Janina Dietrich will „Hasstiraden“ gegen Kommunalpolitiker im Internet gesehen haben

Janina Dietrich ist Redakteurin beim 3. Buch Abendblatt. Heute schreibt sie einen Kommentar mit der Überschrift: „Kommunalpolitikern mehr Respekt zollen!“ Was ich durchaus unterschreibe. Aber warum sollte der Respekt nur „Kommunalpolitikern“ gegenüber gezollt werden und nicht auch uns Lesern vom 3. Buch Stormarn gegenüber, Frau Dietich?

aus: Hamburger Abendblatt, Print & Online

Janina Diertrich, die Redakteurin beim 3. Buch Abendblatt, schreibt: „Immer häufiger müssen sich Lokalpolitiker für ihre Entscheidungen beschimpfen lassen, auch in Stormarn. Im Internet werden sie auf Blogs und in Netzwerken wie Facebook aufs Übelste beleidigt und gekränkt.“ Und weiter im Wortlaut heißt es: „Schnell werden dort Menschen in ihrer Ehre verletzt.“ Und die Redakteurin schreibt von „Pöbeln“, von „Hasstiraden“ und „Beschimpfungen“.

Da ich mich als Blog-Betreiber nicht angesprochen fühlen muss, frage ich mich: Warum nennt die Redakteurin nicht die Namen von Personen auf Facebook, Blogs und Netzwerken und zitiert die veröffentlichten Beweise für das, was sie behauptet?

Ich selber verfolge keine Blogs in Stormarn und lese selten auf Facebook und Twitter. Und nirgendwo habe ich das gelesen, was Janina Dietrich tadelt; und deshalb habe ich auch keinen blassen Schimmer, wen oder was die junge Dame meint und ob das überhaupt auf Ahrensburg zutrifft. Sachbezogene „Kritik“ mit Namen und Ursachen und Begründungen, wie sie zum Beispiel auch auf Szene Ahrensburg alltäglich ist, meint die Redakteurin jedenfalls nicht, wie sie ausdrücklich erwähnt.

Kurzum: Ein Pauschalabwurf von Behauptungen, ohne dabei Namen und Beweise für den öffentlichen Angriff zu nennen, hat mit Journalismus relativ wenig zu tun. Das ist Meinungsmache und Manipulation, Frau Dietrich, um nicht zu sagen: schlechter Stil.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. Januar 2018

14 Gedanken zu „Janina Dietrich will „Hasstiraden“ gegen Kommunalpolitiker im Internet gesehen haben

  1. Frau Behnemann

    In ihrem großen Bericht daneben schreibt Frau Dietrich nichts von Ahrensburg sondern es wird eine Bargteheiderin zitiert. Umso verwerflicher ist es, dass die Schreibern das pauschal auf Stormarn überträgt mit ihrem Kommentar.

    Antworten
  2. Koslowsky

    Ah, verstehe: Wenn eine Bargteheiderin sowas gesagt hat, dann trifft es laut Frau Dietrich auf den gesamten Kreis Stormarn zu. Aber wenn jemand Frau Merkel beschimpft oder Herrn Schulz beleidigt, dann ist das okay, weil die ja nicht ehrenamtlich arbeiten, gelle? Janina, was willst Du denn mal werden, wenn Du groß bist? 😉

    Antworten
  3. Frank B.

    Behauptungen, Unterstellungen, das Schüren von Vorurteilen geenüber Menschen, die ihr grundgesetzlich garantiertes Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen: Die Stormarnbeilage entfernt sich immer weiter von seriösem Journalismus.

    Antworten
  4. Rüdiger

    Das ist tendenziöse und manipulative Berichterstattung, weil Zusammenhänge suggeriert werden, die gar nicht existieren. Hier wird der Anschein erweckt, als ob die Parteien in kleinen Orten gar nicht genügend Kandidaten für die Kommunalwahl finden würden, weil diese Kandidaten im Internet beschimpft würden. Diese Behauptung ist frei erfunden, sie wird nirgendwo belegt. Die eigentlich wichtigen Fragen werden erst gar nicht gestellt, z.B.: Sind Parteien überhaupt erforderlich , um in kleinen Orten Kommunalpolitik zu betreiben? Gibt es nicht genügend Beispiele dafür, dass Parteienvertreter nur zu ihrem eigenen Vorteil in die Kommunalpolitik gehen? Wie wir aus Umfragen wissen, liegt ein wichtiger Grund darin, dass viele Wähler aufgrund langjährigen Erfahrungen den Parteien misstrauen!

    Antworten
  5. Martens

    Da es das von Dietrich angeführte Problem in Ahrensburg nicht gibt, denke ich, dass die junge Frau sich das ganze Thema aus den frisch lackierten Fingernägeln gesogen hat. Irgendwie muss das Papier ja gefüllt werden. Und weil das Blatt sowas macht, springen die Leser ab, und neue Leser kommen sowieso nicht.

    Antworten
  6. Petra

    Die Probleme mit den Auflagenverlusten bei der Stormarnbeilage sind hausgemacht. Wer sich mit schlechtem Journalismus zufrieden gibt, kann ja gleich ahrensburg24 lesen.

    Antworten
  7. B. Krüger

    Das Abendblatt verbreitet Fake-News. Ob das jemand in der Hamburger Funke-Zentral-Redaktion mitkriegt? Hat die Redakteurin D. das freiwillig gemacht, oder wurde sie von ihrem Chef dazu „überredet“? Gut jedenfalls, dass Szene-Ahrensburg das festgehalten hat. Danke!

    Antworten
  8. Frieda B.

    Artikel und Kommentar in der Stormarnbeilage lassen auf eine konzertierte Aktion zwischen Rathaus, SPD (siehe Kommentar im Markt) und Stormarnbeilage schließen. Vordergründig soll hier das politische Ehrenamt gestärkt werden. Das wäre ja ehrenwert, wenn es nicht mit der generellen Verächtlichmachung von Kritik im Internet verbunden wäre. Auffällig ist, dass sowohl in diesem Kommentar als auch in dem Kommentar im Markt Kritik als „Meckern“ (Markt), „Verletzung der Ehre“, „Hasstiraden“, „Beschimpfungen“ diffamiert und Kritiker als „Dauernörgler“ ( alles Stormarnbeilage) beschimpft werden. Auch in diesem Kommentar ist der Tenor der gleiche wie im Markt: Wer kritisiert, soll es gefälligst selbst besser machen. Ich stimme Frank zu, dass eine derartige Verächtlichmachung des Rechts auf freie Meinungsäußerung an sich schon sehr bedenklich ist, weil der Kommentar selbst zu der Form von Diffamierung greift, die er zu bekämpfen vorgibt. Zum anderen hat die Stormarnbeilage auf diese Weise schon heute die Schuldigen ausgemacht, wenn noch weniger Wähler als beim letzten Mal zur Kommunalwahl gehen und wenn einmal in Stormarn etwas nicht rund laufen sollte: Es sind die Foren im Internet, die generell die Schuldigen sind. Der Kommentar ist grenzwertig und wäre bei Facebook nach heutigem Recht womöglich innerhalb von 24 Stunden gelöscht worden.

    Antworten
    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Die Funke-Mediengruppe, zu der das Hamburger Abendblatt gehört, hat einen neuen Geschäftsführer bekommen: Andreas Schoo. Der Mann, ein ehemaliger Kollege von mir, ist Rechtsanwalt. Ich möchte gern mal wiessen, wie er diesen Beitrag rechtlich beurteilt.

      Antworten
  9. Kannitverstan

    Die Ahrensburger CDU hat kein Nachwuchsproblem, die Kandidaten für die Kommunal-Wahl stehen fest, berichtet Ahrensburg24 und nennt zwei Punkte aus dem Wahlprogramm:

    Antworten
  10. Paul

    Das lässt nichts Gutes erwarten für die Berichterstattung über die bevorstehende Kommunalwahl! Mit diesem Artikel samt Kommentar werden die Schuldigen bereits festgelegt, bevor der Wahlkampf richtig begonnen hat!

    Antworten
  11. Britta S.

    Glauben die Redakteure der Stormarnbeilage tatsächlich, dass mehr Bürger in die Parteien eintreten, wenn man die Bürger beschimpft? In diesem Zusammenhang sei an eine frühere Wählerbeschimpfung durch den Bürgermeister der Stadt Ahrensburg (SPD) erinnert. Der oberste Verwaltungschef sagte gegenüber der Stormarnbeilage: „In anderen Ländern wären die Menschen froh, wenn sie überhaupt zur Wahl gehen könnten.“ Diese Wählerbeschimpfung durch den Ahrensburger Bürgermeister wurde von der Stormarnbeilage übrigens kommentarlos abgedruckt.

    Antworten
  12. Yvonne K.

    Ich sehe das so: Soziale Medien wie Facebook, youtube, Twitter und Blogs nehmen der Zeitung die Leser weg. Deshalb versucht die Zeitung, diese Medien unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Und damit wird die Redaktion selber unglaubwürdig. Ich habe noch nie etwas von Hasstiraden bei Facebook oder Twitter gehört.

    Antworten
  13. J. P. Kirchhoff

    Ist das kein Fall für eine Beschwerde beim Deutschen Presserat? Eine Zeitung kann doch nicht etwas behaupten, für das es offensichtlich keine Beweise gibt. Ich meine, eine Rüge durch den Presserat wäre hier durchaus angebracht.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.