Ich sehe rot: Was unterscheidet einen Maler aus Ahrensburg von einem Maler aus Rom?

Die Antwort zu meiner Frage in der Überschrift lautet: Der Unterschied ist der Preis für die Arbeiten der beiden Maler. Als Corpus Delicti sehen Sie das rote Quadrat links. Es hat im Original ein Format von 194,5 cm x 194,5 cm, was also einer Fläche von knapp vier Quadratmetern ergibt. Und wenn Sie zuhause so eine Wandfläche haben, die sie in dem entsprechenden Rot gestrichen haben wollen: Was würde wohl ein Ahrensburger Maler Ihnen dafür in Rechnung stellen, liebe Mitbürger?

Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht, da ich einen vergleichbaren Auftrag nicht erteilt habe. Ich weiß aber, dass der römische Maler Piero Dorazio für eben diese Fläche vor ein paar Wochen 2,6 Millionen Euro kassiert hat – allerdings posthum, denn der Mann ist bereits im Jahr 2005 verstorben, sodass nur seine Erben die Nutznießer sind.

Zur Erläuterung: Die rote Fläche trägt den Namen „Tic-Tac Rosso„, ist im Jahre 1959 mit Ölfarbe auf einer Leinwand erstellt worden von dem genannten Piero Dorazio (1927–2005), einem Maler, der in Rom geboren wurde. Und das Unglaubliche: Die bemalte Leinwand hatte einen Schätzpreis von lächerlichen € 300.000, die bei einem „Evening Sale vom 12.06.2026“ von der Firma Ketterer-Kunst verkauft wurde für lese, staune und lache: 2.600.000 Euro!

Ich hasse so etwas. Weil es in meinen Augen ein erkennbarer Betrug ist, der unter dem Deckmantel „Kunst“ legalisiert wurde. Die wahre Kunst besteht natürlich einzig und allein darin, Menschen, die mehr Geld haben als realen Sachverstand, über den Tisch zu ziehen. Und das rote Quadrat ist natürlich nur die Spitze eines riesigen Eisberges.

Postskriptum: Es gibt aber auch einen bekannten Ahrensburger Maler, der bereits zu Lebzeiten so hoch gehandelt wird, dass mir schwindelig wird. Einerseits schwindelig von den Verkaufspreisen, andererseits von dem, was Jonathan Meese, ein Schalk im Geiste von Till Eulenspiegel & Joseph Beuys, dafür an gewuseltem Gefummel auf seinen Leinwänden abliefert inklusive der Sprüche, die er medienwirksam von sich gibt.

Postskriptum: Selbstverständlich, liebe Leser, ist es der gelbe Neid, der aus meinen Worten spricht, denn leider beherrsche ich Dummerjan nicht die Kunst, aus bemalten Leinwänden irreales Kapital zu schlagen! 😇 ☠️ 🤡

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. September 2026

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