Zu meinem 40. Geburtstag, der zugegebenermaßen schon eine kleine Weile zurückliegt, hatte der legendäre Karikaturist Karl-Heinz Schoenfeld (97) mir eine Zeichnung geschenkt, auf der ich dargestellt bin vor der Wahl: Soll ich entweder Bundespräsident werden oder bayrischer Ministerpräsident? – siehe die Abbildung!
Je nun, weder bin ich der eine geworden noch der andere, warum auch immer. Doch am Ende meiner beruflichen Laufbahn da stand ich dann tatsächlich vor einer Wahl, und zwar: Soll ich Blogger werden für Ahrensburg oder stattdessen lieber Influencer für Deutschland und den Rest der Welt…?
Ich verrate Ihnen kein Geheimnis, meine lieben Mitbürger, wenn ich Ihnen berichte, dass ich mich für ein Blog in meiner Heimatstadt Ahrensburg entschieden habe statt für ein Grenzen überschreitendes Werbeportal. Wobei ich zugeben muss: Bloggen in Ahrensburg ist eine ziemlich brotlose Kunst. Jedenfalls dann, wenn man nicht ganz viel bezahlte Werbung zur Veröffentlichung erhält und dazu auch noch auf Google-Werbung verzichtet wie ich Dummerjan das tue. Oder auch wenn man keine Bezahlschranke für seine Leser eingerichtet hat 😍
Ein Influencer ist ein Beeinflusser, der in sozialen Netzwerken eine große Reichweite hat und damit viele Anhänger, die man neudeutsch Follower nennt. Und der Influencer nutzt seinen Einfluss, um Meinungen zu manipulieren prägen, Trends zu setzen und Produkte zu bewerben. Dafür bekommt er nicht nur viele Waren von den Herstellern gratis und manche Dienstleistung auf den Leib geschmiert, sondern er kassiert auch noch Kohle aufs Giro und kann gut davon leben.
So weit die Einleitung, nun zum eigentlichen Thema dieses Blogs. Es ist nämlich so, dass immer wieder Leute glauben, dass sie mit Szene Ahrensburg auch redaktionelle Werbung gratis bekommen können, wofür sie dem Blogger nur irgendwelche Goodies zur Belohnung andienen müssen. Kurzum: Sie verwechseln den seriösen Blogger mit einem porösen Influencer.
Natürlich darf jede Firma eine Pressemitteilung an Szene Ahrensburg schicken. Die nachstehende zum Bespiel kam in dieser Woche von der Hamburger Firma HUNDERTpro Corp. Regis Behrens. Und der Firmeninhaber schreibt mir dazu:
„Hallo, Herr Dzubilla, im Anhang ein Text mit der Bitte um Veröffentlichung. Sofern eine redaktionelle Platzierung möglich ist, würden wir uns über einen entsprechenden Hinweis freuen und Sie gerne ins Gasthaus Glantz & Gloria einladen, um über künftige Kooperationsmöglichkeiten zu sprechen.“
Der erste Teil des Anliegens ist okay, der zweite Teil hinterlässt einen faden Geschmack auf meiner Zunge. Wieso, warum und weshalb soll ich mich in das besagte Restaurant einladen lassen, obwohl ich auch zugestehe, dass mir beim Anblick der Ente das Wasser im Munde zusammenläuft?! Aber: „Kooperationsmöglichkeiten“ mit einem Restaurant und dann auch noch in Delingsdorf, fernab von Ahrensburg?
Okay, eine Kooperationsmöglichkeit gibt es natürlich: Glantz & Gloria könnte Werbung treiben auf Szene Ahrensburg und dafür kooperativ meine Anzeigenrechnung bezahlen. Und im Rahmen dieser Kooperation würde ich im Gegenzug die Rechnung für ein Essen bei Glantz & Gloria in Delingsdorf gern selber begleichen und sogar Regis Behrens zu Ente und Apfelstrudel einladen, zumal ich die Kosten dafür in Bad Oldesloe als Geschäftsessen absetzen kann. 😋
Postskriptum: Wenn ich auf Szene Ahrensburg über Restaurants berichte, dann haben die Wirte mich nicht persönlich zum Essen eingeladen, sondern ich bin dort als ganz normaler und zahlender Gast hingegangen. Und wenn mir und meinen beiden Frauen das Essen und das Drumherum im Lokal gefallen haben, dann berichte ich positiv darüber. Und wenn etwas nicht geschmeckt hat – inklusive Preis – dann verschweige ich das auch nicht.

Aber als Bürgermeister für Ahrensburg hätten Sie schon kandidieren können, Herr Dzubilla, denn schlechter als die letzten drei Amtsinhaber hätten Sie es auch nicht gemacht. 😉