplante-s-bahn-nach-bad-oldesloe.

    Die Ankündigung der Einwohnerversammlung führe ich darauf zurück, dass vom 21. März bis 2. Mai diesen Jahres ein öffentliches Konsultationsverfahren zum BVWP 2030 stattgefunden hat und nun die Bewertung der eingegangenen Stellungnahme erfolgt. Stellungnahmen konnten entweder über das Online-Formular im Portal des BMVI oder per Post unter Angabe des Stichworts “BVWP 2030” an die folgende Adresse abgegeben werden:

    Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
    Referat G12
    Invalidenstraße 44
    D – 10115 Berlin
    Stichwort “BVWP 2030”

    Meine Stellungnahme zu Projekt 2-044-V01, welches die ABS Hamburg – Ahrensburg und damit auch die S4 betrifft, finden Sie unten. Ihren Eingang bestätigte das BMVI am 4.04.2016 mit Eingangsnummer DG0001537. Da meine Stellungnahme, durch die Vorgaben beim ONLINE-Formular bedingt, sehr kompakt als Text-Datei gestaltet werden musste und sie inhaltlich auf die Gutachter zum BVWP 2030 ausgerichtet ist, ergänze ich sie zum leichteren Verständnis durch die überarbeitete Fassung im Attachment [BVWP 2030 Erw. Stellungnahme ad 2-044-V01 Hummeltenberg.pdf]).

    Mit freundlichen Grüßen

    Wilhelm Hummeltenberg

    Von: noreply@bmvi.bund.de [mailto:noreply@bmvi.bund.de]
    Gesendet: Montag, 4. April 2016 17:25
    An: Wilhelm.Hummeltenberg@Uni-Hamburg.de
    Betreff: Bestätigung des Eingangs Ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 – Eingangsnummer DG0001537

    Bundesverkehrswegeplan 2030
    Ihre Stellungnahme zum Entwurf
    Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

    vielen Dank für Ihre Stellungnahme zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030. Diese ist beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eingegangen und hat die Eingangsnummer DG0001537 erhalten. Den Text Ihrer Stellungnahme finden Sie zu Ihrer Information am Ende dieser E-Mail.

    Das Beteiligungsverfahren stellt einen wichtigen Baustein im Prozess der Aufstellung des BVWP 2030 dar. Es soll dazu beitragen, die Entscheidungen in der Verkehrsinfrastrukturpolitik transparent zu machen und damit insgesamt zu verbessern. Das BMVI wird Ihre Stellungnahme nun unter fachlich-inhaltlichen Gesichtspunkten auswerten. Diese Auswertung erfolgt nach den Vorgaben der Strategischen Umweltprüfung (SUP) gemäß des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG). Im Fokus stehen dabei sachbezogene Argumente und Hinweise, die zu Änderungen am BVWP 2030 und dessen Umweltauswirkungen führen können. Nach Einarbeitung etwaiger Änderungen wird die überarbeitete Fassung des BVWP 2030 dem Bundeskabinett zum Beschluss vorgelegt und veröffentlicht.

    Aufgrund der erwarteten Vielzahl an Stellungnahmen zum Entwurf des BVWP 2030 bitten wir um Ihr Verständnis, dass das BMVI nicht auf einzelne Stellungnahmen antworten kann. Vielmehr wird das BMVI in einem Bericht zum Beteiligungsverfahren zusammenfassend dokumentieren, wie mit den Stellungnahmen umgegangen worden ist. Der Bericht wird weiterhin aufzeigen, welche Änderungen sich daraus am Entwurf des BVWP 2030 ergeben haben. Diesen Bericht wird das BMVI nach Abschluss des Beteiligungsverfahrens veröffentlichen.

    Wir danken Ihnen, dass Sie sich mit Ihrer Stellungnahme aktiv in den Prozess zur Aufstellung des BVWP 2030 eingebracht haben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Im Auftrag

    Ihr Referat „Bundesverkehrswegeplanung“

    im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

    Unter Angabe Ihrer Mailadresse wurde folgender Eintrag getätigt:
    Einzelprojekt(e) im Bereich des Verkehrsträgers Schiene

    Stellungnahme zu Projekt 2-044-V01

    Das Konzept „Netz Mitte“ von NAH.SH sieht auf Zuläufen zum Knoten Hamburg ein Schnell-Langsam-Konzept vor. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen und der Münchener Verkehrsverbund verfolgen das Konzept ebenso. Seine Umsetzung bedingt Revisionen in:
    (1) Gutachten „Entwicklung und Bewertung eines Konzeptes für den Schienenknoten Hamburg“ (BVU, INTRAPLAN, sma – Mai 2009): Im Bedienungsangebot für Be-zugsfall 2025 in Abb. 4.2 (S. 20) sind die 22 „Verstärker“-Fahrten der N2 (heute RB81) zw. Hmb Hbf und Ahrensburg durch eine S4 „Altona-Nord – Rahlstedt (mit Verlängerungsoption nach Großlohe) zu ersetzen. Die verbleibenden 30 Fahrten der RB81 verkehren ohne Halt zwischen Hmb Hbf und Rahlstedt.
    (2) Abschlussbericht „Überprüfung des BVWP 2003“ (BVU/INTRAPLAN, 29.11.2010), Kap. 5.4.2: Im Bezugsfall für die Achse Hamburg – Bad Oldesloe entfällt die 1-gl. S-Bahn-NBS „Rahlstedt – Gartenholz“ inkl. Verlängerungsoption bis Bad Oldesloe.
    (3) Vorplanung S4(Ost) lt. Ausschreibung der LVS Schleswig-Holstein (Az 2011/S 184-301523): Bei Los 1.2 „Rahlstedt (a) – Bad Oldesloe (e)“ entfällt die Spezifikation „S-Bahn-NBS“, da sie einen Betrieb mit DoSto-Zügen (Höhe 4,60 m, Bahnsteighöhe 76 cm, vmax = 160 km/h) ausschließt. Ein SPNV mit Triebwagen, die am Lichtraumprofil der Hamburger S-Bahn ausgerichtet sind, (Höhe 3,72 m, Bahnsteighöhe 96 cm, vmax im 2-Systembetrieb 100 / 140 km/h) wäre nur im Bereich von Los 1.1 „Hasselbrook (e) – Rahlstedt (e)“ verkehrsgerecht und wirtschaftlich. Dort beträgt der mittlere Stationsabstand 1,34 km, bei Los 1.2 aber 5,5 km. Ein Ausbau unter Los 1.2 muss sich am Standard für den SPRV (160 km/h) und das TEN-V (vgl. Ausbau der Kinzigtal-Bahn) orientieren. Er sollte eine potentielle Ertüchtigung der Strecke 1120 auf M200-Standard (vgl. Strecken 1720 (bis Harburg), 2200 (bis Buchholz) und 6100 (bis Ber-gedorf)) vorsehen.
    Es sollte das U-Bahn-Netz integriert werden.Dann wird deutlich, dass die U1 den Bedarf an Vorortverkehren zw. Ahrensburg/Großhansdorf und Hamburg (Mo-Fr 74 Zugpaare/Tag) abdeckt. Eine S4 nach Ahrensburg im 20 Min.-Takt ließe sich nicht mit dem 1/2h-Takt des Stadtverkehrs synchronisieren.

    1. NAH.SH Fahrplankonzept Mitte
    Die S4-Projekthistorie weist Parallelen zur vom Berliner Senat angedachten Verlängerung der S5 „Strausberg Nord – Spandau“ nach Falkensee auf. Die Standardisierte Bewertung S-Bahn Falkensee (INTRAPLAN, München Juli 2006 / März 2008) verzögerte sich übermäßig, weil Berlin und Brandenburg lange kein Einvernehmen über den Bezugsfall erzielen konnten. Brandenburg favorisiert ein Schnell-Langsam-Konzept. Es wurde schließlich umgesetzt, die S5 nicht nach Falkensee verlängert. Heute verkehren RB10 „Nauen – Berlin Hbf“ ohne Halt zw. Spandau und Jungfernheide und RB14 „Nauen – Berlin Hbf – Flughafen Schö-nefeld“ ohne Halt zw. Spandau und Charlottenburg.
    Das Schnell-Langsam-Konzept ist auf dem Zulauf Elmshorn – Hamburg/Altona realisiert; lt. Planung für den Fernbahnhof Altona-Nord ist keine S4(West) vorgesehen. Das Konzept führt im Korridor „Lübeck – Hamburg“ zu 3 Layern mit den Linien:
    (1) RE: (Puttgarden –) Lübeck Hbf – Bad Oldesloe – Ahrensburg – Hamburg Hbf (vmax = 160 km/h).
    (2) RB81: (Lübeck -) Bad Oldesloe – Hamburg Hbf (ohne Halt zw. Rahlstedt und Hmb Hbf): Metro-Express (vmax = 160 km/h).
    (3a) S4: Rahlstedt –– City Tunnel (– Altona-Nord): Vorortverkehr zum Bezirk Wandsbek (vmax = 100 km/h).
    (3b) U1: Großhansdorf – Hamburg Hbf Süd (- Norderstedt Mitte): Vorortverkehr Ahrens-burg/Großhansdorf/ Bezirke Wandsbek, Hamburg-Mitte (vmax = 80 km/h).

    2. Kapazitätsanalysen
    UIC Code 406 unterscheidet Kapazitätsanalysen für Strecken, Knoten und Korridore. Der Untersuchungsraum „FFBQ-Anbindung im TEN-V-Korridor 3“ umfasst Knoten Hamburg und die Strecken (TEN-V-Zuordnung in Klammern):
    (A) 1043 (nicht)
    (B) 1100 (Core Network)
    (C) 1120 (Core Network)
    (D) 1121, 1150 (nicht)
    (E) 1122, 6441 (Composite Network)

    STREDAX weist für Strecke 1120 ein 2-stufiges Kapazitätsprofil mit Sprungstelle in AO aus (CU = Capacity Utilization): CU(AL, AO) 25% bis 50%, CU(AO, AH) 50% bis 75%.
    3. IST-Betrieb
    Der Ist-Betrieb auf Strecke 1120 liefert (Mo-Fr) folgende Anzahl Zugpaare ZP mit Reisege-schwindigkeit v in [km/h]:
    Ø SPNV(RE8, RE8Sprinter,RE80, RB81): ZP(19; 2; 16; 51), v(89,2; 94,2; 82,1; 55,4 bis 64,3)
    Ø SPFV(national, international) = (3; 6), v(85,6 bis 99,2; 104,7)
    Ø SGV(national, international) = (27; 0), v(80 bis 100).
    Die RB81-Fahrten verteilen sich auf 4 Zugläufe mit folgenden Zugpaaren ZP:
    RB81A = (AH, AAHR), RB81B = (AH, ABAE), RB81O = (AH, AO), RB81L = (AH, AL)
    ZP(RB81A, RB81B, RB81O, RB81L) = (21; 9; 20; 1).
    Die Differenzierung liefert im CU-Profil weitere Sprungstellen:
    CU(AO, ABAE) < CU(ABAE, AAHR) < CU(AWN, AH).
    Am meisten belastet sind die Abschnitte:
    (AWN, AAHR): ZP = 113, CU = 78,5%
    (AAHR, ABAE): ZP = 92, CU = 63,9%.
    Die Zugfahrten der RB81A im Abschnitt (ARAL, AAHR) sin unwirtschaftlich. Dies zeigt ein Vergleich der Fahrzeiten TF und Wendezeiten TW der RB81-Zugläufe zu bzw. an den Endstationen im Abschnitt (AH, AO):
    TF(RB81A, RB81B, RB81O) = (24; 31; 42) [Min.]
    TW(RB81A, RB81B, RB81O) = (48; 32; 11) [Min.]
    Bei einer S4 mit Kehrgleis in ARAL, welches die Überprüfung des BVWP 2003 und die Vorplanung zu Los 1.1 unterstellen, liegt der CU-Sprung zwischen den beiden meistbelasteten Abschnitten in ARAL. Ein vordringlicher Stre-ckenausbau reduziert sich daher auf Abschnitt (AWN, ARALB).

    4. Inkrementeller Streckenausbau
    Angepasst an die sich entwickelnden Verkehrsbedarfe, werden sukzessiv folgende Maßnahmen vorgeschlagen:
    I. [VB] Umbau Bbf Rahlstedt: Funktionswechsel von Richtungsgleis Hmb und Überholgleis; Umwidmung des Mittelgleises in Kehrgleis.
    II. [VB] ABS Vbg Hasselbrook(S) – Systemwechselstelle Wandsbek: Verbindung S-Bahn-Strecke 2141 – Fernbahnstrecke 1120 (80 km/h).
    III. [VB] NBS Hasselbrook(S) – Rahlstedt: 1-gl. S-NBS mit 2-gl. Kreuzungsstellen bzw. Abschnitten (100 km/h)
    IV. [WB] ABS Vbk Horn – Wandsbek: 2. Gleis (80 km/h)
    V. [Pot. Bedarf] NBS Rahlstedt – Großlohe: S-NBS (100 km/h)
    VI. [Pot. Bedarf] ABS Rahlstedt – Bad Oldesloe: 3. Gleis in Mittenlage (160 km/h).
    VII. [Pot. Bedarf] ABS Rahlstedt – Lübeck: Streckenertüchtigung auf vmax = 200 km/h
    Die Maßnahmen dienen den Zielen:
    (I) Beseitigung des unwirtschaftlichen Betriebs der RB81A zw. ARAL und AAHR.
    (II) Ersatz der RB81A-Zugläufe (AH, AAHR) durch S4 bis ARALB, so dass im überlasteten Bf AH bis zu 20 Wendezüge/Tag entfallen.
    (III) Umsetzung einer S4 in Hamburg (Gleichstrombetrieb).
    (IV) Kapazitätserweiterung der Verbindungskurve.
    (V) Verlängerung der Linie S4 im Bezirk Wandsbek.
    (VI) Aufnahme zusätzlicher Verkehre von Strecken 1043 (Neumünster – Bad Oldesloe) und 1100 (Lübeck – Puttgarden).
    (VII) Anpassung an TEN-V-Standard für HGV.
    Der Bau einer Abstellanlage in Gartenholz entfällt.

    5. Kostenentwicklung
    Ende 2013 wurden die Baukosten für die S4 auf 637,5 Mio. € veranschlagt. Im Juli 2015 stie-gen sie auf 1,08 Mia. €. Da verordnete man der S4 eine Schlankheitskur durch Fortfall der NBS Gartenholz – Bargteheide (inkl. S-Bahn-spezifischer Stationsumbauten). Daraus leitete man eine Kostensenkung auf 915 Mio. € ab. Bei einer Nutzen-Kosten-Analyse sind aber nicht nur die Baukosten, sondern auch Opportunitätskosten durch Trassenverluste auf der Strecke 1120 zu erfassen und zu kapitalisieren! Sie entstehen, wenn die S4 zw. AAHG und AO auf 16 Strecken-km die Fernbahngleise nutzt. Der Ersatz von DoSto-Zügen im 1/2h-Takt durch ET474/ET490-Triebwagen erfordert bei ähnlicher Zuglänge, um dieselbe Querschnittskapazi-tät zu bieten, einen 20 Min.-Takt, also 50% mehr Trassen!
    Die hohen Baukosten erklären sich daraus, dass die Bestandsstrecke wenig Freiraum bietet. Dennoch hält man an einer durchgängigen 2-gl. S-Bahn-NBS fest! Das Bedienungsmodell für die S4 gleicht im Abschnitt (AH, ARAL) dem der S1 zwischen Blankenese und Wedel. Die S-Bahn-Strecke 1226 aber ist zw. Blankenese und Rissen (5,4 km) 1-gleisig und nur zw. Ris-sen und Wedel (3,6 km) 2-gleisig!

    6. Standardisierte Bewertung
    (1) Bezugsfall BF44
    Der Abschluss der Maßnahmen I und II mit Übergang von lokbespannten Verkehren zu Triebwagenzügen definiert den Bezugsfall BF44 für Projekt 2-044-V01:
    1. S4 „Altona-Nord – Rahlstedt“ ersetzt Linie RB81A.
    2. S4 wendet im Bbf Rahlstedt.
    3. Anstelle der RB81A halten in Bf Ahrensburg die 19 Zugpaare der RE8.
    Unter Einbeziehung der U1 verbessert sich das Bedienungsangebot in Ahrensburg wie folgt:
    Ø Bf Ahrensburg wird auch Sa, So vom RE bedient.
    Ø Das Verhältnis der (RE/RB/U)-Halte ist ausgewogen: Mo-Fr (35/30/74) statt (16/51/74), Sa, So (19/21/60) statt (0/41/60).
    (2) Planfall PF44A (NBS Hasselbrook – Rahlstedt)
    Auf Strecke 1120 erhöht sich die Zahl der nationalen Güterzugpaare bis 2030 um 11. Die Ka-pazitätsbindung der am stärksten belasteten Abschnitte steigt auf:
    (AWN, ARAL): ZP = 124, CU = 86,1%
    (ARAL, ABAE): ZP = 103, CU = 71,5%.
    Auch ohne Eröffnung der FFBQ sind in Abschnitt (AWN, ARAL) die Vorortverkehre auf eine NBS zu separieren. Der Fortfall der Halte der verbleibenden RB81-Zugläufe zw. AH und ARAL induziert auf Strecke 1120 eine weitere Kapazitätssteigerung.
    (3) Planfall PF44B (ABS Rahlstedt –Bad Oldesloe)
    Nach Eröffnung der FFBQ verkehren auf Strecke 1100 lt. Prognose 2030 zusätzlich 4 SPV- und 47 SGV-Zugpaare. Bei der Planung der Rheintalbahn wird nicht nur die Prognose des BVWP, sondern auch die maximale Streckenkapazität berücksichtigt. Unter einer angenom-menen Streckenkapazität der FFBQ von 144 Zugpaaren/Tag können bei 20 SPV-Zugpaaren bis zu 124 SGV-Zugpaare verkehren.
    Der weitere Ausbau der Achse bis Bad Oldesloe im TEN-V-Standard hängt von Ausbaufortschritt und Verkehrsentwicklung auf den Strecke 1043 und 1100 sowie davon ab, in welchem Umfang SGVe zur Umfahrung des dicht besiedelten „Städtischen Knoten Hamburg“ und des Siedlungsraums „Stormarn-Achse“ über die Strecken in Projekt 2-036-V01 geleitet werden.

    http://ahrensburg24.de/einwohnerversammlung-ueber-die-streckenmodernisierung-der-s4

    Einwohnerversammlung über die Streckenmodernisierung der S4
    Veröffentlicht am: 24. Mai 2016
    Ahrensburg (je/pm). Bürgervorsteher Roland Wilde lädt zur ersten Einwohnerversammlung des Jahres am Dienstag, 31. Mai 2016, um 19.30 Uhr in der Reithalle Ahrensburg ein. Das Thema: S 4, gegebenenfalls Fehmarnbelt Querung und die Auswirkungen auf Ahrensburg mit einer Präsentation von der Deutschen Bahn.

    Bürgervorsteher Roland Wilde, CDU, lädt zur Einwohnerversammlung ein.
    Das S 4 Projekt der Deutschen Bahn, die Streckenmodernisierung Hamburg – Bad Oldesloe, ist von großer Bedeutung auch für Ahrensburg und die Entwicklung für die Zukunft und ist Thema der Einwohnerversammlung.
    24. Mai 2016
    Ein Kommentar

    Prof. Dr. Wilhelm Hummeltenberg
    26. Mai 2016 um 08:33
    Vor einer Teilnahme empfehle ich ein Studium des Beitrags „Was macht eigentlich die geplante S-Bahn nach Bad Oldesloe?“ unter http://www.nahverkehrhamburg.de/s-bahn-hamburg/item/1708-was-macht-eigentlich-die-geplante-s-bahn-nach-bad-oldesloe. Die interessantesten Aussagen sind:
    (1) „2024 könnte zumindest ein erster Teil der S4 von der Hamburger Innenstadt bis Rahlstedt in Betrieb gehen. Derzeit werde geprüft, inwiefern dies möglich wäre, teilte der Hamburger Senat mit. Unterstützung für die Idee kommt von Buschhüter: “Wenn bis dahin die S4-Infrastruktur bis Rahlstedt fertig ist, dann sollte sie auch genutzt werden.”“
    Richtig: Dann könnte auf dem Zulauf von Bad Oldesloe nach Hamburg ebenso wie auf dem Zulauf von Elmshorn das Schnell-Langsam-Konzept von NAH.SH umgesetzt werden! Dort verkehren die Linien RB61 und RB71 von Itzehoe und Wrist nach Hamburg ohne Halt zwischen Pinneberg und Altona bzw. Dammtor. Wenn die RB81 ohne Halt zwischen Rahlstedt und Hamburg Hauptbahnhof verkehrt, würde sie für die Fahrt zwischen Ahrensburg und Hauptbahnhof statt 23 nur noch 15 Minuten benötigen!
    (2) „Die geplante S-Bahnlinie S4 soll die stark befahrene Regionalstrecke zwischen Hamburg und Bad Oldesloe entlasten … Pendler kommen mit der S4 von Bad Oldesloe und Ahrensburg künftig umsteigefrei bis an den Hamburger Jungfernstieg oder die Landungsbrücken.
    • Wie entlastet eine S4 die Fernbahnstrecke zwischen Gartenholz und Bargteheide, wenn sie in Hauptverkehrszeiten auf ihr stündlich mit 3 Zugpaaren und Höchstgeschwindigkeit 140 km/h verkehrt, während die RB81 sie mit 2 Zugpaaren und Höchstgeschwindigkeit 160 km/h belegt?
    • Bereits heute kommen Pendler aus Ahrensburg und Großhansdorf mit der U1 umsteigefrei nach Volksdorf, Farmsen, Wandsbek Markt, Jungfernstieg und Stephansplatz!
    • Wenn die Fahrzeit zwischen Ahrensburg und Hauptbahnhof mit der RB81 10 Minuten und dem RE80 11 Minuten kürzer ist als mit einer S4, ist man schneller in der City, wenn man diese Züge nutzt und im Hauptbahnhof umsteigt! In ihnen ist die Wahrscheinlichkeit, einen Sitzplatz zu bekommen, erheblich höher als bei S-Bahnzügen, in denen sich Sitz- und Stehplätze im Verhältnis 40:60 aufteilen.

  5. Wolfgang König

    Es ist doch schön, zu wissen, dass wir noch Intellektuelle unter den Ahrensburger Bürgern und den Bloglesern haben, die tiefschürfend und schonungslos die Ahrensburger Sozial- und Informations-Probleme aufdecken.
    Weiter so! Ich bin früher gestrichelt worden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.