Was hat Milka Alpenmilch-Schokolade mit dem Stormarnteil vom Abendblatt gemeinsam?

In unschöner Regelmäßigkeit bekommen wir Stormarner Abendblatt-Leser nur noch 1 ½ Seite Lesestoff am Tag. Auch heute ist dort wieder eine halbe Seite mit einer Anzeige belegt – siehe die Abbildung! Wenn es sich bei einer solchen Anzeige um die Werbung eines Inserenten handelt, der bewusst seine Kunden im Kreis Stormarn ansprechen will, dann könnte ich das noch verstehen. Aber das heutige Inserat ist wieder einmal eine Eigenanzeige des Verlages, also ein Seitenfüller.

Warum erinnert mich das an Milka? Weil der Hersteller der Schokolade das Gewicht seiner Tafel „Alpenmilch* verringert und den Preis erhöht hat. Die Folge: Die Verbraucherzentrale erklärte soeben: Milka Alpenmilch ist ‚Mogelpackung des Jahres 2025′“.

Auf diese Weise spart der Funke-Verlag natürlich Kosten, denn auf der Doppelseite von heute stehen nur drei Beiträge. Und für den Abonnenten ist das ohnehin ein Witz, über den ich nicht lachen kann, denn alle drei der gedruckten Beiträge konnte ich gestern bereits online lesen.

Und was erscheint heute online? Heute erscheint ein Bericht mit der Überschrift: „Raser fährt Motorradfahrerin (29) tot – vorher Schüsse aus Autofenster“. Dieser Vorfall stammt aus Mai 2025 und wurde jetzt vor dem Amtsgericht Ahrensburg verhandelt.

Ich habe den Beitrag von Marc Nasner zweimal gelesen. Weder beim ersten noch beim zweiten Mal habe ich dort auch nur eine Zeile über „Schüsse aus Autofenster“ wahrgenommen. Und auch die Zwischenüberschriften in dem langen Textriemen sind merkwürdig. Mitten zwischen den Absätzen steht zum Beispiel: „Tödlicher Unfall bei Lütjensee: Festnahme am Tag danach scheitert“. Doch im nachfolgenden Fließtext feindet der Leser dazu keine Information.

Postskriptum: Das Abendblatt mit dem Stormarn-Teil kostet mich als Abonnent im Jahr rund 800 Euro. Das sind über 400 Tafeln Milka „Alpenmilch“ in der Mogelpackung.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. Januar 2026

3 Gedanken zu „Was hat Milka Alpenmilch-Schokolade mit dem Stormarnteil vom Abendblatt gemeinsam?

  1. Ein Freund

    Ich habe einen Tipp für Sie, Herr Dzubilla: Kündigen Sie Ihr Abendblatt-Abo und buchen Sie für das gesparte Geld 11 Tage auf Bali – zum Beispiel! Mit der Technik von heute können Sie auch von dort Ihre Blogs nach Ahrensburg schicken. 😉

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  2. Ute Inga

    Wir sind von Rahlstedt in die Siedlung Daheim gezogen und überlegen, wieder eine Tageszeitung zu abonnieren. Das Abendblatt hatten wir nach vielen Jahren wegen des schlechten Service des Funke-Verlags (teure Urlaubsnachsendung, Kündigung 6 Wochen zum Quartal!) gekündigt. Außerdem kam Rahlstedt dort fast nicht vor. Wenn ich Ihre Beiträge lese, ist das Stormarner Tageblatt aber auch nicht zu empfehlen. Generell kann man beobachten, dass die Regionalzeitungen mangels Anzeigen immer dünner und immer teurer werden. Da wundert es nicht, wenn die ausgedünnten Redaktionen keine „heißen Eisen“ anfassen mögen oder vielleicht sollen.

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