Redaktionspraktikant Lion Immor vom Hamburger Abendblatt berichtet heute in der Zeitug: „Ahrensburger Rondeel weniger holprig – Stadt plant schon weiter“ mit der Unterzeile: „Mehr Platz, mehr Ebene: Sanierung schafft Raum für Rollator und Rollstuhl in der City. Mit welchen Projekten es nun weitergeht.“ Und der Leser fragt sich: Was hat das zu bedeuten und wie geht es nun weiter?
Es bedeutet: Auf der Ahrensburger Veloroute Rondeel wurden Plattenwege geschaffen bzw. verbreitert. Für „Senioren mit Rollator, Eltern mit Kinderwagen, Menschen im Rollstuhl“, so der Reporter. Und dann kommt eine erstaunliche Aussage und also lauatend:
„Ganz fertig ist der neue Weg allerdings noch nicht. Da die Stadt breiter baute als geplant, fehlt nun noch ein kleines Stück. ‚Die Steine wurden extra gebacken‘, erklärt Gernoth Lüthje vom Fachdienst Straßenwesen. In den kommenden zwei Wochen will die Stadt die Lücke schließen.“
Und der Bericht schließt mit den einfühlsamen Worten und also lautend:
„Ein vollständig barrierefreier Umbau des Rondeels könnte laut Stadt bis zu fünf Millionen Euro kosten. ‚Wir müssen aber auch auf den Stadthaushalt achten‘, sagt Lüthje. Umso wichtiger sei es, erstmal dort anzusetzen, wo viele Menschen unterwegs sind.“
Was der Reporter nicht schreibt, das können Sie seit ewiger Zeit auf Szene Ahrensburg lesen: Das Rondeel ist keine Fußgängerzone, wo die vielen Menschen vom Verkehr unbehelligt spazierengehen können, in Cafés sitzen oder einkaufen und wo Kinder spielen können, sondern: Das Rondeel ist eine von der Stadt Ahrensburg festgelegte Veloroute, auf der die Radfahrer kreuz und quer und zumeist in rücksichtsloser Geschwindigkeit über den Platz brausen. Und Kinder auf ihren E-Rollern durchrasen. Und genau das werden sie mit Sicherheit auch tun über die neuen Gehwegplatten mit extra gebackenen Steinen für Senioren mit Rollatoren, Eltern mit Kinderwagen und Menschen im Rollstuhl.
Notabene: Die Herrschaft im Schilda des Nordens hat der ADFC, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, zu dessen Jubel die Stadt nicht nur eine riesige Fahrradparkanlage gebaut hat, die seitdem leer vor sich hin steht, sondern auch einen Deppenkreisel im Wulfsdorfer Weg, der mit seinen 580.000 Euro ins Schwarzbuch der Steuerzahler gehört!
