Die beste Marketing-Idee für Lebensmittel-Supermärkte seit es Corona gibt!

Ich erinnere mich an eine alte Geschichte, die ich schon vor Jahrzehnten aus dem Munde einer Japanerin gehört habe. Diese Geschichte handelt von einer Firma im Lande der aufgehenden Sonne, die Glutamat in einer Streuflasche verkauft hat, womit man die den Geschmack von Speisen beim Kochen verstärkt. Und als die Geschäfte des Herstellers einmal deutlich zurückgegangen waren, überlegten die Führungskräfte in der Firma, wie man dem sinkenden Umsatz entgegensteuern und wieder bessere Abverkäufe erzielen könnte. Die Goldidee hatte dann die Ehefrau des Unternehmers mit ihrer Empfehlung: “Einfach die Löcher in der Streuflasche vergrößern!” Gesagt, getan. Und mit der Größe der Löcher vergrößerte sich auch der Umsatz.

Corona lohnt sich. Jedenfalls für Lidl!

An diese Geschichte musste ich gestern denken, als ich mit meiner Frau zu Lidl gefahren war, wo wir eigentlich “nur schnell ein paar Sachen” des täglichen Bedarfs einkaufen wollten. Und im SB-Markt mussten wir  – nach coronabedingter Anweisung für den Kreis Stormarn – pro Person einen Einkaufswagen nehmen … womit Sie aufgrund der Geschichte in meiner  Einleitung schon  an dieser Stelle ahnen werden, was passiert ist. 😉

Richtig erkannt: Wir sind mit einem Einkaufswagen pro Person durch den Markt gerollt und haben unabhängig voneinander eingekauft. Und wo wir früher aufgehört haben, wenn der gemeinsame Einkaufswagen gefüllt war, da haben wir gestern zwei Einkaufswagen vollgemacht. Und das ist keine erfundene Geschichte, weshalb ich Ihnen zum Beweis einen Blick auf unseren Einkaufsbon gestatte, denn zahlen durfte ich beide Wageninhalte zusammen = 231,80 Euro.

Mein gemeiner Gedanke: Der Lebensmittel-Einzelhandel hat die Marketing-Aktion mit den zwei Einkaufswagen zusammen mit der Landesregierung in Kiel ausgeheckt. 😉 In diesem Zusammenhang im Vergleich: Als Stadtgeld, das den Handel in Ahrensburg unterstützen soll und an dem Lidl nicht beteiligt wird, bekommen wir als in Ahrensburg lebende Familienangehörige nur 110 Euro von der Stadt. Damit wären wir gestern bei Lidl nicht sehr weit gekommen…! 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 30. April 2021

8 Gedanken zu „Die beste Marketing-Idee für Lebensmittel-Supermärkte seit es Corona gibt!

  1. Spürnase respektive Klugschnacker

    Wenn man 21 Packungen Kosmetiktücher kauft muss man sich über so eine hohe Rechnung nicht wundern 😉 Aber grundsätzlich sind 2 Einkaufswagen natürlich seeehr gefährlich 🙂

  2. Dr. Seltsam

    Wer warnen will, den straft man mit Verachtung.
    Die Dummheit wurde zur Epidemie.
    So groß wie heute war die Zeit noch nie.
    Ein Volk versinkt in geistiger Umnachtung.
    Erich kästner 1931 (und 2021)

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Und hier das Gedicht komplett zitiert:

      Die Zeit ist viel zu groß, so groß ist sie.
      Sie wächst zu rasch. Es wird ihr schlecht bekommen.
      Man nimmt ihr täglich Maß und denkt beklommen:
      So groß wie heute war die Zeit noch nie.

      Sie wuchs. Sie wächst. Schon geht sie aus den Fugen.
      Was tut der Mensch dagegen? Er ist gut.
      Rings in den Wasserköpfen steigt die Flut.
      Und Ebbe wird es im Gehirn der Klugen.

      Der Optimistfink schlägt im Blätterwald.
      Die guten Leute, die ihm Futter gaben,
      sind glücklich, daß sie einen Vogel haben.
      Der Zukunft werden sacht die Füße kalt.

      Wer warnen will, den straft man mit Verachtung.
      Die Dummheit wurde zur Epidemie.
      So groß wie heute war die Zeit noch nie.
      Ein Volk versinkt in geistiger Umnachtung.

  3. Dr. Seltsam

    Danke. Wie schön, dass Sie Erich Kästner auch mögen.
    Um es komplett zu machen: Das Gedicht heißt
    GROSSE ZEITEN
    In dem 1931 erstmals veröffentlichten Gedicht Erich Kästners Große Zeiten geht es um die Zeit in personifizierter Form. Es handelt sich um eine Gesellschaftskritik, die er sprachlich versteckt und gleichzeitig versucht aufzudecken.

  4. Wolf Buderus

    Sehr geehrter Herr Dzubilla,

    ich lese Ihren Blog regelmäßig. Teilweise ist er informativ, teilweise belustigend, teilweise wachrüttelnd, aber auch teilweise irritierend.

    Mit Ihrem Beitrag heute haben Sie mich irritiert. Sie waren einkaufen und beschreiben, wie Sie es geschafft haben, die Ein-Personen-Regel durch das “Ausleihen” zweier Einkaufswagen zu umgehen.

    Nun denn:

    Zunächst mal: Sie haben dabei eventuell formell gegen die Allgemeinverfügung des Kreises Stormarn verstoßen.

    Dort steht unter 3. “Das Betreten von Verkaufsstellen des Einzelhandels und von Wochenmärkten ist nur
    durch eine Person pro Haushalt gestattet. Eine Begleitung durch eine erforderliche Assistenz ist gestattet.” (Wenn ich so gut Satire schreiben könnte wie Sie, könnte ich alleine aus dem Begriff “erforderliche Assistenz” wahrscheinlich was machen….-:)))
    Unabhängig von der Formalie: Der Sinn und Zweck ist doch: “Leute, reduziert die Anzahl der möglichen Kontakte so weit es geht”.

    – Seit über einem Jahr sind Tausende in Kurzarbeit, um die Schwachen und Alten zu schützen (wo Sie, sorry dafür, aber doch irgendwie dazugehören)

    – Etliche Unternehmen sind bereits insolvent gegangen, und viele haben plötzlich Ihre Arbeit verloren, um die Schwachen und Alten zu schützen.

    – Millionen von Kindern schränken Ihr Leben ein und haben eine signifikante Einschränkung be der Bildung, um die Schwachen und Alten zu schützen.

    – Wir als Unternehmer, die noch arbeiten dürfen, machen einen schweren Klimmzug nach dem anderen, um die Schwachen und Alten zu schützen.

    – Die deutsche Gesellschaft verschuldet sich um Milliarden, um die Schwachen und Alten zu schützen (wo Sie, sorry dafür nochmal, aber doch irgendwie dazugehören).

    Und für Sie ist es zuviel verlangt, auf das gemeinsame Einkaufen zu verzichten? Wirklich? Stattdessen feixen Sie sich einen, dass Sie es geschafft haben, die “Regeln auszutricksen”??

    Wenn ich jetzt mehr und mehr Stimmen höre, wo diejenigen, für die wir uns über ein Jahr aufgeopfert haben ohne uns zu beklagen, immer mehr Ihre “angestammten Rechte” einfordern, und sich dann auch noch belustigen, dass Sie den Regeln eins ausgewischt haben, dann fehlt mir auch irgendwann die Motivation, mich für die Schwachen und Alten einzuschränken.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Zu Ihrer Information: Ich hatte in keinem Moment die Absicht, jemanden “auszutricksen”, zumal ein Aufpasser am Eingang vor dem Markt gestanden und kontrolliert hat. Und ich will jetzt auch nicht behaupten, dass meine Frau und ich in getrennten Haushalten leben, aber der Sachverhalt in Sachen Sicherheit ist doch folgender:

      Zur Sicherheit soll sich nur eine bestimmte Anzahl an Kunden im Supermarkt aufhalten. Stimmt’s? Wenn also meine Frau und ich zusammen dort reingehen, schmälert das nicht die Sicherheit, weil sich die Gesamtzahl der Kunden dadurch nicht erhöht hat. Außerdem kaufen wir zu einer Zeit ein, wo das Potential der Einkaufswagen gar nicht ausgenutzt wird, denn es standen noch einige vor dem Markt.

      Um völlig sicher zu gehen, kann man sich natürlich seine Lebensmittel auch online bestellen und ins Haus bringen lassen. Damit würde man sogar für 100%ige Sicherheit für Alte und Schwache garantieren. Aber nicht für die Sicherheit des Einzelhandels in Ahrensburg sorgen, womit ich sagen will, dass wir nicht nur bei Lidl einkaufen.

  5. Laut Gedacht

    Herr Dzubilla, Sie sind in meinen Augen bezüglich Corona bereits sehr streng mit sich und anderen und halten sich an alle Regeln, die dort draußen gelten. Aber dass dann jemand kommt und von Ihnen in der bestehenden massiven Einschränkung noch mehr Einschränkung fordert, das gibt mir doch sehr zu denken. Wo führt das hin? Diese Angst treibt mich um und auch die Angst vor der uns alle massiv angreifenden öffentlichen Meinung. Sigmund Graf sagte dazu (Zitat)

    Die öffentliche Meinung gleicht einem Schloßgespenst: Niemand hat es gesehen, aber alle lassen sich von ihm tyrannisieren.

    Einen schönen 1. Mai

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      In diesem Zusammenhang: Was das Einkaufen im Lebensmittelmarkt betrifft, so wäre freiwillige Selbstbeschränkung sinnvoll. So ist es sinnvoller, wenn man 1 x für 14 Tage oder drei Wochen einkauft, als ein- oder zweimal pro Woche dort hinzugehen. Und noch etwas: Geschützt werden müssen junge Menschen genauso wie ältere.

      Gleichfalls einen schönen 1. Mai, in den wir nicht tanzen konnten!

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