Die Stormarn-Redaktion vom Hamburger Abendblatt veröffentlicht immer wieder mal Berichte, die der Fragen würdig sind, womit ich meine: fragwürdige Berichte. Da kommt heute zu allem Überfluss ein Beitrag von André
Lenthe und Marc Nasner, der überschrieben ist: „Appell an Pop-Titan * Andreas Ellermann will Dieter Bohlen geheimes Naddel-Fotoalbum überreichen“ – siehe die Abbildung links!
Auch der naivste Leser weiß: Dieter Bohlen hat nullkommanull Interesse am geheimen Naddel-Fotoalbum. Und der Pop-Titan denkt keine einzige Sekunde daran, in die TV-Sendung von Andreas Ellermann zu kommen. Der ganze Beitrag ist eine ziemlich plumpe PR-Nummer für den kultigen Ellermann, der mit der Ex-Freundin von Dieter Bohlen bis zu deren Tod verbandelt gewesen ist und nun auch noch posthum Publicity daraus schlachten möchte. 😥 Sehr billiig das ganze Schmierentheater
Und dann informiert Pia Rabener die Leser vom Abendblatt in Stormarn darüber, dass es im Ahrensburger Restaurant Shibui nicht nur vietnamesisches Essen gibt, sondern man lese und staune: Es gibt dort auch Karaoke – Donni, Donni aber auch!
Für mich kommt hier als Botschaft rüber: Man kann in dem kleinen Lokal in der Großen Straße nicht in Ruhe die Stäbchen zum Munde führen, weil irgendwelche Leute dort ihre stimmlichen Übungen machen. Zum Glück gibts Karaoke aber nur am letzten Sonnabend eines Monats. Und für diesen Werbegesang hat Reporterin Pia möglicherweise eine warme Mahlzeit gratis bekommen. Oder darf sie dort Karaoke singen aus dem Musical „Wicked – Die Hexen von Oz“...? 🧙🏻♀️
Und Reporterin Pia Rabener hat auch über eine Brasilianerin geschrieben, die einen Mann in Linau über eine Dating-App kennengelernt und geheiratet hat. Was für ein Ereignis! Und dann kommt’s:
„Mit ihrem Mann will sie eine südamerikanische Community gründen.“ Klar, denn genau das ist es doch, was man in Linau erwartet, weil es dort eine deutsche Community ja bereits gibt, wo eine Brasilianerin natürlich nur sehr schwer Zugang bekommt zwecks Integration. Ach ja, und Werbung für kosmetische Behandlungen im Hause der Brasilianerin findet der Leser in dem Bericht ebenfalls, sodass die Südamerikanerinnen sich in Linau auch ihre Augenbrauen zupfen und die Fußnägel lackieren lassen werden. 🦶
Last but not least ein Bericht vom Stormarner Tageblatt. Unter der Zeile „Chaos jetzt nutzen“ erfährt der Leser: „Wehrdienst-Gegner aus Bad Oldesloe: Warum junge Männer sofort verweigern sollten“. Hier gibt ein „Friedensaktivist“ aus dem vorigen Jahrhundert seine Ratschläge, die er besser für sich behalten sollte. Dass die Zeitung darüber in Wort und Bild berichtet, zeigt mir als Leser, dass auch die Redaktion die Zeichen der Zeit nicht begriffen hat. Für mich sind die Soldaten der Bundeswehr die wahren Friedensaktivisten.
Meine Empfehlung: Man möge die Autorin Lucie Engert auf eine Recherchereise in die Ukraine schicken, damit sie an Ort und Stelle erlebt, warum wir in Deutschland eine starke Bundeswehr zur Abschreckung benötigen. Und der „Friedensaktivist“ soll nach Moskau reisen und dort den Mund aufreißen! Oder traut er sich das nur hierzulande im Schutze des Staates und der Bundeswehr? 😤
