Gehören die Ahrensburger Politiker zu einer vulnerablen Gruppe mit hohem Schutzbedürfnis?

Im Peter-Rantzau-Haus tagen die politischen Ausschüsse der Stadt Ahrensburg inklusive der Rathaus-Mitarbeiter. Diese Personen sind „Angehörige einer vulnerablen Gruppe mit hohem Schutzbedürfnis“, so Bürgermeister Michael Sarach heute im 3. Buch Abendblatt über alle Personen, die sich in der Begegnungsstätte neben dem Rathaus begegnen. Einer Einrichtung, die von der Stadt Ahrensburg mit öffentlichen Geldern gebaut wurde und finanziell bezuschusst wird. Und deshalb kann das Peter-Rantzau-Haus keine öffentliche Impfstation in der Stadt Ahrensburg sein?

So vulnerabel verteidigt sich der Bürgermeister vom Schilda des Nordens gegen die Kritik, dass die Verwaltung so gut wie nichts getan hat, damit in unserer Stadt ausreichend Impfstellen eingerichtet wurden und ganz besonders nicht im Peter-Rantzau-Haus. Die Worte des Verwaltungsleiters klingen wie die Verteidigung eines Schüler, der dem Lehrer wegen nicht gemachter Hausaufgaben erklärt, er habe keine Tinte in seinem Füller gehabt.

Da Michael Sarach noch neu ist in Ahrensburg, kann er natürlich nicht wissen, was der Auftrag für das Peter-Rantzau-Haus ist. Und dass dieses Haus keine private Einrichtung der Firma AWO ist, sondern ein öffentlich frei zugängliches Gebäude für alle Bürger inklusive Bürgermeister und Impfärzte.

Auch die Räumlichkeiten vom leerstehenden Restaurant “Casa Rossa” kamen für den Bürgermeister als Impfstelle nicht infrage. Das 3. Buch Abendblatt berichtet: “Laut Sarach standen diese nicht im Verhältnis zur Eignung der Räume. Er sagt: ‘Der dort erforderliche Aufräum- und Reinigungsaufwand macht, neben dem angesichts der Lage nur schwer zu steuernden Besucherstrom, diese Liegenschaft sowohl als Impfstelle als auch für offene Angebote nur eingeschränkt nutzbar.’“

Dümmer kann die Ausrede gar nicht sein. Wir leben in einer Pandemie, unter der die Menschen leiden. Und die Stadt stellt für 60.000 Euro sogenannte “Parklets” in die Manhagener und Hagener Allee, ist aber nicht bereit, 300 Euro an eine Reinigungsfirma zu zahlen, damit das Lokal in der Manhagener Allee gereinigt werden kann. Selbst wenn “diese Liegenschaft als Impfstation nur eingeschränkt nutzbar” ist – warum wurde sie dann nicht eingeschränkt genutzt?!

Meine lieben Mitbürger, erinnern Sie sich noch, warum der Teufel seine Großmutter schlug…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. Januar 2022

5 Gedanken zu „Gehören die Ahrensburger Politiker zu einer vulnerablen Gruppe mit hohem Schutzbedürfnis?

  1. Frau Behnemann

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass Herr Sarach insgeheim zu den Impfgegnern gehört und glaubt, Corona wäre nur eine neue Form von Grippe. Wenn die Stadtwerke in der Lohe ihren Laden mal ein paar Tage für Impfzwecke zur Verfügung stellen würden, dann wäre schon viel erreicht. Oder müssen diese Räumlichkeiten auch erst gereinigt werden? Und was ist mit der Marstall-Galerie? Und wieso kann man im Schloss keine Impfstation einrichten?

  2. Andreas Hausmann

    Das mit dem Teufel und seiner Grossmutter würde mich nochmal interessieren, da habe ich eine Bildungslücke.

    Das mit der „Impfstättenverweigerung“ wird hier aber mal mehr als lobenswert erläutert: Ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass diese Stadt respektive die Stadtverwaltung nix ( in Worten: Nichts!) für die Ahrensburger Bürger macht oder gar unternimmt.
    Scheinbar ist alles mit „Auflagen“ („Arbeit“?) verbunden, oder mit „Kosten“ („Geld das an anderer Stelle rausgeworfen oder im Klo runtergespült wird“),
    Äußerst lobenswert fand ich die Initiative des Hagener Jugendtreffs, dort Impfungen durchzuführen, wobei ich mich frage, ob der JTH denn damit auch eine „kostspielige ( sic!) Reinigung“ gewonnen hat…aber genau da vermute ich sehr viel Eigeninitiative vom JTH dahinter- nochmal sehr lobenswert.
    Die wirklich hanebüchenen Ausreden des Verwaltungschefs halte ich für sehr irreführend und absonderlich.
    Fazit: Traurig, traurig für die größte Wirtschaftsmetropole im Kreis Stormarn.

  3. Harald Dzubilla Artikelautor

    Das Abendblatt Stormarn informiert online über Impfungen im Kreis Stormarn:

    “In Barsbüttel ist das Team der KVSH zweimal in den Räumen der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule (Soltausredder 28) zu Gast. Dort wird am Sonnabend, 29. Januar von 9.30 bis 16.30 Uhr, und einen Monat später, am 26. Februar, von 10 bis 16 Uhr, geimpft. An dem zweiten Termin sind auch Kinderimpfungen möglich.”

    Frage: Gibt es in Ahrensburg eigentlich keine Schulen…?

  4. Klausnitzer

    Woraus man erkennt, dass das Problem nicht fehlende Örtlichkeiten für Impfungen ist, sondern das Problem steckt im Rathaus und dort in den Köpfen von Beamten. Sarach ist da nur die Spitze des Eisberges, der seinen Kopf hinhalten muss.

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