Bürgermeister: Seid verschlungen, Millionen…?

Ich weiß nicht, ob Sie im MARKT die Kolumne lesen, welche überschrieben ist: „Politiker und Parteien haben das Wort“. Hier ist es in der Regel ja so, dass man nur gucken muss, wer dort gerade schreibt, um bereits zu wissen, was darinnen zu lesen ist. Mitunter jedoch liest man aber doch Überraschendes in dieser Rubrik. Zum Beispiel in der neuen MARKT-Ausgabe.

Unbenannt-4In dieser Woche schreibt Christian Conring (CDU), der nicht nur Stadtverordneter, sondern auch Vorsitzender ist im Finanzausschuss unserer Stadt. Und der CDU-Politiker berichtet über die Finanzlage von Ahrensburg, woraus ich eine Textpassage  zitiere, weil ich den Inhalt für äußerst bemerkenswert halte:

„Dank besonnener Politik und verbesserten wirtschaftlichen Umfelds ist es gelungen, in den letzten vier Jahren keine neuen Schulden aufzunehmen, sondern vorhandene Kredite konsequent abzubauen. Und das, obwohl die Verwaltung in ihren Haushaltsentwürfen für diese Zeit immerhin annähernd 15 Mio. Neukredite gefordert hatte. Auch für 2015 schlägt der Bürgermeister bei defizitärer Ergebnisplanung eine großzügige Kreditaufnahme von 7,2 Mio. Euro vor. Verantwortungsvolle Finanzplanung sieht anders aus!“

Wenn dem so ist, wie der Finanzexperte Conring es schreibt, dann frage ich mich: Warum will der Bürgermeister für das kommende Jahr großzügig 7.2 Mio. Euro an neuen Schulden machen? Wozu soll das Geld dienen? Womöglich sind es „Wahlkampfkosten“ für den Bürgermeister, weil 2015 ja Wahljahr für sein Amt ist und er deshalb uns Bürgern „millionenfach“ Geschenke bescheren will – die wir am Ende selber bezahlen müssen?

Geld ausgeben – auch auf Pump – muss ja nichts Schlechtes sein, wenn man damit einen Return on Investment erzielt, sprich: Man gibt 7,2 Millionen aus, um 14.4 Millionen reinzuholen. Und so hätte ich gern gewusst: Wofür wollen Sie für das kommende Jahr eine neue Kreditaufnahme in Höhe von 7,2 Millionen Euro haben, Herr Sarach…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. November 2014

5 Gedanken zu „Bürgermeister: Seid verschlungen, Millionen…?

  1. Peter Egan

    Liebe Szene Ahrensburg-Gemeinde,
    Herr Dzubilla weiß natürlich, dass Herr Conring von der CDU nicht zulassen wird, dass der SPD-Bürgermeister Wahlgeschenke auf Kosten der Gemeinde einplant. Selbstverständlich weiß Herr Dzubilla auch, dass jeder Bürger im Bürgerinformationssystem jede Menge Details über den Haushaltsentwurf 2015 erfahren kann. Er muß nur in der Rubrik „Sitzungskalender“ im November die Finanzausschuss-Agenda und dort unter TOP 8 die Vorlage 2014/086 und die Anlagen durchlesen. Das ist in 20 Stunden locker zu schaffen. Für den eiligen Leser eine kurze Zusammenfassung:
    Kassenfluss aus dem laufenden Geschäft : +1,5 Mio €
    Investitionen : 12,6, Mio €, davon Schulen und KiTas 2,5, Sanierung Lokschuppen 2,4, Erschließung Gewerbegebiet 3,2, Bau Flüchtlingsunterkünfte 1,0; Straßen 1,0, Moorwanderbrücke 0,4
    Wenn Sie mit mir der Meinung sind, dass die Projekte alle gut und schön sind, aber eine Kommune nicht mehr ausgeben sollte als sie einnimmt, so sind Sie leider Teil einer verschwindend kleinen Minderheit.

  2. Hermann Jochen Lange

    Hallo Herr Egan,
    wenn ich Ihren letzten Satz richtig verstanden habe, so besagt Ihre Wahrnehmung, dass die Ahrensburger Steuerzahler in überwiegender Mehrheit mehr Steuergeld ausgeben wollen, als das Finanzamt einkassiert. Folge: Das fehlende Geld müsste also „gepumpt“ werden = Pumpstadt.

    Allerdings habe ich eine andere Wahrnehmung – zugegeben, ich schaue nur über die uns trennende Gemeindegrenze. Dabei sehe ich, dass bei Ihnen so manches anders läuft , als in anderen Gemeinden. Und auch unser Blogvater Dzubilla schreibt im nächsten Beitrag, Ihre Verwaltung würde vom „Schweriner Bürgermeister“ geleitet ?
    HJL

  3. Uwe John

    Ich empfinde es schon als Verdummung, wenn Herr Conring von der CDU darüber palavert, dass Städte wie Detroit oder Oberhausen am Hungertuch nagen, pleite sind. Vermutlich ist Herr Conring noch sehr jung, denn sonst wüsste er, dass diese Städte einen gewaltigen wirtschaftlichen Aderlass hinter sich haben. Also, wenn Vergleiche, dann bitte fair. Uwe John

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