Wo der Lockvogel zwitschert: Informationen über 500 g Erdbeeren aus Spanien/Griechenland/Marokko für 1.49 €uro

Erdbeeren sind Früchte, die nicht nachreifen wie zum Beispiel Birnen und Bananen. Das bedeutet: Erdbeeren werden gepflückt, wenn sie reif sind. Und dann müssen sie ziemlich rasch in den Handel und dan den Endabnehmer kommen, damit sie nicht verfaulen. Und wenn Lidl anzeigt, dass „Deutschlands günstigste Erdbeeren“ aus Spanien, Griechenland und Marokko kommen, dann denke ich, dass die Früchte nicht auf einem Lastenfahrrad  zu Lidl gebracht werden, sondern dass sie vermutlich mit dem Flugzeug reisen. Und dann frage ich mich: Wie ist da ein pfundiger Preis von 1.49 € überhaupt möglich?

Und dazu noch der Hammer auf den Hinterkopf: Lidl bewirbt einzig und allein die Billigerdbeeren in einer Anzeige. Format; 1/1 Seite vierfarbig. Und diese Anzeige habe ich gefunden in der BILD-Zeitung. Und was einseitige Anzeigen in der BILD-Zeitung je nach Auflage und Kunde kosten, können Sie hier ablesen und schätzen.

Damit komme ich zum Casus Belli und meinen Fragen: Warum hat Lidl den Preis von 2.99 € gesenkt auf 1.49 €? Und: Wieviel Pfunde muss Lidl von seinen Erdbeeren verkaufen, um beim Verkauf nicht zuzusetzen…?

Klar, inzwischen weiß auch der dümmste Konsument, dass es sich hier um ein klassisches Lockvogelangebot handelt. Denn kein Kunde fährt zu dem Discounter und lädt nur 1 Pfund Erdbeeren aufs Kassenband. Früher waren solche Lockvögel übrigens in Deutschland verboten, via EU sind sie heute erlaubt.

Und dann ist da noch EDEKA mit dem Kaufmann, der seine Lebensmittel liebt. Gefunden in  derselben Zeitung, allerdings auf einer 1/2 Seite im Anzeigenformat. In dieser Anzeige ist zu lesen von „Vielfalt, die begeistert – Preise, die überzeugen!“ Und der Konsument erkennt die Vielfalt, die ihn begeistert, bestehend aus vielfältigen Tafeltrauben und vielfältigen Kulturheidelbeeren. Und beide Beeren gibts in Aktion, und zwar zu 1.49 €, Wobei es sich bei den Weintrauben um 500 g handelt. Und bei den Heidelbeeren erfährt man im Kleingedruckten, dass der Preis nur für 125 g ist. Und während die blauen Beeren aus „Marokko oder Spanien“ stammen, kommen die roten Trauben aus der Republik Südafrika, also gleich von nebenan für 1.49 das Pfund.

Erdbeeren und Heidelbeeren gibts übrigens auch aus regionalem Anbau, wobei man auf die roten Früchte allerdings noch etwas warten muss.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 30. März 2026

2 Gedanken zu „Wo der Lockvogel zwitschert: Informationen über 500 g Erdbeeren aus Spanien/Griechenland/Marokko für 1.49 €uro

  1. Harald Dzubilla

    Ein Leser weist darauf hin, dass die Erdbeeren gespritzt und daher giftig sind. Aber, aber – doch nicht bei Lidl! Selbstverständlich sind die Erdbeeren nicht nur Bio, sondern genauso frisch und lecker wie die vom Felde aus Delingsdorf! Und im Himmel ist Jahrmarkt.

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