SPD greift meinen Vorschlag auf: Alfred-Rust-Museum

Dass unsere gute Lilliveeh vom Werbeportal ahrensburg24 (Partner: Stadtwerke Ahrensburg) am liebsten Pressemitteilungen liest und ohne Recherche in ihrem Portal veröffentlicht, zeigt sie auch jetzt wieder mit dem nachstehenden Beitrag. Die Wahrheit ist: Nicht die Lieblingspartei von Lilliveeh hat den ersten Anstoß für ein Alfred-Rust-Museum gegeben, sondern dieser Anstoß kam bereits im Oktober 2015 von Szene Ahrensburg, wo die SPD lesen konnte, was ich zum Stadtmarketing für Ahrensburg geäußert habe.

aus: Online-Werbeportal ahrensburg24 (Partner: Stadtwerke Ahrensburg)

aus: Online-Werbeportal ahrensburg24 (Partner: Stadtwerke Ahrensburg)

Das Schöne beim Internet ist ja, dass dort alles fein säuberlich und chronologisch dokumentiert wird. Und so kann man hinterher alles nachverfolgen. Aber Prinzessin Lilliveeh weiß vielleicht gar nicht, wie die Suchfunktion funktioniert und hält Google womöglich für einen Topfkuchen.

Immerhin ist es schön zu erfahren, dass die SPD ein Alfred-Rust-Museum haben möchte, das ja für Ahrensburg sehr viel wichtiger und imagebildender wäre als zum Beispiel ein Kino samt Popcorn. Und last but not least: Es fällt auf, dass die Genossen zur Zeit sehr aktiv sind in ihrer Selbstdarstellung. Steht etwa eine Wahl bevor, liebe Leser…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. Februar 2016

13 Gedanken zu „SPD greift meinen Vorschlag auf: Alfred-Rust-Museum

  1. Waldemar

    Die SPD hat an Alfred Rust einiges wiedergutzumachen. Schließlich war eine SPD-Bürgermeisterin dafür verantwortlich, dass die Feiern zum 100. Geburtstag des einzigen Ahrensburger Ehrenbürgers abgesagt wurden. Völlig grundlos, wie man heute weiß.
    Waldemar

  2. H.J. Lange

    Randnotiz:
    Die Idee eines Rust-Museums in Ahrensburg gibt es spätestens seit 1945.
    Auch die Idee eines „bürgerlichen“ Museums gibt es seit Jahrzehnten.
    HJL

      1. H.J. Lange

        Hallo Herr Dzubilla,

        will nicht jeder Forscher seine Forschungsergebnisse und Artefakte der Öffentlichkeit präsentieren ? Mit Sicherheit auch Alfred Rust, der in den 1930er Jahren seine Grabungen im Tunneltal erfolgreich durchgeführt hatte.
        Einige seiner Funde sind in Schleswig gelandet.
        Einige bei den Nachlasserben geblieben, die sie meines Wissens und irgendwie verständlicherweise nicht hergeben wollen, denn an wen ? An „die Ahrensburger“, die 2000 die Feierlichkeiten zu seinem hundertsten Geburtstag abgesagt hatten ?
        In der ehemaligen Alfred-Rustschule (umbenannt !) gibt es hoffentlich immer noch eine eher bescheidende Ausstellungsvitrine ?
        Ich selbst gehöre zu denen, die sich über Jahrzehnte für eine Art bürgerliches Museum, an verschiedenen Standorten und mit konkreten Bauprojekten eingesetzt hatten – selbstverständlich mit „Rust-Zimmer“, für das sich allerdings keine Ausstellungsstücke fanden. Alle Museums-Aktivisten haben mangels Gegenliebe „der Ahrensburger“ längst enttäuscht aufgegeben.
        Einiger Mitglieder im Historischen Arbeitskreis hatten sich den historischen Alfred-Rust-Wanderweg ausgedacht. Die Schwierigkeiten vor der Umsetzung sind nicht vergessen.

        Herr Dzubilla, glauben sie wirklich, „die Ahrensburger“ könnten ein Rust-Museum aufbauen, wenn sie es noch einmal schaffen, die Moorwanderbrücke über das Tunneltal instand zu setzen ?

        HJL

  3. Wolfgang König

    Frau Tangermann (CDU) berichtete mir um 2001 von einem Alfred-Rust-Museum auf Grönland, welches sie besucht hätte. Auch ich hatte in veröffentlichen Leserbriefen in dieser Zeit und danach ein Museum in Ahrensburg mit Unterbringung in der alten Scheune vorgeschlagen. Auf einem dieser Leserbriefe erhielt ich Antwort von einer Kinderbetreuerin, die mich und damit gleich mit die WAB in die rechte Ecke rückte. Später sagte sie mir, dass sie befürchtet hätte, dass dann rechte Gruppen Fackelzüge durch Ahrensburg und auf der Burg Arnesvelde veranstalten würden.
    Ach, ja, Ahrensburg soll sich ja endlich auf Touristenmessen vertreten. Dass hatte ich schon vor langer Zeit in veröffentlichen Leserbriefen vorgeschlagen.

  4. Jürgen Plage

    Guten Morgen,
    man muss nicht unbedingt nach Grönland fahren. Das Heimatmuseum in Bad Oldesloe, in der Königstraße hat eine kleine aber feine Ausstellung über Alfred Rust und das Tunneltal. 1. OG über der Stadtbücherei. Auch die anderen Ausstellungen sind eine Reise nach Bad Oldesloe wert. Wer denn nach Berlin kommt und Nofretete im Neuen Museum besucht, sollte auch in das Obergeschoss in die Ur-und Frühgeschichte gehen, dort kann er etwas über die Ahrensburger Kultur erfahren. Im Übrigen startet das Peter- Rantzau-Haus im Frühjahr wieder seine Spaziergänge über den Alfred-Rust-Wanderweg und seine Stadtspaziergänge . Einfach einmal in das Programm des Peter-Rantzau-Hauses sehen sehen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen Plage

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Lieber Herr Plage, danke für die sachdienlichen Hinweise! Aber: Ist das fehlende Rust-Museum in Ahrensburg nicht ein Armutszeichen sondergleichen? Als Bürger und Alt-Ahrensburger schäme ich mich dafür. Liebe Grüße – Harald Dzubilla

  5. Anne Frey

    Lieber Herr Dzubilla,
    Liebe Leser von Szene-Ahrensburg,

    Als das Ahrensburger Tunneltal 1985 unter Naturschutz gestellt werden sollte, wurde ein mehr als hundertseitiger Entwicklungsbericht geschrieben, in dem Fachleute den Ist-Zustand festhielten und Vorschläge zur weiteren Entwicklung des Naturschutzgebietes machten. In diesem Bericht wurde ebenfalls der Vorschlag gemacht, ein Informationszentrum o.ä. errichten zu lassen, um möglichst viele Menschen über die besondere archäologische Bedeutung des Gebietes informieren zu können . Als Ort wurde der Hundeübungsplatz seitlich der Hagener Allee vorgeschlagen, weil damit das Informationszentrum genau an die Stelle gebracht würde, wo es hingehört, nämlich ins Tunneltal selbst. Der Entwicklungsbericht ist u.a. auch im Rathaus deponiert.

    Ich habe vor einigen Jahren mehrfach Ahrensburger Stadtverordnete auf dieses Thema angesprochen, aber keine Resonanz erhalten. Angesichts der Tatsache, dass der Kreis inzwischen auch für Touristen attraktiv sein möchte, stellt sich diese Frage erneut. Mit einem archäologischen Museum bzw. einem Rust-Museum hätte die Stadt Ahrensburg ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Städten. Schließlich kann ein Rust-Zimmer nicht ein ganzes Informationszentrum oder Museum ersetzen. In den bisherigen Kommentaren wurde eine wichtige Ausstellungsstätte , in der Artefakte der Hamburger und der Ahrensburger Kultur zu sehen sind, noch nicht erwähnt. Es handelt sich um das Helmsmuseum für Vor -und Frühgeschichte in Harburg. Dort sind auch Bilder von den früheren Ausgrabungen im Tunneltal zu sehen und z.B. auch der Nachbau eines Zeltes der Rentierjäger.
    All dies gehört natürlich auch an den Ort, wo in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts diese bahnbrechenden Entdeckungen tatsächlich gemacht wurden. An dieser Stelle möchte ich nochmals auf den ZDF-Dokumentarfilm über Alfred Rust hinweisen, in dem Alfred Rust als einer der herausragenden Archäologen des 20. Jahrhunderts gewürdigt wird.

    Anne Frey

  6. Jürgen Plage

    Hallo liebe Leser,
    im Stormarner Tageblatt stand : Machbarkeitsstudie für Tunneltal und Stellmoor:
    die SPD Kreistagsfraktion hat am Mittwoch in der Schul-,Kultur und Sportausschusssitzung einen Antrag für eine Machbarkeitsstudie Tunneltal-Stellmoor vorgelegt. Untersucht werden soll neben den Finanzierungsmöglichkeiten unter anderem die Schaffung eines Erlebnis-und Bildungsorts “ Ahrensburger Kultur“ im Ahrensburger Tunneltal und Stellmoor.Dieses kann möglicherweise in einem Museum oder Ausstellungsraum gezeigt werden. Dabei sollen Kinder und Jugendliche mit angesprochen werden und weitere Forschung der Archäologen möglich bleiben.( Zitat verkürzt wiedergegeben)
    Bis das so weit ist, besteht die Möglichkeit der Information auf den Spaziergängen, die über zweimal 4 km für Senioren mit ihren Enkelkindern angelegt sind und auf den im vorletztenletzten Jahr neu ausgeschilderten beiden Rundwegen . Rundgang 1 startet ab U-Bahn Ost, führt am Tunneltal entlang, zum Burghügel, über die Moorwanderbrücke, den Kuhlenmoorweg zurück zum U-Bahnhof.
    Der zweite Rundweg beginnt an der U-Bahn West, über die Moorbrücke, den Burghügel, zum Teich,zu den Wartenbergen, vorbei an den bronzezeitlichen Gräberfeldern, zurück an das Tunneltal und entlang des selben, zum Burghügel und zum Ausgangspunkt. Die Beschilderung lautet Archäologisch-Naturkundliche Rundwanderwege 1u.2. Am Beginn der Wege ist eine kleine Einweisung angebracht, sodass man auch ohne Führung den Weg an den Informationstafeln entlang finden kann. Für geübte Wanderer kann man auch beide Wege nacheinander machen. Man startet dann an der U-Bahn Ost, bis zum Burghügel, verfolgt dann am Wegweiser links den Wanderweg zwei, trifft dann nach ungefähr 6 km am Burghügel wieder auf den Weg 1 und zurück zum Ausgangspunkt.

    Viel Spaß beim Wandern
    Jürgen Plage

  7. Anne Frey

    Liebe Leser von Szene-Ahrensburg,

    Es wäre schön, wenn die Antragsteller im Kreis sich mit der Materie noch etwas genauer auseinandersetzen würden. Was anlässlich der Grabungen an der Bahnlinie im Vorjahr in den Medien berichet wurde, war doch sehr oberflächlich. Dort wurde Alfred Rust mehrfach als
    „Hobbyarchäologe “ bezeichnet, was einer Herabwürdigung der Leistungen von Dr. Rust gleichkommt. Und es zeigte sich, dass die Politiker aus dem Landtag, die dort vorbeischauten, von der Bedeutung des archäologischen Erbes so gut wie gar nichts wussten. Über den Zugang zu den Grabungsstätten aus den 30er Jahren kann nur in Zusammenarbeit mit dem archäologischen Landesamt und vor allem den Naturschutzbehörden entschieden werden. Schließlich liegen die früheren Hauptgrabungsstätten im Naturschutzgebiet und teilweise mitten im Moor. Bekannte Rustsche Grabungsstätten wie am Pinnberg inmitten des Tunneltals sind derzeit nicht zugänglich.
    Zudem sollten sich die Antragsteller die Frage stellen, wie ein derartiges Thema für Kinder und Jugendliche interessant gemacht werden kann. Wenn sie dazu Genaueres erfahren wollen, sollten sie sich einmal einer Führung für Schulklassen zum Thema „Eiszeit und Rentierjäger“ im Helmsmuseum anschließen. Dort wird das Thema Kindern und Jugendlichen auf anschauliche Weise beigebracht, und das seit mehreren Jahrzehnten. Dort wenden die Museumspädagogen das Verfahren: „learning by doing“ an, indem die Kinder z.B. lernen , Flintsteine zu bearbeiten. Es reicht also nicht, ein paar Vitrinen hinzustellen und zu beschriften, genau so wenig wie es reicht, einen oder mehrere archäologische Wanderwege durch das Tunneltal und den Forst Hagen herzustellen, bei dem das Thema anhand von Schautafeln erklärt wird.

    Anne Frey

  8. Jürgen Plage

    Hallo liebe Szene Leser,
    die Deutsche Bahn plant im Zuge der neuen S4, am Braunen Hirsch zwei Erdwälle bis an die Gleise mit einer kurzen Brücke darüber, was im Endeffekt das Tunneltal und FFH- Gebiet endgültig zerschneiden würde. Wir Ahrensburger sollten die Stadt und die Umweltverbände bei der Forderung nach einem weit gespannten Brückenbauwerk nach Kräften unterstützen.
    Herzliche Grüße
    Jürgen Plage

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