Das Kino im Kopf der Mira Frenzel (Stormarn-Beilage)

Meine Frau und ich gehen sehr gern ins Kino. Und ich weiß: Was Ahrensburg wirklich nicht braucht, das ist ein Kino. In meiner Kindheit gab es in Ahrensburg drei Kinos. Und das letzte Kino, das wir hatten, das hatte zwei Vorführräume und stand dort, wo heute das CCA steht. Und der Betreiber hat es schon lange Zeit vor Baubeginn aufgegeben, weil es sich wirtschaftlich nicht mehr rentiert hat.

Stormarn-Beilage im November 2010

Stormarn-Beilage im November 2010

Und nun kommt Mira Frenzel, Schreibkraft bei der Stormarn-Beilage, und behauptet in einem Kommentar allen Ernstes: „Ein Kino wertet die Stadt auf“. Das ist genauso richtig, hätte sie geschrieben: „Ein Flughafen wertet die Stadt auf“. Und der Frenzel-Kommentar beginnt: „Viele Ahrensburger wünschen sich ein Kino“. Wie viele das sind, verrät die Schreiberin allerdings nicht. (Ich vermute: Weniger als die Zahl derjenigen Ahrensburger, die sich einen Flughafen wünschen!) Und recherchiert hat Mira Frenzel das Thema auch nicht richtig, denn sonst hätte sie mit dem ehemaligen Betreiber von Mini & Maxi genauso gesprochen wie mit dem Betreiber der Kinos in Bargteheide und Volksdorf und hätte sich ihren Kommentar ersparen können.

Bildschirmfoto 2014-04-29 um 09.26.00Apropos: Bargteheide und Volksdorf sind für Kino-Fans schnell zu erreichen. Und Parkplätze, die ein Kino den Besuchern bieten muss, gibt es dort auch. Und: In rund 25 Minuten gelangt man mit der U-Bahn nach Wandsbek, wo ein Super-Kino (CinemaxX) zu finden ist. Und das UCI an der Mundsburg ist auch nicht weit. Würde ein Investor in Ahrensburg sich dieser Konkurrenz stellen, dann müsste er schon ein Kino mit mindestens drei, besser sechs Vorführräumen betreiben. Aber wozu…?

Und nachdem Mira Frenzel auf das gute Kino-Angebot im benachbarten Hamburg hinweist und feststellt: „20 Minuten dauert die Zugfahrt von Ahrensburg ins Hamburger Stadtzentrum“, da kommt sie mit einer Schlussfolgerung, die ich Ihnen einfach nicht vorenthalten kann und also lautend:

„Auf der anderen Seite könnte sich Ahrensburg mit einem Kino von Hamburg emanzipieren und ein Betreiber mit dem richtigen Konzept erfolgreich sein.“

Ich wiederhole: „…könnte sich Ahrensburg mit einem Kino von Hamburg emanzipieren…“!

In diesem Zusammenhang erinnere ich daran, dass die Stormarn-Beilage schon einmal vehement für ein Kino in Ahrensburg plädiert hat, das Garagenbesitzer Theodor Hoffmann auf dem Dach einer seiner Garagen errichten wollte, und was vom Bauausschuss abgelehnt worden war.

Postskriptum: Sollte mich gar nicht verwundern, wenn Mira Frenzel kürzlich ein Date mit Thomas Albertin gehabt hat… 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. April 2014

3 Gedanken zu „Das Kino im Kopf der Mira Frenzel (Stormarn-Beilage)

  1. Observator

    Die Menschen gehen nicht einfach „ins Kino“, sondern sie gehen in einen Film. Und ein Kino in einer Kleinstadt, das für die verschiedenen Zielgruppen nur einen oder zwei oder drei Filme gleichzeitig anbietet, gleicht einer Buchhandlung, die nur einen oder zwei oder drei Romane vorrätig hat. Ein Kino finanziert sich heute nicht nur durch Filme, sondern auch durch Popcorn, Chips, Cola et cetera. Und ein Restaurant sollte am besten auch gleich integriert sein. Für Ahrensburg ein wirtschaftliches Konzept für ein Kino zu entwickeln, das schafft nur einer: Baron von Münchhausen! (Klar, der Bürgermeister möchte ein Kino in Ahrensburg, da er jeden Abend allein in seiner Bude hockt, weil die Family in Schwerin wohnt. 😉 )

  2. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    warum nicht ein Kino auf der Reitbahn, wenn die Anzahl der Parkplätze erhalten bleibt bzw. ergänzt wird?
    Der Investor kauft, baut und betreibt auf eigenes Risiko. Der Kinobetreiber betreibt auf eigenes Risiko. Leerstände sind allerdings unbeliebt. Der Investor ist gut beraten, die Statik und Konstruktion des Kinos so vorzusehen, dass er daraus in kurzer Zeit Wohnraum oder Parkraum schaffen kann.
    So ein Kino würde viele Ahrensburger an gute, alte Zeiten erinnern (ein Saal für Blockbuster und ein Saal für Oldies). Es ist Sache des Betreibers, mit moderaten Preisen, ansprechenden Filmen und gutem Service, das KIno wirtschaftlich zu führen.
    Mit flimmernden Grüßen
    Wolfgang König

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Klar, es gibt immer Leute, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Und wenn es doch der große Wunsch ist von Mira Frenzel – warum dann nicht ein Kino? (Aber ’n Flughafen wäre auch praktisch, damit wir uns von Fuhlsbüttel emanzipieren! 😉 )

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.