Warum der Lindenhof bald Blindenhof heißen wird

Gehen Sie doch mal auf die Homepage der Stadt Ahrensburg! Dort wird die „Öffentlichkeit“ am Dienstag – also morgen, dem 4. November 2014 – eingeladen, und zwar in Sachen Planung Lindenhof-Bebauung und im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gem. § 3 Abs. 1 BauGB – wenn Sie sich die Bekanntmachung der Stadt bitte einmal selber durchlesen wollen!

Bildschirmfoto 2014-11-02 um 19.23.22Interessant ist, dass der Beschluss über die frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit erst am darauffolgenden Mittwoch in der Sitzung vom Bau- und Planungsausschuss stattfinden wird. Auch der Aufstellungsbeschluss wird dann rückwirkend erfolgen. Der Grund für diesen Schnelldurchlauf könnte das sogenannte „vereinfachte Verfahren“ sein.

Nach dem Dienstag – also morgen – ist damit alles durch, und das war’s dann. So wird der Platz anschließend bebaut, und die Ahrensburger werden sich verdutzt die Äuglein reiben, wenn sie dann feststellen, dass das Objekt zwei Stockwerke höher wird als das Altenheim gegenüber. Das Lindenhof-Grundstück wird sehr massiv und maximal bebaut. Einige Teilnehmer des Wettbewerbs sind da weitaus behutsamer vorgegangen – aber das hat der Jury offensichtlich nicht gefallen, warum auch immer.

3440000105AAlle Wettbewerber – mit Ausnahme des Siegers – haben sich außerdem daran gehalten, die Bäume zu erhalten; und sie haben vor allem den Allee-Charakter der „Lindenallee“ Wilhelmstraße respektiert. Im Siegerentwurf entfällt die eine Seite der Allee. Die Bäume müssen alle weg auf dieser Seite. Die Vorgabe der Stadt (die Bäume zu schützen) wird aus irgendwelchen Gründen nicht eingehalten. Plötzlich heißt es nun von Seiten der Stadt, dass der eine oder andere Baum sowieso krank war und gefällt werden müsse. In der Ausschreibung stand das nicht. Das wundert mich. Das Gebäude ist an der Stelle einfach viel zu groß und reicht bis an die Grundstücksgrenze. Sie können das auf den Plänen sehen. Wer vom Bahnhof kommt und in die Allee Richtung Hamburger Straße durch die Wilhelmstraße geht, wird nichts mehr vom Charakter einer Allee spüren.

Bildschirmfoto 2014-11-02 um 23.53.14Die Rolle der Grünen kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Auch sie sind für den Vorschlag: ca. 80 Wohnungen, ca. 120 Autos, ca. 160 Fahrräder. Ziel war ebenfalls, dass das Fahrradfahren gefördert wird. Auch davon ist nichts zu erkennen beim Siegervorschlag. Und meine Frage: Wozu diese Riesenläden, die da offensichtlich jetzt geplant sind? Und wo sollen die Kunden parken, die dorthin wollen?

Sie sehen: Viele Geheimnisse und Fragen ranken sich um den „Lindenhof“. Aber das kennen wir ja schon vom City Center Ahrensburg. Und von der ehemaligen Klinik in der Manhagener Allee. Und auch beim Rohrbogenwerk sind noch viele Fragen offen. Und beim Parkplatz Alte Reitbahn ergeben sich für mich ebenfalls eine Reihe von Fragezeichen…!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 3. November 2014

5 Gedanken zu „Warum der Lindenhof bald Blindenhof heißen wird

  1. J. P. Kirchhoff

    Hallo zusammen!

    Da kann man wohl nur noch hinzufügen: Bürger, seid wachsam, damit das Stadtbild von Ahrensburg nicht noch weiter zerstört wird!

  2. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    seien Sie beruhigt. Es erfolgt kein Beschluss ohne die Stadtverordneten. Und die wissen, was sie tun. In Ahrensburg ist alles behäbig. Der Lärmschutz an der Zufahrt Sieker Landschraße in die Umgehungsstraße scheint nun frühzeitig im Dezember abgeschlossen zu sein. Das Zeitlos-Gebäude ist seit Monaten abgebrochen und der Bauplatz ausgekoffert. Seit Monaten tut sich nix. Und dann soll ab Dezember bei Eis und Schnee ein Winterbau erfolgen? Dann soll Beton bei Frost geschüttet werden? Wo bleiben die verlorengegangenen Parkplätze? Bahnhof Ost (Hopfenbach) wird schon freundlich auf den Grünflächen und vor den Containern geparkt. Die Damen vom ruhenden Verkehr verteilen dort eifrig ihre roten Zettel. Es nutzt nichts.
    Mit erbaulichen Grüßen
    Wolfgang König

  3. Observator

    Ha, ha, ha, Herr König – ich lach mich schlapp! „Es erfolgt kein Beschluss ohne die Stadtverordneten. Und die wissen, was sie tun.“ Ha, ha, ha – selten so gelacht! Die Stadtverordneten, die damals bei CCA dabei waren, die wissen bis heute noch nicht, was sie getan haben. Und dann beim Erlenhof – ha, ha, ha! Und nun beim Lindenhof – Herr König, Sie sind aber auch ein Scherzbold – ha! ha! ha!

    PS: Doch, Sie haben Recht: Einige von denen wussten genau, was sie getan haben: Die Investoren erfreut haben sie!

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