Junge Menschen haben es heute schwerer bei ihrer Berufswahl. Es gibt zunehmende Ungewissheit, welche Berufe eine echte Chance für die Zukunft haben. Der Grund: KI ersetzt mehr und mehr Arbeitsplätze. Schüler, die zur Zeit die 11. Klasse besuchen und bis zum Abi noch Zeit haben, die werden von ihren Lehrern aufgefordert, sich Gedanken über ihren zukünftigen Beruf zu machen. Und Mitarbeiter von der Agentur für Arbeit stehen den Schülern mit Beratung zur Seite, was durchaus sinnvoll und lobenswert ist.
Und damit komme ich zum Eigentlichen dieses Blogeintrages: Wenn Sie mit Ihren Kindern auch vor der Frage einer Berufswahl stehen, dann empfehle ich Ihnen, den Job eines stellvertretenden Redaktionsleiters beim Hamburger Abendblatt ins Auge zu fassen. Für mich, der ich für verschiedenen Verlage gearbeitet habe, mutet das an wie ein Traumjob im Journalismus: Gehalt kassieren mit fremder Leute Arbeit.
Ein aktuelles Beispiel für meine Behauptung ist Andreas Burgmayer vom Hamburger Abendblatt. Den Mann kennen Ahrensburger vermutlich garnicht, obwohl er „Stellv. Redaktionsleiter“ ist. Aber eben nicht für die Gesamtausgabe in der Hamburger Zentralredaktion, sondern der Redakteur sitzt in Norderstedt und ist für die dortige Regionalausgabe zuständig. Und…?
Andreas Burgmayer aus Norderstedt hat soeben einen Bericht aus Ahrensburg veröffentlicht. Über eine Frau, die An der Reitbahn auf dem Zebrastreifen von einem verrückten Autofahrer angefahren und schwer verletzt wurde. Frage: Woher weiß der stellvertretende Redaktionsleiter aus Norderstedt von diesem tragischen Unfall in Ahrensburg? Ganz einfach: Er hat einen Bericht von der Pressestelle der Polizei bekommen. Und diesen Bericht hat er umformuliert und dann unter seinem eigenen Namen und sogar mit Porträt (!) online veröffentlicht. Und um es optisch anzureichern hat er ein Archivbild herausgesucht und dazu die Bildunterschrift verfasst: „Eine Radfahrerin wurde am Montag in Ahrensburg angefahren und schwer verletzt (Symbolfoto).© picture alliance | Daniel Bockwoldt“ – siehe die Abbildung!
Der Redakteur war also wirklich fleißig. 🙂 Er hätte ja schließlich auch den Pressetext der Polizei im Originalwortlaut veröffentlichen können, dann allerdings ginge das nicht unter seinem eigenen Namen. Oder er hätte den Originaltext auch bei ChatGPT eingeben können mit dem Auftrag: „Bitte den Inhalt umformulieren!“, wobei er dann gleichfalls ein Resultat ohne eigene Arbeit erhalten hätte.
Hat er Letzteres womöglich tatsächlich gemacht…? 😎 Auf jeden Fall macht der Mann weiter wie Sie auch an diesem Beispiel erkennen.
POSTSKRIPTUM: Für solche Berichte muss man übrigens kein Abendblatt abonnieren; die Informationen finden man auch aus erster Hand im Internet. Und das sogar noch aktueller.
