Schmierentheater im Marstall! Gespielt wurde das bekannte Stück: „Sterntaler fallen nicht vom Himmel“

27 Jahre ist es her, als Stephan Remmler gesungen hat: „Keine Sterne in Athen“ Und heute bekam der Song eine Fortsetzung mit dem neuen Refrain: „Keine Sterne in Ahrensburg“. Was meint: Die Weihnachtsbeleuchtung wird es in der Schlossstadt in diesem Jahr nicht geben – es sei denn, das Stadtforum finanziert die An- und Abmontage der Sterne, die von Bürgern und Kaufleuten gestiftet wurden.

120px-DBP_1959_324_Wohlfahrt_SterntalerWieder mal stand unser Schweriner Gastarbeiter in der Kritik während der Stadtverordneten-Versammlung am heutigen Abend  im Marstall. Michael Sarach hat nach eigenem Bekunden mit dem Stadtforum vom Frühjahr an bis noch vor kurzem verhandelt und erklärte zu seiner eigenen Entschuldigung: „Was nützt es, wenn die eine Seite (gemeint: die Stadt) sich bewegt, aber die andere Seite (gemeint: das Stadtforum) statisch bleibt?“ Wozu der Bürgermeister von Tobias Koch (CDU) gefragt wurde, ob er versehentlich seine Rede aus dem vergangenen Jahr noch einmal gehalten hat, und warum er denn nicht rechtzeitig den Mund aufgemacht hat sondern bis kurz vor Weihnachten gewartet hat.

Aus der Not heraus stellte Koch im Namen der CDU den Antrag, dass die Stadt in diesem Jahr erneut die Kosten für die Sterne übernehmen soll. Der Fraktionschef: „In Ahrensburg dürfen zu Weihnachten die Lichter nicht ausgehen!“ Und Thomas Bellizzi (FDP) pflichtete dem Antrag für seine Fraktion bei: „Erbärmlich, wenn eine Stadt wie Ahrensburg das nicht hinbekommt!“  

Aber keine Chance bei den übrigen Fraktionen! Christian Schubbert (Grüne): „Die Weihnachtsbeleuchtung ist keine städtische Aufgabe.“ Doris Unger (SPD): „Wir müssen für Vereine und Schulen um jeden Euro kämpfen!“ Dazu ihr Parteigenosse Achim Reuber: „Die Wirtschaft hatte ein Jahr Zeit, das Thema zu klären. Wir dürfen keine Steuergelder verschwenden!“ Und Hinrich Schmick von der WAB kritisierte den Bürgermeister („Herr Sarach, warum haben Sie uns nicht rechtzeitig informiert?!“), und meinte, dass die Stadt nicht wegen der Kosten geradezustehen hätte.

Das Tragikomische bei diesem Stück lag nicht zuletzt auch darin, dass kein Mensch genau sagen konnte, wie hoch die Kosten denn nun wirklich sind. Im letzten Jahr waren es angeblich 16.000 Euro, die von der Stadt getragen wurden. In diesem Jahr sprach der Sprecher Zimmermann des Rathauses von 20.000 Euro. Und auf die heutige Frage an den Bürgermeister erklärte dieser: „30.000 Euro“. Seine Begründung: Die Steckkontakte passen nicht, die Masten haben Schäden durch Korrosion, und das Stadtforum hätte sich bei der Anschaffung der Sterne nicht um die technischen Voraussetzungen gekümmert.

Das Stadtforum selber glänzte mit den Sternen um die Wette, nämlich durch Abwesenheit ihres Geschäftsführers. (Oder war Götz Westphal „sternhagelvoll“ unter seinen Stuhl gerutscht?) Das Abstimmungsergebnis über den Antrag von CDU-Koch, dass die Stadt die Kosten übernehmen soll: 11 x ja (CDU & FDP in seltener Koalition) und 16 x nein (Grüne, SPD und WAB).

Positive Ergebnisse am heutigen Abend: Die Einrichtung einer Oberstufe am Heimgarten: einstimmig ja. (Nun geht der Antrag samt Votum nach Kiel.) Zum Adventsmarkt vom Bürgerverein auf dem Rondeel: einstimmig ja. Zuschüsse für Theater-Vereine: einstimmig ja.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. Oktober 2013

3 Gedanken zu „Schmierentheater im Marstall! Gespielt wurde das bekannte Stück: „Sterntaler fallen nicht vom Himmel“

  1. Einwohner Abg

    Hallo miteinander!
    Die Stadtwerke verdienen an uns Bürgern. Warum können die Stadtwerke uns Bürgern im Gegenzug nicht ein kleines Weihnachtsgeschenk machen und die Sternlein aufhängen – gratis, versteht sich, weil wir Einwohner von Ahrensburg ja dafür sorgen, dass die Arbeitsplätze in den Stadtwerken gesichert sind. Und viele von uns haben ja auch die 160 Sterne gekauft und gespendet – also gratis überlassen. Oder sehe ich derartige soziale Leistungen zu erwartungsvoll, liebe Mitbürger?

    1. Christian Schubbert

      Hallo lieber Einwohner,

      ich finde die Fragestellung schon schwierig…

      Kennedy hat einmal gesagt: Fragen Sie nicht, was Amerika für Sie tun kann, fragen Sie, was Sie für Amerika tun können.

      Auch die Stadtwerke sind ein Stadtbetrieb. Ein Teil des Gewinns fließt in den Haushalt der Stadt. Der Haushalt ist im Minus. Am Reesenbüttel werden im nächsten Jahr Räume für sechs weitere Hortgruppen benötigt – und die Räume sind nicht da. Das ist noch nicht im Haushalt berücksichtigt.

      Bürger haben Sterne gesponsert. Das ist richtig. Aber nicht von der Stadt, sondern vom Stadtforum. Es wurde weder berücksichtig, wie die Sterne an die Masten kommen, noch wer die jährlichen Kosten der Aufhängung übernimmt.

      Ahrensburg leistet viel. Vor allem im Bereich Kindergärten und Hort. Aber es reicht dennoch nicht aus. Und am Ende des Geldes ist immer noch so viel zu tun übrig…

      Ihr

      Christian Schubbert

      1. Observator

        Hallo Herr Schubbert von Hobe! Zunächst mal großes Lob, dass Sie als Stadtverordneter zu diesem Thema antworten! Ich bin allerdings genauso wie mein Vorredner der Meinung, dass es die Stadt keinen Cent kostet, wenn vorhandene Mitarbeiter auch mal eine Leistung für die Stadt tun, ohne dass dafür intern eine Rechnung weitergereicht wird.

        Meine Rechnung: Wenn das Stadtforum 20000 Euro an den Bauhof zahlt, und der Bauhof diese 20000 Euro an die Stadt weiterleitet, die das Geld wiederum an das Stadtforum zahlt, dann sind doch alle zu ihrem Recht gekommen, ohne dass jemand finanziell belastet wurde. 😉

        Alternative: Gibt es unter den Mitgliedern des Stadtforums nicht auch einen Elektriker, der hier mal zum Selbstkostenpreis tätig sein kann? 160 Sterne á 50 Euro macht 8000 Euro oder so…

        Das Schlimme an der Sache ist ja: Von Januar bis Oktober wussten die Beteiligten, dass die Sache noch nicht geklärt ist. Und Ende Oktober findet dann die Suche statt — nach den Schuldigen. Und das sind dann letztendlich diejenigen, die schuld sind an dem ganzen Dilemma: die doofen Spender der Sterne 😉

        Aber die Sterne-Partys in Rathaus und Casa-Rossa mit Horst Schroth und Axel Zwingenberger und Michael Sarach und Götz Westphal waren tolle Events. Weiter so, Ahrensburg, dann werden wir den Weihnachtsmann schon killen! 😉

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