Fragen über Fragen für die Fragestunde der Einwohner

Der kluge Fuchs bringt den Esel auf dem Wege voran (Lithographie von A. Paul Weber)

Der kluge Fuchs bringt den Esel auf dem Wege voran (Lithographie von A. Paul Weber)

Bei jeder Versammlung unserer verehrten Damen und Herren Stadtverordneten gibt es die sogenannte „Einwohner-Fragestunde“, die genau genommen bloß eine halbe Stunde lang ist und bei der letzten Veranstaltung nur drei Minuten gedauert hat.  Denn es hatte sich genau ein Einwohner zu Wort gemeldet, und zwar Uwe John (StiftungFörderung der Jugendmusik“ ) mit Fragen an die Verwaltung. Weitere Fragen an Bürgermeister und  Politiker wurden nicht gestellt.

Warum nicht? Liegen den Bürgern keine Fragen mehr auf der Seele? Oder haben sie es einfach nur satt, Fragen zu stellen, auf die sie in aller Regel doch keine befriedigende Antworten bekommen?

Früher gab es zum Beispiel drei engagierte Damen aus der Stadt, die sich regelmäßig in den Versammlungen der Stadtverordneten zu Wort gemeldet haben: Gertrud Tammena, Sigrid Steinweg und Anne Frey. Lange habe ich diese Bürgerinnen weder im Marstall gesehen noch gehört. Frage: Sind sie jetzt alle fraglos glücklich? Oder einfach fortgezogen aus Ahrensburg…?

Wer einen Spickzettel für das Fragestellen in der Ahrensburger Stadtverordneten-Versammlung benötigt, dem kann ich dienlich sein. Ich habe mal ein paar Fragen aufgeschrieben, die Sie gern nach eigener Auswahl übernehmen können. Zum Beispiel am Montag, dem 23. September 2013 um 19.30 Uhr im Marstall:

Was ist denn nun mit dem 40.000-Euro-Weg für Behinderte in der Rathausstraße, wo die Autos parken?

Was hat die automatische Toilette der Firma JCDecaux vor dem Rathaus den Steuerzahler bis heute gekostet? Und wie hoch sind die bisherigen Erlöse aus den Geschäften der Bürger?

Wie weit sind die (gefühlt) jahrelangen Verhandlungen des Bürgermeisters mit e.on-Hanse in Sachen badlantic über eine vernünftige Lösung bezüglich der Kosten?

Warum werden die unsinnigen badlantic-Plakate nach vielen Jahren immer noch mit Stursinn in den City-Light-Säulen geschaltet?

Wann werden die Rampen in der Rampengasse endlich „verschönt“, sprich: verkleidet?

Warum sind die Pflanzkästen am Rathausplatz immer noch nicht hergerichtet?

Warum wird der Lindenhof-Parkplatz nicht zum Ahrensburger ZOB ausgebaut mit unterirdischen Parkplätzen für Autos und Kiosk mit Imbiss?

Warum zieht der Wochenmarkt nicht endlich in die Hagener Allee um?

Warum kommt der Wochenmarkt nicht in private Hände, nachdem der unkündbare Beamte Dorow durch eifriges Nichtstun demonstriert, dass ihm das Marketing für den Wochenmarkt total am Arm vorbeigeht?

Warum lässt die Stadt den Rathausplatz nicht von einem privaten Ahrensburger Unternehmer gestalten und bewirtschaften?

Warum wird das Hosting und die Wartung der Homepage von Ahrensburg von keinem Ahrensburger oder Stormarner Unternehmen gemacht, sondern von einer Lübecker Firma?

Warum wurde das Design und die Umsetzung der Online-Page der Ahrensburger Stadtwerke von keiner Ahrensburger oder Stormarner Firma gemacht, sondern von einem Unternehmen in Köln?

Warum wurde die Erstellung der Internet-Seite vom badlantic nicht von einer Ahrensburger oder Stormarner Firma gemacht, sondern von einem Unternehmen aus dem Kreis Dithmarschen?

Warum stehen 80 Parkplätze unter dem Rathausplatz leer, obwohl die Stadt dem Eigentümer eine öffentliche Zu- und Ausfahrt über die Fahrbahnmitte in der Rampengasse geschenkt hat?

Wozu haben Bürger eigentlich ihre Entwürfe und Vorschläge für eine Rathausplatz-Neugestaltung gemacht und die Rathaus-Mitarbeiter dafür viele Arbeitsstunden eingesetzt?

Warum wurden Bürger und Bürgerinnen in einer aufwändigen Briefaktion nach ihren IBAN- und BIC-Angaben befragt und müssen für die Antwort auch selber noch Porto ausgeben?

Warum wird der Stormarnplatz hinter dem Rathaus nicht in einen Parkplatz verwandelt, attraktiv angelegt mit Hecken?

Warum unternimmt niemand was gegen die Parkgebühren in Ahrensburg?

Sigrid Steinweg

Sigrid Steinweg

Was ist in den letzten 36 Monaten passiert, um den  Blödmann („Muschelläufer“) vom Rondeel zu nehmen – siehe 1.600 schriftliche Forderungen von Bürgern und ungezählten Nachfragen von Sigrid Steinweg und Harald Dzubilla!?

Warum hat Ahrensburg rund 40 Millionen Euro Schulden und Bargteheide 0,0?

Wie gedenkt die Stadt Ahrensburg, ihre angesammelte Rekordschuldensumme  bis wann zu tilgen?

Ach ja, und noch was: Warum, liebe Mitbürger, war früher so vieles besser in der Stadt Ahrensburg…?

Auch die Redaktion der Stormarn-Beilage darf sich dieser offenen Fragen gern bedienen, damit sie nicht nur so spannende Themen bringen muss wie: „Der Verkehrskasper ist wieder da!“, was am Freitag doch tatsächlich der Aufmacher gewesen ist, obwohl die zumeist älteren Lesern noch gar nicht bemerkt hatten, dass der Vehrkehrskasper nicht mehr da gewesen ist.

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 2. September 2013

5 Gedanken zu „Fragen über Fragen für die Fragestunde der Einwohner

  1. Andreas Hausmann

    Tja, Sie haben recht!
    Ich würde gerne auch ganz viele Fragen stellen, teilweise sogar die ähnlichen wie angegeben, aber auch ich dachte bislang, warum interessiert nur mich das, das interessiert doch viel mehr Mitbürger – können da nicht auch mal andere fragen??
    Aber die anderen scheint es ja nicht zu interessieren, sonst würden sie ja fragen. Dilemma! Ergo stehen wir alleine da mit Fragen.
    …schlimmer noch: Wenn dann einer fragt, sehen die anderen Nichtfrager gleich einen Mitbürger, der nichts anderes zu tun hat, als blöde (eigentlich alle interessierende) Fragen zu stellen. -Mehr als Dilemma – gar ein Trilemma.

    Aber sie haben da voll und ganz recht: Selbst wenn Fragen gestellt werden (teilweise ganz nach Protokoll und mit Aussicht auf Antwort…), auch ich warte noch auf einige bei Ausschüssen und Versammlungen gestellte und beantwortete Fragen….
    Ach, unsere Verwaltung…seufz, und unsere Politiker, doppelseufz

  2. Observator

    Ich habe dazu auch noch eine Frage: Wurden Ihre Fragen, Herr Dzubilla, denn inzwischen schon von Rathaus und Politik beantwortet? Wenn nein, warum nicht? Lesen jedenfalls tun die Damen und Herren doch alle Ihr Blog, sodass sie nicht behaupten können, sie hätten von all diesen offenen Fragen nichts gewusst. 😉

  3. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    die drei Damen sind noch unter uns.
    Die Bürger sind fraglos sprachlos. Das ist nur ein Teil vom Eisberg.
    Drucken Sie Ihre Fragen aus und senden Sie sie an unseren Bürgervorsteher. Da bekommen Sie sicher eher eine Antwort als von der Verwaltung.
    Bei vielen Fragen wird viel Kompetenz für die Antwort benötigt. Sie hätten doch als Stadtverordneter kandidieren sollen.
    Auch ich warte noch auf Antworten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang König

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