Einwohner-Fragestunde: Sechs Fragen eines Einwohners, sechs Antworten des Bürgermeisters

Vorschlag: Neben Muschelläufer einen Affen, zu dem der Bürger in Ahrensburg  gemacht wird!

Vorschlag: Neben Muschelläufer einen Affen aufs Rondeel stellen, zu dem der Bürger in Ahrensburg gemacht wird!

In der gestrigen Stadtverordneten-Versammlung habe ich in der Einwohner-Fragestunde sechs Fragen an die Verwaltung gestellt. Fragen, die ich mehr oder weniger auch schon auf Szene Ahrensburg veröffentlicht habe; aber der Bürgermeister möchte, dass ich in den Marstall komme, damit wenigstens ein Bürger mehr dort auftaucht. (Gestern waren ganze 14 dort, die unabhängig von irgendwelchen Ämtern gekommen waren.)

Ich wiederhole an dieser Stelle noch einmal meine gestrigen Fragen und setze dazu die Antworten des Bürgermeisters, wie ich sie in Erinnerung habe, denn ich konnte sie mir im Stehen nicht wörtlich notieren. Also:

Zum Tagesordnungspunkt 12: Wurden die Stadtverordneten von der Verwaltung darüber informiert, wie hoch der Wertzuwachs unseres Grundstücks Lindenhof von 2014 zu 2016 ist? Antwort Bürgermeister: Es besteht ein reger Austausch von Informationen zwischen Verwaltung und Stadtverordneten.

Im November 2014 wurde die neue Abteilung „Strategische Stadtentwicklung“ beschlossen. Fragen: Was hat diese Abteilung uns Bürger bis heute gekostet? Und was hat sie in dieser Zeit geleistet? Antwort Bürgermeister: Es ist keine „Abteilung“, sondern eine Stabsstelle. Und die hat diverse Papiere erstellt, die demnächst für Beschlüsse vorgelegt werden sollen.

Auf dem Stormarnplatz dürfen Zirkusleute parken. Frage: Warum dürfen Bürger dort nicht parken? Antwort Bürgermeister: Der Stormarnplatz ist kein Parkplatz.

Für eine private und kommerzielle Musikveranstaltung in Ahrensburg wird das offizielle Wappen der Stadt für Werbezwecke verwendet. Wer hat der Firma das genehmigt? Antwort Bürgermeister: Der Bürgermeister hat im Programmheft für die Musiknacht als Schirmherr ein Grußwort verfasst. Dadurch wird es der Veranstalterin erlaubt, das städtische Wappen zur Werbung zu verwenden.

Für die Gestaltung der Homepage unserer Stadt schäme ich mich als Bürger. Meine Frage an den Bürgermeister: Haben Sie eigentlich gar keine Scham? Antwort Bürgermeister: Die städtische Homepage wird zur Zeit überarbeitet und nach Fertigstellung freigeschaltet.

Vor genau sieben Jahren haben die Stadtverordneten beschlossen, dass der Muschelläufer vom Rondeel versetzt wird. Frage: Wann ist mit der Umsetzung dieses Beschlusses durch die Verwaltung zu rechnen? Antwort Bürgermeister: Die Umsetzung des Beschlusses der Stadtverordneten würde zu Schadenersatzforderungen des Künstlers führen. Er, der Bürgermeister, habe keinen Auftrag, hier weiterhin tätig zu werden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 26. April 2016

7 Gedanken zu „Einwohner-Fragestunde: Sechs Fragen eines Einwohners, sechs Antworten des Bürgermeisters

  1. Wolfgang Schrimpff

    Hallo Herr Dzubilla,
    sehr gut kann ich verstehen, wenn Sie im Stehen und in der gebotenen Eile nicht alle Details in den Antworten des Bürgermeisters aufnehmen und notieren konnten. Jedenfalls mag ich mir nicht vorstellen, dass der Bürgermeister auf Ihre präziseren Fragen wie hier von Ihnen dargestellt nur derart unverbindlich geantwortet hat.
    Aber ich bin zuversichtlich, dass die anwesenden und mutmaßlich sitzenden Stadtverordneten alles ausführlich registriert haben und ggf. bei der Verwaltung nachfassen werden.
    Mit nachbarlichen Grüßen
    Wolfgang Schrimpff

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Hallo Herr Dr. Schrimpff! Genauso kurz hat der BM seinen Amtseid abgelegt: Auf den Hinweis „So wahr mir Gott helfe“ hat er ganz bewusst verzichtet. Freundliche Grüße – Harald Dzubilla

  2. Hans Wurst

    Einwohnerfragestunde auf für den BM unbekannte Fraen heißt doch auch, dass man sich darauf nicht vorbereiten kann und daher nur allgemeinverbindliche Antworten geben kann. Es sein denn, man kann auf einzelne Antworten weiter nachfragen und nach Schweizer Journalistenschule bis auf den Kern kommen.
    Danke, für die Fragen, Herr Dzubilla.

  3. Britta S.

    Bei einer schriftlichen Antwort des BM wäre auch nichts anderes herausgekommen. Eine derartige Verweigerung von Antworten auf Bürgerfragen hat in Ahrensburg Tradition.
    Ich erinnere an frühere Bürgeranfragen an BM Pepper und Bauamtsleiter Thiele zu der Tiefgarageneinfahrt für das CCA und den Terrakottaklotz mitten in der Klaus -Groth-Straße.
    Bürgerfrage: “ Warum wurde die Einfahrt für die Tiefgarage in die Mitte der Klaus-Groth-Straße gelegt? “
    Antwort Pepper, Thiele. „Diese Lösung war alternativlos.“
    Einen alternativlos schönen Abend wünscht
    Britta

  4. Lorenz

    Apropos Bürgerfragestunde: Ich war gestern bei der Sitzung des BGA (Interimskirchenvorstand) öffentlicher Teil. Ich fand sehr interessant
    1 Der Friedhof der Kirchengemeinde, der ja für alle in Ahrensburg zuständig ist, hat trotz zahlreicher Investitionen in der Bilanz ein Plus von ca. 77 TEuro auf zu weisen!
    2. Die KiTas der Gemeinde betreiben ab sofort Qualitätsstandartisierung und streben Zertifizierung an.
    Interessierten Eltern wird damit ein Maßstab zum Vergleich an die Hand gegeben.
    3. Es gibt eine Lobby-Vertretung der in der Kirche ehrenamtlich Tätigen.
    4. Bekannte Gesichter aus der Johannesgemeinde habe ich nicht ausgemacht. Waren es nicht die, die immer wieder Transparenz eingefordert haben?

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