Gedanken am Sonntag über das City-Management von Ahrensburg

Wenn ich morgen Citymanager der Stadt Ahrensburg wäre und man mich heute fragen würde, was denn wohl meine vordringlichsten Baustellen für das Geschehen in der City von Ahrensburg wären, dann würde ich nicht lange überlegen müssen. Meine Antworten nach einem kurzen Brainstorming mit mir selbst wären u. a. die folgenden zehn Aktivitäten:

  1. Sorge dafür tragen, dass der Ahrensburger Wochenmarkt zu neuer Blüte gelangt. Begründung: Der Wochenmarkt ist ein Markenzeichen von Ahrensburg und bringt an zwei Tagen in der Woche viele Menschen aus dem Umland in die Innenstadt. Es ist dringend erforderlich, dass neue, attraktive Stände auf den Rathausplatz kommen, damit der Markt wieder attraktiv neugestaltet wird und kein „Abstellplatz“ der Platzhirsche mehr ist.
  2. In die Wege leiten, dass die Stadt es der Firma Nessler sofort ermöglicht, ein Parkhaus am Stormarnplatz zu errichten. Sollte das weiterhin an der Willkür von Familie Levenhagen scheitern: Unverzüglich dafür sorgen dass diesbezüglich ein Bürgerentscheid herbeigeführt wird! (Zur Erinnerung: Kastenschnitt der Linden in der Großen Straße!)
  3. In Ahrensburg eine alte Tradition neu entstehen lassen, und zwar den “Romantischen Weihnachtsmarkt” um das Schloss herum. Das war ein USP der Stadt, der viele Menschen nach Ahrensburg gebracht hat, weil es auch im weiten Umkreis nichts Vergleichbares gibt.
  4. Eine Werbekampagne kreieren, mit der viele Menschen in die Ahrensburger City geholt werden. Slogan: „Ahrensburg: Shopping-Stadt mit Wochenmarkt“. Oder kurz: “Ahrensburg – was liegt näher?!”
  5. Gespräche führen mit Gebäudeeigentümern, in deren Häusern die Läden schon längere Zeit leer stehen. Überlegungen anstellen, wie man diese Läden mit neuem Inhalt füllen könnte, indem man z. B. mit günstiger Miete und mit Starthilfe durch die Stadt jungen Gründern die Möglichkeit gibt, sich den Traum eines eigenen Ladens zu erfüllen.
  6. Open-Air-Konzerte auf der Schlossinsel veranstalten. Ob Musik oder Schauspiel – es wäre alles möglich. Auch für Kinder, und zwar das Biene-Maja-Festspiel im Sommer. (Notabene: Waldemar Bonsels Werk ist vom 1. August 2022 an nicht mehr urheberrechtlich geschützt!)
  7. Mit dem Stadtforum zusammen ein „Moonlight-Shopping“ in der City veranstalten, einer Einkaufsnacht mit Show und Musik, wo aus Ahrensburger Vereinen und Schulen die Protagonisten der Nacht auf den Straßen und Plätzen der Innenstadt agieren (und dafür auch ein Honorar in Form von Einkaufsgutscheinen bekommen!).
  8. Alles daran zu setzen, dass das Rondeel endlich so gestaltet wird, dass die Aufenthaltsqualität auf diesem Platz zunimmt. Mit gläsernen Arkaden, sodass man dort auch sitzen kann, wenn die Sonne nicht scheint. Und mit einer schicken einheitlichen Möblierung der Cafés, die nicht mehr wie Kraut & Rüben ausschaut.
  9. Statt Blaumann gehört ein Springbrunnen auf das Rondeel. Der könnte am Abend mit Beleuchtungseffekten sprudeln, untermalt mit leiser Musik. Hierfür gibt es möglicherweise Sponsoren unter den Firmen im Gewerbegebiet bzw. der Rotarier, Lions u. a.
  10. Laterne-Umzug: Die schöne alte Tradition, unsere Kinder mit Laternen durch die Innenstadt laufen zu lassen, angeführt vom Ahrensburger Spielmannszug, wird neu belebt durch Werbung in und um Ahrensburg herum. Und die Läden in der Innenstadt können sich daran beteiligen mit kleinen Giveaways für die Kinder bzw. Gutscheinen. (Alte Kaufmannsregel: Willst Du die Herzen der Eltern gewinnen, dann sei lieb zu ihren Kindern!)

Meine lieben Mitbürger, ich habe Bauchschmerzen bekommen, als ich das Geschwurbel gelesen habe, das der neue Citymanager und Medienfluglehrer Christian Behrendt abgesondert hat auf Ahrensburg-Portal von der undurchsichtigen Firma Stifter-Service Ahrensburg GmbH & Co. KG des Herrn Dr. Michael Eckstein!

Ich bleibe dabei: Christian Behrendt ist völlig überqualifiziert für den Job eines Citymanagers für die Stadt Ahrensburg. Immerhin ist er nicht nur Medienfluglehrer, sondern der Mann ist auch Diplom-Volkswirt. Und er hat dazu auch noch ein Hochschuldiplom in Sozialökonomie erworben und hat an der gleichen Hochschule auch noch zusätzlich Kultur- und Bildungsmanagement studiert. Außerdem war er Redakteur (Redakteur!) bei Sat.1 und Redakteur (Redakteur!) bei RTL– wobei er nicht erklärt, in welchen Ressorts das gewesen sein soll und wie lange es jeweils angedauert hat. Und noch etwas Besonderes: Behrendt war nach eigenen Angaben auch freier (!) Redakteur sowohl beim NDR als auch freier (!) Redakteur beim Bayerischen Rundfunk. Und als Hobby gibt er an: Satire und Kabarett. Passt also für Ahrensburg wie die Faust aufs Auge.

Ausgangs noch etwas Musikalisches: Sie können den Medienfluglehrer Christian Behrendt auch als Drummer erleben, und zwar am Donnerstag, 11. Februar 2021, in Lübeck. Auf dem Ankündigungsplakat – siehe Abbildung rechts! – erkennen Sie den Ahrensburger Citymanager und Medienfluglehrer als 1. von links. Und ich vermute: Felizitas Schleifenbaum wird schon heute versuchen, das Trio “Wetterprophet” auch für die kommende “Ahrensburger Musiknacht” zu verpflichten, wo die Musiker in einem der leerstehenden Läden auftreten könnten! 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 22. November 2020

11 Gedanken zu „Gedanken am Sonntag über das City-Management von Ahrensburg

  1. Andreas Hausmann

    Mir fehlen zwar die „Rokoko-Kostüme“, aber ansonsten Respekt: Sie hätten einen Job als Ahrensburger City-Manager verdient.
    Waren Sie vielleicht der 162. Bewerber, ab dem dann keiner mehr in die nähere Auswahl kam?
    Ich sag’s mal so: …eigentlich schade!

  2. Stiller Beobachter

    Der CM soll nicht lange herumschwätzen, er soll sich anhören, was die Geschäftsleute in der Innenstadt wollen, das prüfen und umsetzen. Natürlich ist das Online-Business nicht mehr aufzuhalten. Aber die Menschen gehen auch ins Theater, in Konzerte und Restaurants, obwohl sie Theater und Konzerte auch online und im Fernsehen sehen und sich Essen ins Haus liefern lassen können. Aufgabe ist es, Gefühle zu wecken und die Freude am Live-Erlebnis zu entfachen. Und das beginnt mit einem Parkplatz in der City, den man nicht erst lange suchen muss und dann auch noch im voraus bezahlen soll, damit man beim Einkaufen immer auf die Uhr gucken muss.

  3. Martens

    Sicherlich liegen Kopien der Hochschuldiplome und Zeugnisse von RTL und Sat-1 in der Personalakte im Rathaus. Kann man die eigentlich einsehen?

  4. j

    Herr Dzubilla, unterlassen Sie es bitte, Menschen unter Zugzwang zu setzen, damit sie arbeiten müssen. Immerhin ist der Citymanager im Rathaus angesiedelt.

  5. Rohde

    Und warum wurde gerade dieser Mann für Ahrensburg ausgewählt? Weil die anderen 160 Bewerber keine Medienfluglehrer gewesen sind? Oder weil die Körpersprache von Behrendt den Bürgermeister überzeugt hat?

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Ich weiß es zwar nicht mit Sicherheit, was den Ausschlag gegeben hat, dass die Stadt sich letztendlich für diesen Mann entschieden hat. Aber möglicherweise hat sein “vielschichtiges Netzwerk” den Ausschlag gegeben, denn da kann er auf alles zurückgreifen, was er in Ahrensburg nicht zur Verfügung hat, wenn Sie mal schauen wollen, was stormarn-live über die “funfundzwanzig Jahre Berufserfahrung” von Christian Behrendt berichtet:

  6. Gute Laune

    Herr Dzubilla, Sie verstehen ja eine ganze Menge von Stadtmarketing und von dieser Stadt, weil Sie von hier sind und viel Lebenserfahrung haben. xxxx xxxx xxx xx
    xxxx xxxx xx x xx x x xxxxxx xxxx x x x x x xxxxxxx xx x x x Anmerkung Admistrator: Kommentar gekürzt. Wenn Sie Ihren Kommentar komplett veröffentlicht haben wollen, dann bitte gern – aber mit Ihrem richtigen Namen und korrekter E-Mail, denn auch ich nenne hier meinen Geburtsnamen!

  7. Knud Bielefeld

    Interessante Vorschläge, zu denen ich ein paar Anmerkungen habe:
    1. Dringender als neue Stände hat der Wochenmarkt eine grundsätzliche Änderung der Anordnung nötig. Erstens ist der Markt an den Rändern sehr ausgefranst, so dass man als Besucher manchmal nicht weiß, ob man noch auf dem Markt ist oder schon auf dem Parkplatz. Zweitens sollte der Burgcharakter abgelöst werden durch Öffnung zu den Geschäften hin. Jetzt kehren die Marktstände der Stadt den Rücken zu, der Markt schottet sich ab. Besonders an der Ostseite, in der Nessler-Ecke, herrscht an Markttagen eine hässliche und enge Hinterhofatmosphäre. Belebung der Innenstadt geht anders.

    2. Ist es rechtlich zulässig, dass ein Verwaltungsmitarbeiter einen Bürgerentscheid herbeiführt? Egal, der wahre Citymanager ist ja gar kein Bürger, so dass das sowieso nicht in Frage kommt.

    3. In meiner Erinnerung war der Schloss -Weihnachtsmarkt vor allem ein dreckiges Matschloch, aber vielleicht hatte ich nur Pech mit dem Wetter. Das andere Problem eines Weihnachtsmarktes um das Schloss herum: Er ist zu weit von der Innenstadt entfernt, um Besucher dorthin zu locken. Mein Gegenvorschlag: Ein romantischer Weihnachtsmarkt auf der gesperrten Lübecker Straße – dort wo die Straße die Schlosswiese durchquert. Die Stände sollten zum Schloss hin ausgerichtet werden, so dass dieses eine einmalige Kulisse bildet. Als besondere Attraktion gibt es nach Einbruch der Dunkelheit eine spektakuläre Wall-Mapping-Show auf der Schlossfassade. Von diesem Standort ist die Innenstadt unmittelbar erreichbar und der Untergrund ist befestigt.

    4. Ja, Werbekampagne und Slogan sollte es geben und fast alles ist besser als dieses peinliche „My home is my castle“ vom Stadtforum. Aber „Ahrensburg: Shopping-Stadt mit Wochenmarkt“? Das gilt für fast jede Stadt in Deutschland. Und bei “Ahrensburg – was liegt näher?!” antworte ich aus dem Ahrensburger Süden: Siek und Schmalenbeck! Und mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind Volksdorf, Wandsbek und die Hamburger City besser zu erreichen.

    5. Natürlich, Leerstandsmanagement stand ja sogar schon in der Stellenausschreibung.

    6. Oh ja, die Biene Maja sollte Ahrensburg ab 2022 für das Stadtmarketing nutzen!

    7. Gute Idee.

    8. Sehe ich nicht so dringend, ich finde, dass das Rondeel an einem schönen Tag schon jetzt eine hervorragende Aufenthaltsqualität hat.

    9. Was wird dann aus Ihrer großartigen Idee, den Blaumann unter ein Glasdach zu versenken?

    10. Laternenumzug: Warum nicht, kann man machen.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      1. Das meine ich ja u. a. auch. 2. Nein, natürlich darf und kann er das nicht selber machen, zumal er zur Zeit noch gar kein Einwohner von Ahrensburg ist. Aber er kann es “in die Wege leiten”, wenn Sie wissen, was ich meine. 4. Einen Slogan muss man für sich in Anspruch nehmen. Statt “Otto – find’ ich gut”, hätte auch ein Ahrensburger Kaufhaus mit “Nessler – find’ ich gut” werben können. Und bei “Persil, da weiß man, was man hat”, hätte man auch den Namen jedes anderen Waschmittels setzen können. Das nur als Beispiele. Wichtig, dass man ein Versprechen aus einem Claim auch erfüllt. Und “Was liegt näher” hat doppelte Wortbedeutung. 8. An schönen Tagen ja, wenn nicht gerade die Müllcontainer dort stehen. Aber die Optik und die Aufenthaltsqualität könnten verbessert werden. 9. Nicht mehr nötig, da das Monster wohl nicht mehr zurückkommen wird. 😉

    2. Observator

      Recht haben Sie mit “My Home is my Castle”. Dieser Allgemeinspruch betrifft zum einen nur die Bewohner von Ahrensburg und nicht die Gäste und Kunden aus dem Umland. Schlimmer noch: Dieser Corona-Spruch ist ein weltweiter Slogan für Amazon. Wer sich diesen Plumpaquatsch ausgedacht hat, lebt fernab des kommerziellen Geschehens in Ahrensburg.

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