Rotkäppchen und die redaktionellen Wölfe

Es war einmal ein Wolf. Der war auf der Suche nach Rotkäppchen, das er im Kreise Stormarn vermutete. Deshalb machte er sich auf den Weg dorthin. Und, um es kurz zu machen: Auf der Autobahn zwischen Witzhave und Reinbek wurde Isegrim von einem Auto erfasst und getötet. Friede seiner Asche!

Bildschirmfoto 2014-04-28 um 21.20.10Nun sehen wir bei ahrensburg24.de “ein Agenturbild des Wolfes”. Doch wenn man genauer hinblickt, dann ist es gar nicht ein Agenturbild des Wolfes, sondern auf dem Agenturbild sind zwei Wölfe zu sehen. Frage: Welcher ist denn nun ums Leben gekommen – der Wolf vorn im Bild oder der dahinter…?

Um eine Antwort zu finden, habe ich online bei der Stormarn-Beilage nachgeguckt. Und siehe hier: Nur ein einziger Wolf ist dort zu erkennen. Und weil dieser Wolf dem Wolf im Vordergrund bei ahrensburg24.de nur entfernt ähnelt, habe ich vermutet, dass es sich um den Wolf im Hintergrund handelt, der im Kreis Stormarn unter die Räder gekommen ist.

Aber haste gedacht! Nach Klicken auf den Stormarn-Beitrag des Hamburger Abendblattes erfährt der Leser zu seiner Verblüffung: Das ist überhaupt nicht der Wolf, der überfahren worden ist! Sondern es handelt sich hier bloß wieder mal um ein sogenanntes “Symbolfoto”. Was wiederum meine Vermutung aufkeimen lässt: Womöglich hat der böse Wolf im Kreise Stormarn gar nicht das Rotkäppchen gesucht, sondern die sieben Geißlein. Symbolisch gesehen, versteht sich. Und dann war eine gute Veeh ihres Weges dahergekommen, hat ihren Zauberstab geschwungen, und – simmsalabumm! – schon waren aus dem einen Wolf zwei Wölfe gezaubert! Und nachdem der eine Wolf überfahren worden war, lief der andere zur Stormarn-Redaktion und ließ sich symbolisch für den überfahrenen Kollegen fotografieren. Wolf ist schließlich Wolf. Und Fotos aus dem Archiv illustrieren das aktuelle Geschehen.

Ja, so könnte es gewesen sein. Genaueres können wir nur ahnen. Aber ich könnte natürlich auf diesem Wege meinen Freund Wolf fragen und ihn bitten, uns die Wölfe zu kommentieren, denn mein Freund Wolf, das ist ein alter Fuchs!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. April 2014

5 Gedanken zu „Rotkäppchen und die redaktionellen Wölfe

  1. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    sicherlich wollen auch Sie nicht den Original-Wolf inmitten seines Lebenssaftes und Gekröses auf der Straße liegen sehen – und dies auch nicht im Internet oder in der Zeitung. Ein schönes Foto als Erinnung an diese Art ist viel besser. Ich glaube kaum, dass das Opfer vorher zu Frau Veeh oder der Stormarnbeilage gehen würde, um noch schnell ein Foto von sich machen zu lassen.
    Schade um dieses Tier.
    Mit traurigen Grüßen
    Wolfgang König

  2. Sabine Heinrich

    🙂 🙂 🙂

    Ihr Freund Wolf, lieber Herr Dzubilla, ist das vielleicht jener, welcher sich – seine Fuchsesschläue nicht verbergen könnend – beharrlich durch Ihren Blog schleicht?
    Eine aufschlussreiche Antwort hierauf erwarte ich selbstverständlich nicht!

    Mit amüsierten Grüßen!
    S.H.

  3. Harald Dzubilla Artikelautor

    Hallo, liebe Frau Heinrich – hier zeige ich Ihnen meinen Freund Wolf – siehe unten!

    Lieber Herr König – statt einen Wolf aus dem Archiv zu nehmen, kann man auch Ede Wolf abbilden. Oder warum nicht…?

    Mit tierischem Grinsen
    Harald Dzubilla

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