Alarmmeldung am Jahresende: “Die S4 nimmt Fahrt auf”

Wenn Unternehmen verpflichtet sind, Pressemitteilungen zu veröffentlichen, von denen sie nicht wollen, dass sich der Inhalt breit im Volke herumspricht, dann werden solche Pressemitteilungen möglichst in der Weihnachtszeit und „zwischen den Jahren“ rausgegeben. Und weil die Medien in diesem Jahr auch noch primär mit Corona ausgefüllt sind, fällt die eine oder andere Firmeninformation kleiner aus. Oder total unter den Tisch.

In diesem Zusammenhang bekam ich einen Kommentar von Szene-Leser Peter Elmers, dessen Inhalt ich Ihnen hiermit an hervorgehobener Stelle zur Kenntnis bringe:

“Es ist schon erschütternd, dass die Stormarn-Redaktion keine Themen findet, die unser Kreisgebiet betreffen. Dabei ist gerade unlängst der 1. Newsletter des Jahres 2020 von der Projektgruppe S4 erschienen. Mit alarmierenden Mitteilungen: Die Bürgerbeteiligung für den dritten, Stormaner Bauabschnitt soll im ersten Quartal 2021 lediglich online erfolgen. 

Nachdem anscheinend auch die Ahrensburger Bürger wohl noch lange von der persönlichen Teilnahme an den per Videokonferenz geplanten weiteren Tagungen der Stadtverordneten ausgesperrt werden dürften, ist zu befürchten, dass das Projekt im Schatten der Pandemie möglichst geräuschlos durchgewunken werden wird…”

Es ist jetzt „zwischen den Jahren“, aber vielleicht hat ja der eine oder andere Stadtverordnete ein wenig Muße und Gelegenheit, sich mit diesem Fall zu befassen. Und vielleicht liegt man auch im  Rathaus zur Zeit nicht völlig im Winterschlaf Lockdown. Auf jeden Fall kann nach dieser Veröffentlichung niemand mehr behaupten: Davon konnte ich doch nix wissen, weil es nicht auf Szene Ahrensburg gestanden hat.

Postkriptum: Könnte der Hacker-Angriff auf die Funke Mediengruppe (Hamburger Abendblatt + Stormarn-Beilage) möglicherweise in Zusammenhang stehen, dass die Meldung der DB Netz-AG keine Verbreitung im 3. Buch Abendblatt finden sollte…? 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. Dezember 2020

7 Gedanken zu „Alarmmeldung am Jahresende: “Die S4 nimmt Fahrt auf”

  1. Fritz Lucke

    Da habe ich eine Lösung: im Zoohandel ein paar geschützte Molche, Eidechsen kaufen, in den Gebieten der S4-Erweiterung aussetzen, BUND anrufen und das Projekt ist gestorben.

    1. Jan Furken

      Sehr geehrter Herr Lucke,
      das ist gar nicht erforderlich, da auf Hamburger Gebiet ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (kurz FFH-Gebiet) durchquert und auf Schleswig-Holsteiner Gebiet tangiert wird.
      Für die Erweiterung auf 4 Gleise wird auf Hamburger Gebiet das FFH-Gebiet auf zusätzlichen ca. 15 m dauerhaft überbaut und durch Lärmschutzwände dauerhaft durchschnitten.
      In Schleswig-Holstein wird das FFH-Gebiet durch Lärmschutzwände dauerhaft durchschnitten.
      In beiden Landesteilen werden zusätzlich während der Bauphase parallel zu den Gleisen zusätzliche Baustraßen von ca. 5 m erforderlich.
      In den entsprechenden Fachgutachten wurden diese erheblichen Eingriffe mit dem überwiegendem öffentlichem Interesse, fehlenden Alternativen und ausreichender Kompensation abgearbeitet.
      Ob diese Argumente für den Ausbau des Schienengüterverkehrs vor Gericht ausreichen, bleibt abzuwarten.
      Der Verein Jordsand als betreuender Verein des FFH-Gebietes Kammmolchgebiet Höltigbaum / Stellmoor (FFH DE 2327-301) klagt gegen den Planfeststellungsbeschluss im Planfeststellungsabschnitt 1 (kurz PFA 1) vom 24.8.2020.

      https://www.s-bahn-4.de/de/aktuelles.html
      http://www.buergerinitiative-bahnstrecke-hh-hl.de/
      https://laermschutz-wandsbek.de/verein/
      http://www.ffh-gebiete.de/

  2. Observator

    Ich kann mich auch täuschen, aber ich glaube, dass ich dort neulich einen Wachtelkönig gesehen habe. Könnte von der Größe her aber auch eine Dronte gewesen sein.

  3. Peter Elmers

    Ist der breiten Öffentlichkeit eigentlich bekannt, dass für den Bau eines dritten Gleises für die S-Bahn und die Ertüchtigung der bestehenden Gleise zwischen Bahnhof Ahrensburg und Station Gartenholz die Eisenbahnbrücken über Bahntrasse und Ostring erweitert und erneuert werden müssen ?
    Die “Bahntrasse” zwischen Woldenhorn und Beimoorknoten muss für mehrere Monate gesperrt werden und anschließend der Ostring zwischen Schloss und Beimoorknoten für ca. anderthalb Jahre !

    Ich habe im Rahmen mehrerer Einwohnerfragestunden im Bauausschuss und im Umweltausschuss auf diesen Sachverhalt hingewiesen.
    U.a. ist dieser Sachverhalt in einer Umweltausschusssitzung im Sommer 2019 vom anwesenden DB-Vertreter ausdrücklich bestätigt worden.

    Ich habe gefragt, wie denn der Umleitungsverkehr während dieser Zeit abgewickelt werden wird.
    Mir wurde geantwortet, dass das im Rahmen der Planfeststellung geregelt werden wird.

    Ich habe daraufhin in mehreren Sitzungen angemerkt, dass endlose Staus auf Ostring, Lübeckerstraße und Innenstadtring mit gravierenden Beeinträchtigungen u.a. der Wirtschaft und des Berufsverkehrs meiner Einschätzung nur vermieden werden könnten, wenn die Ahrensburger Nordtangente vorher für den Verkehr freigegeben werden würde.

    Bei allen diesen Sitzungen waren Vertreter der Ahrensburger Presse anwesend.
    Harald Dzubilla hat in diesem Blog mehrfach beklagt, dass in der Presse nicht über Dinge berichtet wird, die in den Einwohnerfragestunden angesprochen werden.
    Auch über meine Hinweise ist nach meiner Erinnerung nie berichtet worden.

    Es ist allerhöchste Zeit in aller Öffentlichkeit die S4-Baumaßnahmen zu thematisieren; – und insbesondere die Realisierung der Nordtangente voranzutreiben; – es gibt kein wichtigeres Vorhaben in der Stadt !

    Die Nordtangente muss fertig sein, bevor Bahntrasse und Ostring für mehr als zwei Jahre gesperrt werden und der Zentrumring, Manhagener Allee, Reeshoop/Bünningstedterstraße, Stormarnstraße/Rosenweg/Reesenbüttler Redder/Fritz-Kruse-Straße und die Verbindungen zwischen Hoisbüttel/Bünningstedt/Timmerhorn und Delingsdorf/Bargteheide/Hammoor durch den Umleitungsverkehr jahrelang mit Stop-und-Go-Verkehr verstopft werden

    Es ist völlig unverständlich, wieso dieses Thema in der örtlichen Presse negiert wird.

    Als ehemaliger Tiefbauamtsleiter erinnere ich mich gut daran, wie ich 1975 als junger Ingenieur zunächst die von mir übernommene Planung der damaligen Eisenbahnkreuzungsmaßnahme in Form einer vierspurigen Brücke über die Gleise pflichtgemäß verteidigt hatte…
    …dann aber in den Folgejahren bis 1996 das heutige Straßennetz im Zentrum einschließlich der Bahn-Unterführungen als Projektverantwortlicher engagiert entwickelt und realisiert habe.
    Angestoßen wurde die Umplanung von einer breiten Bürgerinitiative mit massiver Unterstützung der “Ahrensburger Zeitung”, die später im Stormarn-Teil des Abendblattes aufging. Die AZ hatte sogar eine Bürgerbefragung mit Stimmzettel organisiert.

    Solch eine Unterstützung durch die Presse würde man sich auch heute wieder wünschen.., um erfolgreich die schlimmsten Folgen der Maßnahmen für die Ertüchtigung der Bahnstrecke Lübeck-Hamburg für den Schwerlastgüter- und Personenfernverkehr aus Skandinavien abzuwenden !

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Das, was hier auf Ahrensburg zukommt, tangiert unsere Stadt mehr als Corona. Weil es gegen das Virus eine Impfung gibt. Aber es ist bekannt, dass gegen Dummheit keine Pillen helfen, da können nur intelligente Menschen etwas ausrichten. Die aber sind rar. In der Redaktion vom 3. Buch Abendblatt gibt es sie jedenfalls nicht. Ahrensburg droht in Zukunft kein Lockdown sondern ein Shutdown.

  4. Christian Schmidt

    Guten Tag zusammen,

    Die Komplexität der ganzen Thematik wird dadurch erhöht, dass hier zwei Projekte aufeinander treffen.

    1. 2-011-V01 ABS/NBS Hamburg – Lübeck – Puttgarden (Hinterlandanbindung FBQ)
    https://www.bvwp-projekte.de/schiene_2018/2-011-V01/2-011-V01.html

    2. K-002-V01 Knoten Hamburg
    https://www.bvwp-projekte.de/schiene_2018/K-002-V01/K-002-V01.html

    Eine Einwendungsmöglichkeit für Ahrensburger*innen gibt es beim PFA 3 der S4-Planung.

    Viele Grüße
    Christian Schmidt

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