Ahrensburg: Ein Jubiläum und die Frage, ob die städtische Verwaltung vielleicht zuviel Kapazität frei hat

Der Ahrensburger Leser zieht am heutigen Tage die Stormarn-Beilage aus dem Hamburger Abendblatt, um sich zu informieren, was es denn wohl so Neues gibt in seiner Stadt. Und dann liest er den sensationellen, großen Aufmacher: “Das Abendblatt lädt zum Jubiläum”. Donna, donni aber auch, das ist mal wirklich eine Meldung, die rund ⅔ der Titelseite einnehmen muss, um nicht überlesen zu werden!

IMG_3393In der Meldung steht eigentlich nichts. Nur dass dass die Stormarn-Beilage ihre Leser mal wieder in die Redaktionsräume einlädt zu Musik und Häppchen und zum 65. Geburtstag. Und die Häppchen und Getränke, darauf wird ausdrücklich hingewiesen, die stammen von Timms Partyservice aus Bargfeld-Stegen. Und nicht etwa von Delikatessen Boy aus Ahrensburg, was sogar für mich ein Grund gewesen wäre, zum Jubiläum zu erscheinen. 😉

Der Witz: Es wird der 65. Geburtstag der “Ahrensburger Zeitung” gefeiert. Doch die gibt es schon lange nicht mehr. Heute gibt es eine Stormarn-Beilage, die mit der Ahrensburger Zeitung so gut wie gar nichts mehr zu tun hat. Aber das weiß man im Verlag in Essen vermutlich gar nicht, weshalb man die Feier des Tages für Leser und Inserenten genehmigt hat. Damals, zum Umzug in die die neuen Räume in der Großen Straße, waren laut Angabe der Redaktion “mehr als 700 Besucher” gekommen. Ob das alle Leser gewesen sind, weiß ich nicht, denn das Verbreitungsgebiet der Stormarn-Beilage ist ja im gesamten Bereich Stormarn. Und der bestand im Jahre 2012 aus rund 233.000 Personen, die theoretisch am 1. November 2014 alle in die Redaktionsräume kommen könnten.

Der Meldung darunter ist zu entnehmen: “Lindenhof: Der Gewinner darf bauen”. Das ist nicht ganz korrekt formuliert, sondern es muss heißen: “Lindenhof: Der Käufer will den Entwurf des Gewinners umsetzen”. Das Eigentliche in dieser Meldung ist aber Folgende Passage:

“Von Mittwoch, 22. Oktober, bis Sonnabend, 15. November, werden der Gewinnerentwurf sowie die Vorschläge der übrigen Teilnehmer des Architekturwettbewerbes im Rathaus (Manfred-Samusch-Straße 5) ausgestellt. Bei einer Vorstellung am Dienstag, 4. November, ab 18 Uhr, wird der Siegerentwurf erläutert. Es besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen.”

Was bedeutet das für uns Bürger? Können wir nach Besichtigung aller Entwürfe noch Einspruch erheben und uns für einen anderen Entwurf entscheiden? Oder bekommen wir vielleicht eine Antwort auf unsere Frage, wo in der Bauphase die Parkplätze eingerichtet werden, die während dieser Zeit abhanden kommen…?

Ich persönlich befürchte, dass die Veranstaltung im Rathaus so unsinnig ist wie ein Blinddarm. Oder wie der damalige Bürger-Jekami-Wettbewerb: “Wie gestalte ich mir meinen Rathausplatz?” Und deshalb vermute ich, dass es immer noch Mitarbeiter im Rathaus gibt, die einfach nichts Besseres zu tun haben, als unsinnige Ausstellungen zu machen.

Oder irre ich mich…?

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Oktober 2014

2 Gedanken zu „Ahrensburg: Ein Jubiläum und die Frage, ob die städtische Verwaltung vielleicht zuviel Kapazität frei hat

  1. Observator

    Hallo Herr Dzubilla!

    Beim genauen Hinsehen entdeckte ich, dass es sich hier um Werbung handelt. Weniger für das Hamburger Abendblatt als vielmehr für das Pianohaus Zechlin, wenn Sie mal die Bildunterschrift lesen wollen. Also: Um den Flügel (vermutlich) gratis in die Redaktionsräume zu bekommen, hat die Redaktion im Vorwege dieses große Werbefoto für das Pianohaus (“im Hintergrund Michael Zechlin”) auf die Titelseite gehoben. Und mit der Erwähnung vom Partyservice Timm lässt sich bestimmt auch ein besserer Preis auf Speisen und Getränke heraushandeln als ohne Erwähnung. Aber alles ist legitim, nämlich win-win, wie man so schön sagt. 🙂

    Schönes Wochenende wünscht der
    Observator

  2. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    möglicherweise ist Delkatessen Boy zu teuer, Die Angehörigen von Sky machen die Häppchen hinten in der Küche zum Schlemmerabend selber, Das kann man natürlich nicht von Presseleuten verlangen. Die haben 10 Daumen.
    An der Entwurfsvorstellung Lindenhof neu ist nichts mehr zu ändern – es sei denn, die Bürger sammeln wieder Unterschriften. Warum hat das Bauamt nicht Backsteinfassaden vorgegeben, um diese Neubauten an die Bauwerke der Hagener Allee anzupassen?
    Wo die Parkplätze während der Bauphase bleiben, ist zweitrangig. Wichtiger ist, wo der Bauherr die künftigen Ersatzparkplätze schaffen wird. Darüber ist nichts zu erfahren. Wahrscheinlich steht das im Vertrag – oder auch nicht. Wahrscheinlich zieht die Verwaltung wieder Ersatzgelder für diese nicht realisierten Parkplätze ein und verbraucht diese für Büromateriel wie bei den vielen Hunderten anderen, von Bauherren nicht realisierten Parkplätzen auch.
    Obwohl ich immer häufiger mit dem Bus fahre, wird der von Jahr zu Jahr teuer. Diese Fahrten treiben mich in die Altersarmut.
    Mit inflationären Grüßen
    Wolfgang König

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