Gesucht: Wo ist denn eigentlich die Differenz in Höhe von geschätzten 5.775 Euro geblieben, Frau Thunecke?

In Ahrensburg gab es am 10. Oktober 2015 ein Benefiz-Konzert zu Gunsten der Flüchtlingshilfe. Und der MARKT hat am vergangenen Mittwoch, also rund 10 Wochen nach der Veranstaltung, berichtet: „Gutshof-Festival mit 3000 Eure Spendenerlös“ – siehe die Abbildung! Das ist schön. Aber irgendwie will die Rechnung in meinen Augen nicht so recht aufgehen, weshalb ich einmal nachgerechnet habe.

aus: MARKT. Ahrensburg

aus: MARKT. Ahrensburg

Also: Die Karten für die Veranstaltung haben12 Euro im Vorverkauf gekostet und 15 Euro an der Abendkasse. Ich habe natürlich keine Ahnung, wie viele Besucher vorher gekauft haben und wie viele an der Abendkasse gezahlt haben. Darum lege ich mal einen Durchschnittspreis pro Karte von 13,50 Euro zugrunde.

Laut MARKT waren „fast 700 Besucher“ gekommen, sodass ich mal 650 verkaufte Eintrittskarten in meine Rechnung nehme. Das ergibt nach Adam Riese einen Kartenverkauf in Höhe von 8.775 Euro.

Der MARKT informiert weiter, dass alle Künstler ohne Gage aufgetreten sind. Auch die Locations wurden kostenlos zur Verfügung gestellt. Und Hotels ließen die Musiker gratis übernachten. Die Helfer waren 100 Schüler, deren Lehrer und Eltern, die vermutlich auch kostenlos gearbeitet haben.

Die Differenz zwischen 8.775 Euro Erlöse und 3.000 Euro Spende beträgt 5.775 Euro. Frage: Wofür wurde dieses Geld ausgegeben, Frau Thunecke…?

"Der Erlös" und nicht der Überchuss geht an die Flüchtlingshilfe

 Unmissverständlich: Der  Erlös geht an die Flüchtlingshilfe!

Ich war schon in der Schule kein guter Rechner, und bestimmt habe ich mich auch hier wieder verrechnet. Klar, dass Kosten für Druck von Plakaten und Eintrittskarten angefallen sind, aber das sind Peanuts, die vermutlich sogar durch Werbung gedeckt wurden. Und die Gema allein wird es ja wohl auch nicht gewesen sein.

Oder war es das Catering für die Musiker, die bekanntlich am liebsten Kaviar schmausen, Schampus hinter der Bühne saufen und Weiber in ihrer Garderobe vernaschen wollen, die nicht gratis zu haben waren…?

Der Flüchtlingshilfe-Verein verwendet die 3.000 Euro für „etwa 360 Flüchtlinge“, macht pro Kopf 8,33 Euro, die für Deutschunterricht und Planung einer Begegnungsstätte ausgegeben werden sollen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. Dezember 2015

24 Gedanken zu „Gesucht: Wo ist denn eigentlich die Differenz in Höhe von geschätzten 5.775 Euro geblieben, Frau Thunecke?

  1. Sabine Heinrich

    Und was ist, wenn Frau Thunecke eine Antwort schuldig bleibt?
    Ich hoffe inständig auf eine umgehende Klarstellung von ihr, damit „böööösen Gedanken“ die Grundlage entzogen wird.

  2. J. P. Kirchhoff

    Wenn bei dieser Sache etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen wäre, dann könnte Felizitas Thunecke ihre Musiknacht wohl absagen. Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, diese Veranstaltung „nachzukalkulieren“, Herr Dzubilla?

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Es muss doch wohl jeden misstrauisch machen, dass „der Erlös“ exakt 3.000 Euro sein soll. Denkbar wären 2.987 Euro oder 3.068 Euro. Doch es stand nirgendwo, dass ein Gönner die Summe aufgerundet oder ein Stehler die Summe abgerundet hat. Wie dem auch sei, ich verspreche, den Fall aufzuklären, notfalls durch den Rechtsweg, denn die Angelegenheit kann man so nicht einfach auf sich beruhen lassen, dazu ist der Fall viel zu ernst. Aber ich gehe nach wie vor davon aus, dass ich bei meiner Rechnung etwas übersehen habe.

  3. Martens

    Ich schätze mal, dass Frau Thunecke den Blogbeitrag von Dzubilla gelesen hat und bereits an einer Antwort formuliert. Sollten hier Gelder zweckentfremdet worden sein, so wäre dieses ein Schlag ins Gesicht aller Künstler und auch derjenigen, die ihre Hilfe gratis in den Dienst einer guten Sache gestellt haben. Also, Frau Th., wo sind die 5 Mille Erlöse geblieben….?

  4. Fragender

    Sehr merkwürdig, diese Sache! Gut, dass Ihnen dieses Missverhältnis zwischen Einnahmen und Spende aufgefallen ist! Bleiben Sie unbedingt an dem Thema dran und halten Sie uns auf dem Laufenden!
    Da mit Sicherheit außer der MARKT- Redaktion, Frau Thunecke, dem Rathaus auch einige der Ehrenamtlichen hier mitlesen, glaube ich mal, dass wir spätestens morgen Nachmittag hier eine Erklärung vorfinden werden.

    1. Fragender

      2 Tage später – und keine Antwort / Klarstellung weit und breit! Ich gehe jetzt vom Schlimmsten aus: Unterschlagung von Spendengeldern – und besonders schlimm: Es müssen mehrere Leute davon wissen und das Unvorstellbare ZUMINDEST gedeckt haben!
      Nicht locker lassen, Herr Dzubilla! Wenn hier nicht vorbehaltlos aufgeklärt wird, geraten zwangsläufig alle zukünftigen Benefizveranstaltungen unter Generalverdacht. Was für ein unermesslicher Schaden!

  5. Wolfgang König

    Nur noch einmal nebenbei, ich kann es mir nach einem schönen Weihnachtsfest mit guten Freunden aus der Nachbarschaft und Familie nicht mehr verkneifen: Die mir gegenüber sehr unhöfliche Frau Thunecke hat wohl gedacht, nach 10 (in Worten zehn) langen Wochen zwischen Benefilz-Konzert und pressewirksamer Spendenübergabe sei alles (Geld-Differenz) vergessen. Klug wäre sie gewesen, wenn sie alle Einnahmen klammheimlich einbehalten hätte. Sie hat nun dafür gesorgt, dass in Ahrensburg Benefilz-Veranstaltungen sehr unglaubwürdig und billig geworden sind. Bei den Anwaltskosten gegen sie würde ich mich gerne mit 25 % beteiligen (kein Witz).
    Silvester richte ich meine Raketen schon gegen Süd-Ost (sehr schräg stehende Start-up-Flaschen – 350 m Reichweite) in leere Augenhöhlen, durch die früher Blei gegossen wurde (Gerhard Hauptmann). Wo wohnt Frau Thunecke?

  6. Wolfgang König

    P.S.:
    Die grobe Berechnung der Differenz stimmt. Ca. 5.000 bis 6.000 Euro sind offenkundig in schwarze Kanäle gewandert – sind den steuerfrei Begünstigten entgangen. Ist das ein erstmaliges Ereignis???? Sicherlich interessiert sich nun auch das Finanzamt Stormarn für diesen Fall. Ich kenne dort einen Steuerfahnder – einen Wadenbeißer.

  7. Sabine Heinrich

    In diesem Zusammenhang fällt mir auf, dass ich nirgendwo etwas über das Spendenaufkommen bei der tollen Musikveranstaltung „Musik for free“ am 30.4.15 gelesen habe.
    Wahrscheinlich habe ich das überlesen; ich würde mich daher freuen, wenn der Betrag noch einmal genannt werden würde.

    1. Antje Karstens

      Sehr geehrte Frau Heinrich,

      aufgrund der weihnachtlichen Urlaubszeit kann ich leider erst jetzt auf Ihre Frage antworten, das tue ich aber sehr gerne:

      Erst einmal vielen Dank für das Kompliment – wie schön, dass Ihnen unsere Veranstaltung „Music for free“ so gut gefällt!

      Selbstverständlich geben wir die Spendenergebnisse nach jeder Veranstaltung möglichst zeitnah als Pressemeldung heraus. Im Jahr 2015 sind 1819,94 Euro gesammelt worden. Leider habe ich 2015 nur eine Veröffentlichung unseres Ergebnisses gefunden (http://ahrensburg24.de/music-for-free-grosse-begeisterung-fuer-veranstaltung-und-spendenergebnis/), ob die anderen Medien nichts veröffentlicht haben oder ob die Meldungen mir entgangen sind, kann ich nicht sagen.

      Als Hintergrundinformation: Die von uns verwendeten Sammeldosen gehören der AWO. Sie sind offiziell für Sammlungen dieser Art hergestellt und verplombt. Mitarbeiter der AWO holen die Dosen in den teilnehmenden Betrieben (an der Veranstaltung können sich als Gastgeber der Konzerte nur Mitglieder des Ahrensburger Stadtforums beteiligen) nach der Veranstaltung ab und teilen uns nach dem Zählen das Ergebnis mit. Die Spenden kommen auf diese Weise niemals mit Einnahmen oder Kosten der Veranstaltung in Berührung – im wahrsten Sinne des Wortes! 🙂

      Wenn Sie wieder einmal Fragen zu unserem Verein oder zu unseren Veranstaltungen haben können Sie auch den direkten Weg wählen und mich einfach anrufen. Unter 04102 / 50 660 bin ich montags bis freitags von 9 – 13 Uhr in unserem Büro in der Großen Straße 16-20 zu erreichen.

      Herzliche Grüße

      Antje Karstens
      Ahrensburger Stadtforum für Handel, Gewerbe und Tourismus e. V.

  8. Ahrensbürgerin

    Sollten hier tatsächlich Spendengelder unterschlagen worden sein, dann möchte ich nicht in der Haut der Veranstalter stecken. Das wäre wohl ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Insofern wäre es gut, wenn Frau Thunecke die Sache so schnell wie möglich aufklären würde.

    Was mich wundert: Ich hatte gedacht, die Stormarnbeilage würde heute auf dieses Thema eingehen, denn bestimmt liest man dort die Szene.

  9. Der Spatz vom Rathausdach

    Der Fall ist ja noch viel, viel delikater, meine lieben Mitbürger! Denn wer war der Schirmherr dieser Veranstaltung? Genau: Unser Gut-gemacht-Bürgermeister: http://www.abendblatt.de/region/stormarn/article205801419/Karten-sichern-Das-Gutshof-Festival-steigt-am-10-Oktober.html
    Nun könnte der gemeine Verdacht aufkommen, dass der Differenzbetrag aufgewendet wurde für den Wahlkampf des Bürgermeisters. Denn: Die Stichwahl fand genau einen Tag nach dem Gutshof-Festival statt!

    1. Frau Behnemann

      Interessant, das gesamte Organisationsteam zu sehen. Meine Frage: Warum grinsen die eigentlich alle so schelmisch…..?

  10. Ypsilon

    Hallo Herr Dzubilla,

    hier noch ein paar Gedanken zu o.g. Blog Eintrag auf szene-ahrensburg. Ich möchte hier allerdings nicht genannt werden, da ich persönliche Gründe dafür habe. Also:

    – Waren in den Eintrittsgeldern Getränke und Speisen frei enthalten? Wohl kaum, also gab es bei 650 Personen nicht unbeträchtliche weitere Einnahmen. Im Schnitt sicher über 10 € pro Person. Der Wareneinsatz dürfte sehr gering sein. Wir suchen also weit über 10.000 €.

    – Es scheint jedoch so zu sein, dass auch andere wohltätige Vereine, wie der gerade aufgelöste (http://www.reden-handeln-helfen-stormarn.de/) zumindest nicht transparent kommunizieren. Dazu gab es in der Richard-Dehmel-Straße im November 2014 einen vom Verein organisierten Adventsmarkt. Der Verein hat hier bis heute auch nicht darüber informiert, wo denn der Erlös geblieben ist.

    Das alles macht es den seit Jahren und Jahrzehnten aktiven Service Clubs die Hilfe nicht einfacher. Gelder werden hauptsächlich derzeit für Flüchtlinge gespendet, freiwillige Hilfsleistungen ebenso. Das bestätigt auch wieder der heutige Abendblatt Artikel http://www.abendblatt.de/hamburg/article206864267/Dramatischer-Spendenrueckgang-bei-vielen-Hilfsorganisationen.html#.

    Beste Grüße,
    Ypsilon

  11. Observator

    Ahrensburger Restaurants und Läden sollten sich ernsthaft überlegen, ob sie ihre Räume auch im kommenden Jahr wieder für Thuneckes Musiknacht kostenlos zur Verfügung stellen!

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Wenn ich in diesem Zusammenhang mal daran erinnern darf, wie Frau Thunecke dermaleinst die Stadtverordneten verarscht hat mit dem Hinweis, sie habe zahlungskräftige Investoren für einen Kulturbetrieb im Rohrbogenwerk im Rücken, woraufhin die Politiker einer teuren Bodenprobe zugestimmt haben, deren Kosten zu einem Teil von eben diesen potentiellen Investoren übernommen werden sollten. Bis heute ist mir nicht bekannt, dass diese Kostenbeteiligung tatsächlich passiert ist, geschweige denn, dass es die besagten Investoren überhaupt gegeben hat, sodass ich vermute: Der Bürger hat für diesen Blödsinn unfreiwillig voll bezahlt. Geld, das bis heute in der Stadtkasse fehlt. Und Bürgermeister Sarach stellt sich als Schirmherr schamlos neben diese Frau. 😉

  12. Ketzer

    Die Angelegenheit stinkt ja dermaßen zum Himmel, dass hier schnellstens von höchster Stelle nachgehakt werden muss!
    Bitte auch gleich aufklären, wieviel Spenden bei „Musik for free“ eingenommen und wofür ausgegeben wurden.

  13. Ludwig Armstark

    Hello, Mr. Dzubilla! Könnten Sie bei dieser Gelegenheit nicht auch mal den Spendenbetrag zum Benefiz-Event für Vince Weber nachkalkulieren, das ja auch von besagter Felizitas Tunichtgut veranstaltet worden ist?

    1. Sabine Heinrich

      Hallo, Herr Armstark,
      Sie haben mich neugierig gemacht, und daher habe ich mal ein bisschen dieses Benefiz-Konzert vom 18.10.2013 gegooglet. Laut HA wurden ca.700 Karten verkauft, die 18€ (+VVG) kosteten und an der Abendkasse 25€. Ich habe nie und nirgendwo etwas über den Ertrag (über den Erfolg der Veranstaltung schon) – der Pi mal Daumen bei 15.000€ gelegen haben dürfte, gelesen. Normalerweise präsentieren sich Wohltäter schnell in den Medien und zeigen stolz einen Scheck vor – was auch in den meisten Fällen ok ist.
      Warum haben wir nichts von der gewaltigen Summe von ca. 15.000€ – eher mehr – erfahren? ich habe wirklich hin und her gegooglet – ohne Erfolg. Über die Einnahmen war nichts zu finden. Schon seltsam…
      Wenn Frau Thunecke nichts zu verbergen hat – was ich von Herzen hoffe – steht schon morgen ein klärender Text im Abendblatt und übermorgen im MARKT – zusätzlich zu einer Stellungnahme hier, die noch heute erfolgen sollte.

  14. Sabine Heinrich

    Bis jetzt keine klärende Darstellung – weder hier, noch in der Stormarnbeilage – dann vielleicht im MARKT morgen? Vielleicht liest ja einer der Freunde von Vince Weber hier mit und fragt ihn mal, wieviel Geld damals sofort an ihn übergeben wurde.
    Das könnte er dann ja hier mitteilen; ich denke, dass wir, die wir damals das tolle Konzert genossen, teure Karten gekauft und Vince unterstützen wollten, Anspruch auf eine solche Auskunft haben, die natürlich zuallererst von Frau Thunecke kommen sollte – nur, darauf warten wir ja bereits vergebens.

  15. Sven Bublitz

    Der heutige Bericht von Mira Frenzel im Hamburger Abendblatt ist ein äußerst negatives Beispiel für objektiven Journalismus in Deutschland.

    Ein Glück habe ich mein Abendblatt-Abonnement zur Mitte nächsten Monats gekündigt.

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