Horst Kienel: Ein städtischer Beamter vergisst, dass er ein Dienstleister ist und kein Gutsherr

Ich habe gerade meinen Telefon-Anbieter gewechselt. Zum ersten Mal tat ich dieses, seit ich ein Handy habe. Diese Tatsache wird Sie vielleicht nicht sonderlich interessieren, aber wenn ich Ihnen verrate, dass ich nun im Monat mit meinen beiden Anschlüssen bei besserer Leistung weitaus weniger zahle als zuvor, dann werden Sie vielleicht hellhörig, zumal es kein kleiner Anbieter ist, den ich mir neu ausgesucht habe. Aaaber: Telefonische Vorteile müssen Sie schon für sich selber recherchieren, da Handy-Tarife ja immer sehr individuell zu errechnen sind.

Bei Gas (und natürlich auch bei Strom) geht das Wechseln dagegen leichter; und außerdem wird Ihnen dabei geholfen. Zum Beispiel durch das Werbeportal ahrensburg24 (das mit dem fröhlichen Blümchen-Logo!).  Auf diesem Portal fiel mir soeben eine Anzeige von Verivox in die Pupille, welche zwischendurch mal direkt neben dem Logo der Stadtwerke Ahrensburg zu lesen war:

Werbung auf dem Werbeportal: ahrensburg24

Werbung auf dem Werbeportal: ahrensburg24

Ich stutzte darüber. Und obwohl ich diese Werbung wie erwähnt auf ahrensburg24 gelesen hatte, fragte ich mich: Ob das mit dem Sparen wohl auch auf Ahrensburg zutrifft, denn angeblich sind die Tarife der Stadtwerke doch so einmalig günstig, wie es uns braven Bürgern seit Jahren so suggeriert wird, oder? Und kaum hatte ich mich das gefragt, da wurde meine Frage auf ahrensburg24 auch schon beantwortet, nämlich durch ein Überblenden des Werbe-Banners, sodass ich nun auf dem Werbeportal lesen konnte:

Werbung auf dem Werbeportal ahrensburg24

Werbung auf dem Werbeportal ahrensburg24

Und weil ich ohnehin schon seit geraumer Zeit nicht sonderlich gut zu sprechen bin auf den Stadtkämmerer von Ahrensburg und gleichzeitigen Geschäftsführer der Stadtwerke, also Herrn Horst Kienel, weil der es offenbar für unter seiner Würde hält, meine direkten und berechtigten Anfragen an ihn zu beantworten, deshalb habe ich den Wechsel meiner beiden Energieverträge im Auge. Beide zusammen sind brutto schon ein ziemlicher Betrag. Und wenn ich dabei netto echt Geld sparen kann, dann nix wie weg von dieser ehemaligen GAG, die immer noch ein Gag ist! Diesbezüglich habe ich dem Stadtkämmerer meine Kündigung schon angedroht, sollte er weiterhin auf der langen Leitung seiner persönlichen Arroganz stehen und vergessen, dass er ein Dienstleister der Bürger ist und nicht umgekehrt wir Bürger lediglich als Steuer- und Gebührenzahler zu seiner Verfügung stehen müssen.

Und in der nächsten Stadtverordneten-Versammlung werde ich dann einige Fragen diesbezüglich an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Stadtwerke stellen, nämlich an unseren Gastarbeiter aus Schwerin, der seinen Mitarbeiter Kienel vermutlich nicht „im Griff“ hat, was wir ja auch aus immer noch überfälligen Jahresabschlüssen der Stadt Ahrensburg ablesen können. (Oder ist 2009 inzwischen fertig…?) Und dann werde ich mich auch nicht mehr wie ein Schüler mit einer schriftlichen Beantwortung vom Oberlehrer abspeisen lassen, Herr Sarach, sondern ich verlange die Antworten live vor Ort. Zumal ich Ihnen meine Fragen an Herrn Kienel bereits per Kopie zur Kenntnis gegeben habe, so dass Sie ausreichend Zeit haben, sich auf die Antworten vorzubereiten.

Bildschirmfoto 2013-11-28 um 16.25.20Zuvor aber noch eine Frage an meine Leser: Kann ich der Werbung auf dem Reklameportal ahrensburg24, wo Werbung und Redaktion nicht immer deutlich voneinander getrennt sind, überhaupt trauen? Zumal die Stadtwerke Ahrensburg ja offiziell als „Partner“ (!!!) dieses Werbeportals auftreten, was in meinen Augen schon ein ziemliches Gschmäckle hat, wie der Schwabe zu sagen pflegt, wenn er Unrat wittert – siehe die Abbildung!

Vielleicht kennt auch jemand von Ihnen einen Anbieter, der bessere Konditionen bietet als Sarach/Kienel, die im vergangenen Jahr nicht nur gutes Geld der Stadtwerke Bürger in einem unnötigen Prozess durch mehrere Gerichtsinstanzen verheizt haben, sondern auch Reklame im Namen der Stadtwerke machen, die meiner fachlichen Meinung nach etwas daneben ist und – mediatechnisch betrachtet – vermutlich mehr Geld kostet als sie kosten müsste, weil Herr Kienel bei seinen Ausgaben wohl nicht so genau auf den Cent achtet und ebenso beratungsresistent ist wie sein Vorgesetzter, der Herr Bürgermeister. Letzteren hat er überdies durch massive Schaltung von Werbung der Stadtwerke Ahrensburg im „Rathaus-Journal“ (inzwischen glücklicherweise eingestellt) unterstützt, um diese bürgermeisterliche PR–Postille–Posse zu finanzieren, die so nötig gewesen ist wie ein Blinddarm.

Ach ja, und hier können Sie zum Spaß auch selber testen, wenn Sie Gas- und/oder Strom-Verbraucher sind und einen Vertrag mit den Stadtwerken Ahrensburg haben:

Gasvergleich

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. November 2013

3 Gedanken zu „Horst Kienel: Ein städtischer Beamter vergisst, dass er ein Dienstleister ist und kein Gutsherr

  1. Horst Hilt

    Hallo Herr Dzubilla,

    neben dem von Ihnen schon genannten Vergleichsportal Verivox gibt es noch zwei weitere gute Portale: http://www.toptarif.de und http://www.check24.de. Bei einem Verbrauch von 22.000 kWh, was etwa 2.000 m³ entspricht, kann man gegenüber den Ahrensburger Stadtwerken bis zu 200,- Euro pro Jahr sparen. Und wer den so genannten Neukundenbonus in Anspruch nimmt, zahlt im ersten Jahr sogar bis zu 360,- Euro weniger!

    Allerdings ist bei der Inanspruchnahme des Neukundenbonus Vorsicht angebracht, weil diese Tarife ab dem zweiten Jahr oft wesentlich teurer sind. Man muss also vor Ablauf des ersten Jahres rechtzeitig einen neuen Check machen. Wem das zu aufwendig ist, klickt in der Abfragemaske, wo PLZ und Verbrauch anzugeben sind, die Häkchen bei „Neukundenbonus“ bzw. „Einmaliger Bonus“ – und unbedingt auch das Häkchen bei „Pakettarife“ – weg.

    Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, dass das Bundeskartellamt die seinerzeitige GAG verurteilt hat, die seit dem 01.01.2007 zuviel berechneten Konzessionsabgaben zurückzuzahlen. Was die GAG nach eigenen Angaben auch getan hat – aber nur an die „fremden“ Gasanbieter in Ahrensburg, wie z.B. priogas, Grünwelt Energie oder Vereinigte Stadtwerke Ratzeburg. Die eigenen Kunden dagegen zahlen nach wie vor – im Gaspreis versteckt – die höheren Konzessionsabgaben. Aus diesem Sachverhalt heraus erklären sich zumindest zum Teil die höheren Preise der Stadtwerke Ahrensburg.

    Mit frdl. Gruß
    H. Hilt

  2. Observator

    Könnte es sein, dass Herr Kienel auf Grund seiner Doppeltätigkeit überfordert ist? Dafür spricht auch, dass er bis heute offenbar noch keine Zeit gefunden hat, die Gastarife der Ahrensburger Stadtwerke zu senken, denn warum sollen wir Ahrensburger bei unseren eigenen Stadtwerken mehr bezahlen als wir das beispielsweise bei den Stadtwerken Ratzeburg tun müssten? Oder kann der Stadtkämmerer einfach bloß nicht rechnen?

    Meine Meinung: Die Geschäftsführung einer Firma wie der Stadtwerke Ahrensburg sollte man keinem unkündbaren (!) Beamten übertragen, sondern einem fachkundigen Marketingmanager, den man bei Missmanagement zur Verantwortung bis hin zur Kündigung ziehen kann!

  3. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    Sie haben schon vor einem halben Jahr über die Verwaltung, die Gebühren und die Gaspreise geschrieben. Herr Hilt hat das damals kommentiert. Auf der Suche nach einem günstigeren Gasanbieter bin ich stecken geblieben. Die wollen alle nur mein Bestes: mein Geld. Mietern ist das schwierig zu verdeutlichen.
    Ich frage mich immer wieder, wie so hoch dotierte Beamte mit jeweils einem immensen Bereich an fachlichen und sachlichen Aufgaben sowie Personalführung mit allen Aspekten (Kennenlernen, Kontrolle, Weiterbildung, Beurteilung, Beurteilungsgesprächen usw.) all diese Tätigkeiten in der Dienstzeit ohne Überstunden erfüllen. In ihren Nebentätigkeiten obliegt ihnen eine gleichwertige Aufgabe. Wie kann ein Beamter gleich zwei solche jeweils mit Überstunden belastete Fultime-Nebentätigkeiten erfüllen? Hier steht der Bürgermeister in der Verantwortung gegenüber den Bürgern und der Gesundheit der betroffenen Personen !! Kommt der Bürgermeister diesen Pflichten nach?
    Ohne Nebentätigkeiten hatte ich nach Einführung einer Stechuhr auch für mich aus den unbezahlten Überstunden eine zweite Urlaubszeit.
    Ich frage mich, wie man als Beamter so eine umfangreiche „nebenberufliche Tätigkeit“ u.a. des Verwaltens der Stadtwerke während der regulären Arbeitszeit bewerkstelligen kann. Die Mitarbeiter der Stadtwerke und Dritte sind nur während der Arbeitszeit erreichbar. Wird diese Verwaltungs-Arbeitszeit, zu der auch Telefonate, Besprechungen, Aufsicht und Kontrolle der Mitarbeiter, allgemeine Tätigkeit, Personalführung usw. gehören als bezahlte Überstunden und bezahlte Wochenendarbeitszeit angeschrieben? Oder wird die umfangreiche Tätigkeit unter Abstrichen am Familienleben mit achtstündiger gesundheitsschädigender Nachtarbeit am PC erbracht? Wie hoch ist das Zweitgehalt, welches unsere stätdischen Spitzenbeamte aus ihren umfangreichen Nebentätigkeiten zusätzlich zu den Buni, fiktiven Auslagen, Weihnachtsgeld usw. einnehmen???? Wer hat diese umfangreichen Nebentätigkeiten wann genehmigt? Auch ehrenamtliche Nebentätigkeiten Berufstätiger müssen angemeldet und genehmigt werden. In Arbeitsverträgen oder Nebenabsprachen steht auch etwas über Vorteilsnahme und Geschenkannahme. Aber letztendlich entscheidet das Stadtparlament über solche Verwaltungsvorlagen.
    Mit nachdenklichenklichen Grüßen
    Wolfgang König

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