Jeder, der schreiben kann, kann Autor werden

Die Stormarn-Beilage berichtet heute darüber, dass eine Großhansdorfer „Künstlerin“ aus ihrem neuen Roman liest. Das soll passieren in der Stadtbücherei in Ahrensburg. So weit, so gut.

Bildschirmfoto 2013-12-30 um 08.22.41Zum Allgemeinen: Wenn ein Mensch einen Roman zu Papier gebracht hat, dann schickt er das Manuskript an einen oder mehrere Verlage. Und je unbekannter der Mensch ist, an desto mehr Verlage muss er sein Manuskript schicken. Dort wird es von einem Lektor gelesen und beurteilt. Und wenn das Werk zu schlecht ist für eine Veröffentlichung zwischen zwei Buchdeckeln, dann hat der Autor sein Manuskript für die eigene Schublade geschrieben. Oder…

…er sucht sich ein Buchdruckunternehmen, das alles druckt, was die Verfasser dort hinschicken. Dann allerdings müssen die auch den Druck des Buches bezahlen plus Bearbeitungsgebühren. Was bedeutet: Jeder Mensch im Lande kann heute einen Roman veröffentlichen und sich als „Schriftsteller“ bezeichnen.

Die besagte Autorin aus Großhansdorf hat nicht nur als „vielseitige Künstlerin“ sogar „das Cover ihres neuen Buchs wieder selbst entworfen“, so berichtet es uns die Stormarn-Beilage, sondern sie hat ihr Buch auch bei der Edition winterwork drucken lassen. Und dafür macht die Stormarn-Beilage nun Werbung für die Lesung in der öffentlichen Stadtbücherei in Ahrensburg, wo offenbar jeder lesen darf, der schreiben kann.

Nein, ich will damit nicht behaupten, dass der Roman schlecht sein muss. Ich will damit nur sagen: Nicht jeder, der ein Buch veröffentlicht, ist in meinen Augen ein/e Schriftsteller/in. Und neugierig bin ich, ob die/der Schreiber/in der Stormarn-Beilage das Werk tatsächlich gelesen oder sich nur auf die Angaben der Autorin verlassen hat, um Reklame für sie zu machen…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 30. Dezember 2013

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